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Acht Jahre lang war Putin Präsident Russlands (Foto: TV)
Acht Jahre lang war Putin Präsident Russlands (Foto: TV)
Aktualisiert 22.05.2012 11:38

Wladimir Wladimirowitsch Putin

Russischer Präsident

Zitat: „Ich habe keine Verbindungen zu der Moskauer Elite. Ich bin aus der Provinz.“

Geboren: 7. Oktober 1952 in Leningrad.

Laufbahn: Jurist. KGB-Offizier. Arbeit in der DDR. Unter Petersburger Bürgermeister Sobtschak Vizeregierungschef der Stadt. Dann FSB-Direktor, Vorsitzender des Sicherheitsrates, Vizepremier, Premier. Zur Jahreswende 1999/2000 von Boris Jelzin zum amtierenden Präsidenten gemacht. Von 2000 bis 2008 gewählter russischer Präsident. Seit Mai 2008 Regierungschef.

Freunde: Anatoli Sobtschak (gest.2001). Igor Setschin. Interims-Präsident und Premier Dmitri Medwedew. Nikolai Patruschew, Ex-Finanzminister Alexej Kudrin, Sergej Iwanow, Ex-Telekom-Minister Leonid Reimann. Dmitri Kosak. Gerhard Schröder.

Feinde: Michail Saakaschwili. Boris Nemzow. Boris Beresowski, Wladimir Gussinski, Michail Chodorkowski.

Skandale: Lebensmittellieferungen für Leningrad, Tschetschenien-Krieg, Streit um Fernsehsender NTW. Yukos-Skandal

Familie: Seit 1983 verheiratet. Zwei Töchter.

Hobbys: Judo und Skifahren.

Laufbahn:

Mai 2012: Nach vierjähriger Unterbrechung wird Putin wieder in das Amt des russischen Präsidenten eingeführt. Im Gegenzug ernennt er seinen Vorgänger auf diesem Posten Dmitri Medwedew zum Nachfolger als Premier.

März 2012: Bei der Präsidentenwahl siegt Putin im ersten Wahlgang. Er erzielt 63 Prozent der Stimmen.

Dezember 2011: Die Kremlpartei Einiges Russland erleidet drastische Verluste bei der Dumawahl. Sie hält nur noch eine knappe Mehrheit im Parlament und dies nach Ansicht der Opposition auch nur wegen Wahlmanipulation. Es kommt zu den ersten Massenprotesten in der Ära Putin.

September 2011: Auf dem Parteitag der Kremlpartei Einiges Russland geben Putin und Medwedew eine Ämterrochade bekannt. Putin will sich 2012 erneut zum Präsidenten wählen lassen, Medwedew soll sein Regierungschef werden.

November 2010: Das Journal Forbes führt Putin auch zwei Jahre nach der Übergabe des Präsidentenamts an Medwedew als mächtigsten Mann Russlands auf. Weltweit gilt Putin als viertmächtigster Politiker.

7. Mai 2008: Dmitri Medwedew wird als Nachfolger Putins in das Amt des russischen Präsidenten eingeführt. Einen Tag nach der Inauguration Medwedews wählt die Duma Putin mit 87,1 Prozent der Stimmen zum neuen Premierminister.

Dezember 2007: Putin gibt seinen Wunschnachfolger bekannt. Sein langjähriger Vertrauter Dmitri Medwedew soll die Amtsgeschäfte im Kreml übernehmen. Putin soll bei der „Rochade“ neuer Premierminister werden.

14.März 2004: Wiederwahl im ersten Wahlgang

Oktober 2003: Der bis dato reichste Mann Russlands, Michail Chodorkowski, wird verhaftet und später wegen Steuerbetrugs zu acht Jahren Haft verurteilt. Die meisten Beobachter gehen davon aus, dass die Aktion vom Kreml aus gesteuert wurde, da Chodorkowski als politisch gefährlich eingestuft wurde.

7. Mai 2000: Offizielle Amtseinführung als russischer Präsident.

26. März 2000: Mit über 52% der Stimmen im ersten Wahlgang zum russischen Präsidenten gewählt.

31. Dezember 1999: Putin übernimmt nach dem überraschenden Rücktritt von Boris Jelzin dessen Amtsgeschäfte.

9. August 1999: Zuerst Ernennung zum Vizepremier und nach der Entlassung Sergej Stepaschins zum Premierminister. Jelzin nennt Putin seinen Wunsch-Nachfolger. Nach einer Woche wird Putin von der Duma als Premier bestätigt.

