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Hoffnungsträger für Russlands Flugzeugbauer: Der  Superjet-100 (Foto: tv/newsru)
Hoffnungsträger für Russlands Flugzeugbauer: Der Superjet-100 (Foto: tv/newsru)
Mittwoch, 26.09.2007

Roll-out am Amur: Russlands Superjet zeigt sich

Komsomolsk-am-Amur. Suchoj präsentierte heute sein erstes großes Zivilflugzeug: Der mit starken internationalen Partnern entwickelte SSJ 100 soll Russlands Flugzeugbauern zum Durchbruch auf den Weltmarkt verhelfen.

Die zu Sowjetzeiten gewaltige Stückzahlen an Tupolews und Iljuschins ausstoßende Branche liegt seit anderthalb Jahrzehnten am Boden: Anders als bei Militärflugzeugen haben Russlands Flugzeugbauer bei den großen Passagierzivilflugzeugen weltweit nur noch einen Marktanteil von unter einem Prozent.

Selbst die heimischen Airlines sind ihnen inzwischen untreu geworden: In den letzten Jahren wurden etwa zehnmal mehr Verkehrsflugzeuge nach Russland eingeführt als dort neu gebaut. Für Boeing und Airbus ist Russland schon lange weniger ein Konkurrent, denn ein Absatzmarkt – sowie ein günstiger Zulieferer von Ingenieursarbeiten wie auch einzelner Flugzeugkomponenten.

Große Show in Komsomolsk-am-Amur



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• Suchoi zeigt Superjet 100 erstmals öffentlich (24.09.2007)
• MAKS: Russland und Italien wollen SuperJet vermarkten (22.08.2007)
• Boeing und Russland bändeln wieder miteinander an (07.06.2007)
• Russland Weltmarktführer beim Waffenexport (30.10.2006)
• OAK: Russische Flugzeugbauer gegen West-Konkurrenz (04.01.2007)
Doch nun will die Branche der Welt beweisen, dass sie das Bauen guter Flugzeuge nicht verlernt hat. Ehrengäste vom russischen Vizepremier Sergej Iwanow bis hin zu allerlei Airline-Chefs wurden dazu in einen ziemlich abgelegenen Winkel Russlands gebracht: In der Flugzeugfabrik Knaapo im fernöstlichen Komsomolsk-am-Amur öffneten sich erstmals die Hangartore für den Superjet-100 von Suchoi.

Im Zivilsektor ist dieses Modell momentan der einzige reale Hoffnungsträger für Russlands neu formierte staatliche Flugzeugbau-Holding OAK.
Das zweistrahlige Verkehrsflugzeug präsentierte sich beim „Roll-out“ in den Nationalfarben blau, rot und weiß und soll noch in diesem Jahr zum Erstflug abheben. Ein Jahr später sollen dann bereits die ersten Maschinen an die Kunden ausgeliefert werden. Bislang hat GSS, die Zivilflugzeugtochter von Suchoi, 73 Festbestellungen für den Regionaljet vorliegen. Russlands Aeroflot orderte gleich 30 Stück, aber 10 Bestellungen kommen auch aus Italien von der ItAli.

Planziel: Pro Woche ein neues Flugzeug



Bis 2024 will GSS auf dem Weltmarkt einen Anteil von 14 Prozent erringen und 800 Flugzeuge absetzen. Größter Markt wird aber dennoch Russland bleiben: 300 Maschinen sollen die im Durchschnitt schon 30 Jahre alte Flotte von Regionalflugzeugen verjüngen.

Geplant sind zunächst zwei Versionen mit 75 und 95 Sitzplätzen, die auch jeweils in einer Long-Range-Variante mit erhöhter Reichweite angeboten werden sollen. Mit Reichweiten von knapp 4.500 Kilometer spielt der Superjet dann schon in der Liga der Mittelstreckenmaschinen. Bei der Sitzplatzkapazität bleibt er aber exakt unter der Grenze von 100 Passagieren, über der die Giganten Airbus und Boeing den Markt unter sich aufgeteilt haben.

Ein Zehntel billiger als die Konkurrenten – auch im Unterhalt



Größter Vorteil des russischen Produkts soll sein Preis sein: Mit ca. 28 Mio. Dollar liegt er zehn Prozent niedriger als bei den führenden Konkurrenten von Embraer aus Brasilien und Bombardier aus Kanada. Zugleich soll der Superjet auch beim Treibstoffverbrauch und den Wartungskosten zehn Prozent Einsparungen bringen.

Anders als sonst wurde diese Maschine nicht um Komponenten vorhandener Baumuster herumkonfiguriert, sondern mit Entwicklungsbeginn 2001 auf einem völlig frischen Blatt gezeichnet. Suchois Ziel bei dem zunächst „Russian Regional Jet“ (RRJ) genannten Projekt war auch nicht, das beste russische Flugzeug zu bauen, sondern in Russland das weltbeste Flugzeug seiner Klasse.

Zulieferer wurden deshalb nach dem Verhältnis von Preis, Leistung und Qualität ausgewählt, und nicht nach nationaler Herkunft. Viele Komponenten, vom Sauerstoffsystem bis zum Pilotensessel, kommen von ausländischen Unternehmen. Den größten Beitrag leistete der französische Triebwerkhersteller Snecma, der 230 Millionen Euro investierte, in dem er ein Joint-Venture mit dem russischen Partner Saturn einging. Dort werden jetzt für den SSJ-100 komplett neue Antriebe gebaut.

Boeing ist mit von der Partie



Weitere strategische Partner sind niemand geringer als Boeing – die Amerikaner berieten bei der Konstruktion sowie jetzt beim Aufbau der Ersatzteilversorgung und der Piloten-Ausbildung – sowie der italienische Konzern Finmeccanica: Dessen Tochterunternehmen Alenia Aeronautica wird demnächst eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie von GSS übernehmen. Außerdem werden beide Partner gemeinsam den internationalen Verkauf und den Service für der Flugzeuge organisieren.

Marketing, Service-Struktur sowie verlässliche, leise und sparsame Triebwerke: Dies waren unter den Bedingungen der Marktwirtschaft bisher die größten Schwachpunkte der einst so riesigen russischen Flugzeugindustrie.

Wenn Suchoi diese Defizite beim SuperJet tatsächlich auskuriert haben sollte, hätte man wirklich ein globales Flugzeug für den Weltmarkt geschaffen – dem man seine Herkunft aus Hintersibirien nicht im geringsten ansehen wird.

(ld/rufo/St.Petersburg)


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