Vertragsunterzeichung zwischen Boeing und Suchoj, wohlwollend betrachtet von Vizepremier Iwanow (Mitte) und den Ministern Lewitin (Verkehr, links) und Gref (Wirtschaft, rechts). Foto: ld/rufo
Montag, 11.06.2007
Milliardenverträge auf Wirtschaftsforum unterzeichnet
St. Petersburg. Auf dem Internationalen Petersburger Wirtschaftsforum wurden Investitionsvorhaben in Höhe von zehn Mrd. Euro vereinbart. Unter anderem wollen Volvo, Pepsi Cola und Peugeot in Russlands Regionen bauen.
„Es wurden insgesamt 30 Protokolle über Vorhaben und Investitionsvereinbarungen in Höhe von 13,5 Mrd. USD (umgerechnet 10 Mrd. Euro – d.R.) unterschrieben“, erklärte Russlands Wirtschaftsminister German Gref auf der Abschlusspressekonferenz. Dabei seien nur die Projekte berücksichtigt, die bereits von den Forumsorganisatoren offiziell registriert worden seien, fügte der Minister hinzu. Nach Angaben Grefs basieren Verträge in Höhe von 7,5 Mrd. USD (5,5 Mrd. Euro) auf privatwirtschaftlicher Kooperation, Verträge in Höhe von 6 Mrd. USD (4,5 Mrd. Euro) auf der sogenannten Public-Privacy-Partnership (d.h. der Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatunternehmen).
Internationale Fahrzeugbauer verstärken Engagement in Russland
Drei weitere ausländische Autobauer wollen künftig ihre Fahrzeuge in Russland montieren lassen. Der schwedische Automobilkonzern Volvo gesellt sich zum deutschen VW-Konzern und baut ein LKW-Werk im Gebiet Kaluga auf.
Die Suzuki Motor Corporation sucht die Nähe zu ihren japanischen Landsleuten von Toyota und will in der Nähe von St. Petersburg ein Werk aufbauen. Anfang nächsten Jahres ist der Baubeginn geplant, Ende 2009 sollen die ersten Wagen in Schuschary vom Fließband rollen. Zudem wird auch der französische Autokonzern Peugeot Citroen ein Werk in Russland errichten. Allerdings wurden noch keine näheren Details zum Stadnort bekannt.
Pepsi und Boeing bauen Aktivitäten aus
Neben den Fahrzeugbauern wollen auch andere internationale Großkonzerne ihre Präsenz in Russland verstärken. Der amerikanische Getränkehersteller Pepsi Cola will in der südrussischen Region Rostow eine neue Farbik errichten lassen. Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing unterzeichnete ein Partnerschaftsabkommen mit der staatlichen russischen Flugzeugbau-Holding OAK. Boeing will OAK bei der Wartung des geplanten russischen „Super Jet 100“ helfen.
Gleichzeitig machten die Amerikaner den seit Jahren ausgehandelten Deal mit Aeroflot fest. Die staatliche russische Fluggesellschaft sagte den Kauf von 22 "Dreamlinern" zu.
Russische Konzerne im Investitionsrausch
Der größte Teil der Investitionsvereinbarungen geht allerdings auf das Konto russischer Unternehmen. Vor allem im Öl-, Gas- und Energiesektor wird weiter investiert. Lukoil baut eine Raffinerie in der russischen Teilrepublik Kalmykien, während der RusAl-Konzern von Oleg Deripaska im Fernen Osten Russlands nicht nur ein weiteres Aluminium-Werk errichtet, sondern zusammen mit der staatlichen Firma „Atomstroiexportprom“ ein Atomkraftwerk in der Region aufbauen will. Die Gesamtkosten dieser beiden Projekte sollen sich nach Medienberichten auf neun Mrd. USD (6,7 Mrd. Euro) belaufen.
Wirtschaftsminister Gref zeigte sich angesichts dieser Resultate zufrieden mit dem Verlauf des Forums. Die Durchführung des PEF habe die Veranstalter 500 Mio. Rubel (14. Mio. Euro) gekostet, teilte Gref mit, doch der Nutzen sei weitaus höher gewesen. Insgesamt nahmen an dem XI. Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg etwa 9.000 Teilnehmer aus 65 Ländern teil.
(ab/.rufo/Moskau)
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Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)