26. März 1999: Vorsitzender des Sicherheitsrates, Putin bleibt aber FSB-Chef.

25. Juli 1998: Ernennung zum Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB. Neuer Dienstgrad: Oberst.

März 1997: Vizechef der Präsidialverwaltung. Zuständig für die Arbeit mit den Regionen.

Juni 1996: Unter Pawel Borodin Stellvertretender Leiter der Verwaltung für Kreml-Liegenschaften. Verantwortlich für das Auslandsvermögen.

Frühjahr 1996: Gemeinsam mit Alexej Kudrin Leitung des Wahlkampfstabes von Anatoli Sobtschak. Nach Sobtschaks Niederlage bei den Petersburger Gouverneurswahlen und dem Sieg von Wladimir Jakowlew tritt Putin von allen Ämtern zurück.

1995: Leitung der Wahlkampagne von „Unser Haus Russland“ bei den Duma-Wahlen.

März 1994: Putin wird Vizeregierungschef von St. Petersburg.

1991: Nach Anatoli Sobtschaks Wahl zum Bürgermeister wird Putin zum Leiter der Abteilung für auswärtige Beziehungen der Stadtverwaltung, ist auch für die Petersburger Devisenbörse zuständig. Vorwürfe einer Untersuchungskomission des Stadtsowjets und der Staatsanwaltschaft über Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Lizenzen zur Rohstoffausfuhr – um Lebensmittel für die hungernde Stadt zu importieren - an Putin werden offiziell nicht bestätigt.

Sommer 1990: Berater von Anatoli Sobtschak.

1975 – 1990: Dienst bei der Auslandsspionage des KGB. Arbeit in der DDR vom Leipziger Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft aus. Zweimal befördert. Nach der Rückkehr in die Sowjetunion Assistent des Leningrader Universitätsrektors für internationale Fragen, aber weiterhin Offizier der Reserve beim KGB.

1975: Abschluss der Leningrader Universität (juristische Fakultät).

Freunde und Team:


Putin zählte zum Freundeskreis von Anatoli Sobtschak, den er bereits während des Studiums an der Leningrader Universität kennengelernt hatte. Putin half Sobtschak, nach Paris zu flüchten, als dieser wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet werden sollte und einen ersten Infarkt erlitten hatte. Sobtschak über Putin: „Putin ist kein Tschekist. Er ist mein Schüler.“

Zu Putins Team zählen u. a. der ehemalige FSB-Chef Nikolai Patruschew sowie die ebenfalls wie Putin aus dem Geheimdienst stammenden Igor Setschin und Sergej Iwanow. Weiterhin sind Viktor Subkow, Dmitri Kosak und der ehemalige Telekom-Minister Leonid Reimann Gefolgsleute Putins.

Alexej Kudrin, ein langjähriger Weggefährte Putins, hat die Regierung im Jahr 2011 verlassen und ist in die (gemäßigte) Opposition gewechselt. Putin bezeichnet ihn trotzdem nach wie vor als Freund.

Auf internationaler Ebene zählen Ex-Kanzler Gerhard Schröder und Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi zu Putins Freunden.


Feinde:


Boris Beresowski, Wladimir Gussinski und Michail Chodorkowski. Die ersten beiden gingen ins Exil, Chodorkowski ins Gefängnis.

Zu Putins Erzfeinden zählt nach dem russisch-georgischen Krieg um Südossetien auch Georgiens Präsident Michail Saakaschwili. Das Verhältnis zu Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko gilt als gespannt.

Putin hat während einer Fernsehansprache die Oppositionspolitiker Boris Nemzow, Wladimir Ryschkow und Wladimir Milow als korrupt bezeichnet. Sie seien für den Ausverkauf Russlands verantwortlich, erklärte er. Eine Klage Nemzows wegen Beleidigung wurde von einem russischen Gericht abgelehnt.

Andere Politiker und einflussreiche Geschäftsleute versuchen sich mit Putin gut zu stellen.


Skandale:


Der alte Skandal um Lebensmittellieferungen für Leningrad, der 1991 Leningrad beschäftigte, wurde wieder aktuell, als Putin von Jelzin als Nachfolger vorgestellt wurde.

Putin half Jelzin und Beresowksi gegen die strafrechtlichen Ermittlungen wegen Korruption, die Generalstaatsanwalt Juri Skuratow angestrengt hatte.

