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Ukrainische Berserker auf der Bühne... (Foto: vopli.com.ua)
Ukrainische Berserker auf der Bühne... (Foto: vopli.com.ua)
Freitag, 05.02.2010

Vopli Vidopliassova – Kult made in UA erstmals in D

München. Die ukrainische Kultband Vopli Vidopliassova begibt sich zum ersten Mal auf deutschen Boden. "Tam budut tanzi", so heißt das Tour-Motto der vier Bühnenberserker, deren Geschichte mit einer Explosion begann…

Um genau zu sein, es war der Super-GAU von Tschernobyl, der das Leben der vier Studenten nachhaltig beeinflussen sollte. Sie saßen in Kiew, tranken Tee und lasen Dostojewski. Nebenher überlegten sie, was denn zu tun sei, wenn es keine Arbeit mehr gäbe. So gründeten sie kurzerhand die Rockgruppe Vopli Vidopliassova.

Die mächtige Energie, die durch die Reaktorkatastrophe freigesetzt wurde, fuhr unmittelbar in die Musik der jungen Band. Bald waren sie in aller Munde, in allen Beinen und in allen Köpfen der Ukraine. Der ukrainische Politrock von "Vidopliassovs Schreie" rückte die Tragödie im Land etwas in den Hintergrund, die Jugend hatte wieder ein lohnenswertes Ideal.

Den Bandnahmen entlehnte sich Oleg Skripa, der musikalische Kopf der Combo, aus Dostojewskis Novelle „Das Gut Stepantschikowo“. Im Laufe der Zeit hat sich das Quartett mehrfach umformiert, so sind inzwischen neben den Kiewern auch „echte“ Tschernobyler dabei.

Die Welt erobern


Und sie alle werkeln mit wachsendem Erfolg an ihrem Projekt „Tam budut Tanzi“ - „Da wird getanzt.“ War Anfangs noch der Weltraum das große Ziel der Band, hatten sich inzwischen immerhin schon überregionale Erfolge in Weißrussland und Russland bis nach Jakutien eingestellt.

Die Termine
12.02.2010 München, Backstage
13.02.2010 Berlin, Astra Kulturhaus
14.02.2010 Hamburg, Stage Club
Die Fangemeinde wuchs, und sie beschlossen die Welt zu erobern. Durch eine Einladung auf ein Festival nach Frankreich erschlossen sich bisher unerreichbare Länder. Amerika, Israel, Ungarn, England und Portugal standen mit einem Mal auf der Reiseroute.

Sie alle sind Vollblutmusiker, die sich ein Leben ohne Bühne nicht mehr vorstellen könnten. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass auch schon mal eher ungewöhnliche Experimente angegangen werden. So zum Beispiel ein Arrangement mit dem Orchester und dem Chor der ukrainischen Streitkräfte.

Eine sehr lebendige Ukraine


Gänsehautgefühl stellte sich ein, als Vopli Vidopliassova mit 30 Sängern und 50 Militärmusikern den Frühling musikalisch willkommen hießen. Die Menge war begeistert und sang, trunken vor Freude und Wodka, lauthals mit.

Ein weiterer Höhepunkt in der steilen Karriere der Band war sicherlich auch der Auftritt für den damaligen US-Präsidenten Bill Clinton anlässlich seines Staatsbesuchs in der Ukraine im Jahr 2000.

Die Verbundenheit mit ihrem Heimatland äußerten Vopli Vidopliassova mit ihrer Rock-Inszenierung der ukrainischen Nationalhymne „Schtsche ne wmerla Ukrajina“ („Noch ist die Ukraine nicht gestorben“).

Davon kann sich nun auch endlich das deutsche Publikum überzeugen, wenn es zum ersten Mal heißt, „Tam budut tanzi-Germany“. Kult made in Ukraine eben…



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