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Am Strand von Jantarni. (Foto: jm/.rufo)
Am Strand von Jantarni. (Foto: jm/.rufo)
Mittwoch, 29.06.2005

Kaliningrad: Bernsteinarbeiter beenden Streik

Kaliningrad. Nach fünf Tagen haben die Arbeiter des Bernsteinkombinates in Jantarni (Palmnicken) am Wochenende ihren Hungerstreik beendet. Die Firmenleitung versprach ihnen eine zweifache Lohnerhöhung.

Ursprünglich hatten die Streikenden eine 5- bis 6fache Erhöhung ihres Gehaltes gefordert.

Bei Russland-Aktuell
• Hungerstreik im Bernsteinkombinat (24.6.2005)
• Litauen und Russland für gemeinsamen Ostseeschutz (03.12.2004)
• Neue Saison im Kaliningrader Bernsteinkombinat (01.04.2005)
• Kaliningrad: Gedenken an Holocaust-Opfer (31.01.2005)
• Kaliningrad: Bernsteinkombinat ohne Schmuck (11.11.2004)
Die Kombinatsleitung hat unterdessen Klage wegen Unruhestiftung und Störung der öffentlichen Ordnung eingereicht. Den Hungerstreik bezeichnete sie als Provokation: Die Lohnanhebung war angeblich bereits vorher angekündigt worden, den Arbeitern wäre es bei der Protestaktion also nicht um das Geld gegangen.

Vielmehr hätten sie mit dem Hungerstreik Druck auf die Firmenleitung ausüben wollen, da diese ein strengeres Sicherheits- und Bewachungssystem eingeführt habe. Dieses erlaubt den Arbeitern nicht mehr, Bernstein heimlich vom Betriebsgelände zu schmuggeln und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Bernstein als Lohn

Auf diese zusätzliche Einkommenquelle sind die Arbeiter jedoch angewiesen, denn das Bernsteinkombinat zahlt seinen Angestellten auch heute noch im Kaliningrader Vergleich unterdurchschnittliche Löhne. So verdienen die Arbeiter im Winter, wenn sie mit Reparaturarbeiten und Instandhaltung beschäftigt sind, lediglich zwischen 3.000 und 4.000 Rubel (85 bis 115 Euro).


Das Durchschnittseinkommen im Gebiet Kaliningrad liegt bei etwa 5.000 Rubel (140 Euro). Am vergangenen Dienstag hatten zunächst rund 50 Arbeiter am Eingang zum Betriebsgelände ihre Zelte aufgeschlagen und waren in den Hungerstreik getreten. In den folgenden Tagen stieg die Zahl der Protestierenden bis auf 250 an.

(jm/.rufo)


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