Er profilierte sich zu Beginn des zweiten Tschetschenien-Krieges mit harten Sprüchen wie „Notfalls knallen wir sie im Pissoir ab“.

Der Streit um den Fernsehsender NTW: Der Sender wurde offiziell wegen Schulden vom Konzern Gazprom übernommen. Anschließend wurde praktisch die gesamte Redaktion ausgetauscht und die Informationspolitik des zuvor kremlkritischen Senders völlig umgestellt.

Der Yukos-Skandal gilt als der größte Skandalfall in der Ära Putin. Der größte Ölkonzern des Landes wurde renationalisiert, weil Konzernchef Chodorkowski eigene politische Ambitionen hatte. Klares Signal an alle anderen "Oligarchen": Haltet Euch raus aus der Politik!


Eltern und Familie:


Vater Wladimir Spiridonowitsch arbeitete in einem Waggonbauwerk und starb am 2. August 1999. Mutter Maria Iwanowna war Sanitäterin und hatte die Leningrader Blockade überlebt. Sie starb 1998 an Krebs.

Ehefrau Ludmilla (Mädchenname Schkrebnjewa) stammt aus Kaliningrad (dem früheren Königsberg) und ist Fremdsprachenlehrerin. Die Putins sind seit 1983 verheiratet und haben zwei Töchter: Katja (geb. 1985) und Maria (geb. 1986). Beide sind auf die Deutsche Schule in Moskau gegangen.
Im Internet
• Die Putin-Seite (russisch/englisch)
• Offizielle Seite des Kremls

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Hobbys, Charakter:

Seit seiner Jugend betreibt Putin Kampfsport, erst Boxen, dann Sambo und schließlich Judo. Hat einen schwarzen Gürtel. Im Kreml gibt es eine Judomatte fürs tägliche Training. Wenn Schnee liegt, fährt Putin Ski.

Während des Wahlkampfes trat er sogar als Kampfjet-Pilot an.

Putin spricht nahezu perfekt Deutsch und auch gut Englisch. Die Putins haben vier Hunde. Die zwei französischen Pudel Toska und Rodeo gehören Ludmilla und den Töchtern. Der Labrador Koni, ein Geschenk der Katastrophenschutz-Ministers Sergej Schoigu, ist Putins persönlicher Hund. Putin führt den Hund selbst aus und bringt ihn auch schon mal in den Kreml mit. Den vierten Hund, bekam Putin 2010 als Welpen von seinem bulgarischen Kollegen Boiko Borissow geschenkt. Die Namensgebung des Welpen wurde zu einem landesweiten Wettbewerb. Am Ende setzte sich der Vorschlag eines fünfjährigen Jungen durch, seitdem heißt der Hund Buffy.

Außerdem haben die Putins noch einige Pferde. Putin hat die Pferde selbst ausgewählt, die man ihm in Saudi-Arabien und Turkmenistan geschenkt hat.

Putin wirkt eher verschlossen, aber bestimmt. Ludmilla Putina meint, dass ihr Mann sie ständig kontrolliert. Andererseits sagt Ludmilla aber auch: „Mein Mann verbringt sehr viel Zeit mit seiner Arbeit, überrascht mich gerne mit Geschenken. Ungefähr einmal im Monat geht er in die Kirche.“


Zitat:


„Ich habe keine Verbindungen zu der Moskauer Elite. Ich bin aus der Provinz.“

„Judo ist nicht nur ein Sport, sondern eine ganze Lebensphilosophie.“

„Wer uns beleidigt, lebt keine drei Tage mehr!“

„Wenn Sie ein radikaler Islamist werden und sich beschneiden lassen wollen, dann kommen Sie nach Moskau. Wir haben Spezialisten auf diesem Gebiet. Ich werde denen empfehlen, die Operation so durchzuführen, dass da nichts mehr nachwächst.“

„Sie ist untergegangen“, antwortete Putin auf die Frage des US-Talkmasters Larry King, was denn mit dem Atom-U-Boot Kursk passiert sei.

„Natürlich fahre ich in den Iran. Wenn ich dauernd auf alle Drohungen reagieren und auf die Empfehlungen des Sicherheitsdienstes hören würde, dürfte ich nie aus dem Haus gehen.“ (zur Begründung, warum er trotz Morddrohungen in den Iran fahre)

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