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So in etwa stellen sich viele westliche Kommentatoren jetzt Russland vor: ein großer demokratischer Trümmerhaufen, nur Putin geht es gut (Foto: vesti.ru)
So in etwa stellen sich viele westliche Kommentatoren jetzt Russland vor: ein großer demokratischer Trümmerhaufen, nur Putin geht es gut (Foto: vesti.ru)
Freitag, 09.03.2012

Gerhard Schröder, Putin und die ganz falsche Demokratie

Thomas Fasbender, Moskau. Wir kennen das aus den deutschsprachigen Medien: Das Volk der Russen, nach kurzem Tauwetter zurückgeworfen in Stagnation, Trübsal und Niedergang, seither dürstend nach Freiheit und Demokratie.

Als Deutsche haben wir natürlich allen Grund, besonders kritisch zu sein. Schließlich haben wir 1945 die Demokratie in Stahlgewittern für uns erobert (hat da jemand gerufen, sie wurde uns geschenkt?).

Mit vollen Hosen ist jedenfalls gut stinken. Und unsere JournalistInnen und PolitikerInnen – moralingeschwängert, besserwisserisch und politisch korrekt bis zum letzten Blusenknopf – lassen keine Gelegenheit aus, ihre Duftmarken zu setzen. Ob andere sie riechen mögen ist ohne Belang.

Eine schwer verdaubare Wahrheit: Die Russen haben Putin eben doch gewählt


So auch in Sachen 4. März 2012. Die interessanteste Erkenntnis aus den Präsidentschaftswahlen hat mit den angeprangerten Unregelmäßigkeiten gar nichts zu tun. Es ist die Tatsache, dass die Mehrheit der Wähler ihren Präsidenten Putin offensichtlich will.

Bei Russland-Aktuell
• OSZE-Gebetsmühlen verstellen den Blick auf den Wandel (06.03.2012)
• Mit einer Träne im Knopfloch - Dialog statt Durchmarsch (05.03.2012)
• Die Revolution bleibt aus: Putin ist nicht zu schlagen (05.03.2012)
• Die Mobilisierung der schweigenden Mehrheit (28.02.2012)
• Putin-Faktor: Opposition jetzt zum Misserfolg verdammt (26.02.2012)
Selbst in Moskau, trotz des Aufbegehrens der so genannten demokratischen Opposition in den vergangenen Monaten, hat deren Kandidat gerade 20, allenfalls (ohne "Unregelmäßigkeiten") 25 oder an die 30 Prozent erreicht.

Doch was lesen wir Medienkonsumenten schwarz auf weiß: dass es die falsche Mehrheit ist. Wohlgemerkt – Demokratie ist nicht, wenn man wählen darf; Demokratie ist, wenn man richtig wählt.

Schröder setzt einen lupenreinen Kontrapunkt


So viel freiwillig gleichgeschaltete Meinung schreit geradezu nach einem Kontrapunkt. Den zu setzen, dazu gibt es Altkanzler wie Gerhard Schröder, der auch gleich trotzig betont, er stehe zu seinem Diktum von Putin als einem lupenreinen Demokraten. Schon aus Lust am Widerspruch wünscht man sich, dass unsere Politiker mit Rückgrat nicht alle im Rentenalter wären.

Schröder würde sicher freimütig eingestehen, dass die Qualität der Lupenreinheit nicht an, beispielsweise, eine Marieluise Beck, Wahlbeobachterin der Grünen, heranreicht. Darum geht es ihm auch nicht. Er will nur die Diskussion vom Kopf wieder auf die Füße stellen. Dahingehend, dass Putin immer noch ein Politiker der Mitte ist, nota bene der russischen Mitte – aber der Mitte. Und dass auch eine "falsche" Mehrheit für Russland immer noch die richtige Mehrheit sein kann.

Russland hat die Regierung, die das Volk verdient


Das ganze Gejammer über die gestohlene russische Demokratie ist für die Katz. Etwa über die „Nötigung zur Stimmabgabe“. So what? Genötigt oder nicht – wäre der Wille dazu vorhanden gewesen, hätte das russische Volk das Putin-System am vergangenen Sonntag in den Orkus gejagt, und kein corriger la fortune der Mächtigen hätte ihm Einhalt geboten.

Bei Russland-Aktuell
• Opposition am Scheideweg – wo führt der Weg hin? (07.03.2012)
• Putin: Es gab Wahlverstöße, sie sind aufzuklären (06.03.2012)
• Oppositionsdemo endet mit Schlägerei und Festnahmen (06.03.2012)
• Der Stimmzettel: Die fünf Bewerber um den Kreml (02.03.2012)
• Demoskopen prognostizieren deutlichen Putin-Sieg (23.02.2012)
Auch die beste Verfassung ist nur eine Gebrauchsanweisung für vernünftiges Miteinander und keine Heilige Schrift. Erst recht im eigensinnigen Russland, wo es einen Sinnspruch gibt: „Gehe nicht mit deiner Ordensregel in ein fremdes Kloster“.

Vor allem aber ist Demokratie, wie die Liebe bei Rammstein, für alle da, also auch für jene, die sich statt ARTE lieber GNTM oder DSDS reinziehen. Mensch ist Mensch, und der Dummbatz hat so viel Stimmrecht wie Helmut Schmidt.

Demokratie ist ein Mitmach-Spiel


Wenn es denn einen Adressaten für die Forderung nach mehr Demokratie gibt, dann das russische Volk, nicht der Kreml. Demokratie wird nicht zugelassen, Demokratie holt man sich. Die einzigen Beispiele zugelassener Demokratien sind Länder, wo amerikanische Truppen siegreich einmarschierten: Westdeutschland nach 1945, Afghanistan nach 2001, Irak nach 2003. Bis auf den deutschen Glücksfall sind die Ergebnisse durchwachsen.

Demokratie ist auch kein Konsumgut, staatlicher Qualitätskontrolle unterliegend. In der Demokratie zapft der Bürger nicht nur den Strom, er treibt auch das Kraftwerk. Er bekommt nur so viel Demokratie, wie er selber erzeugt, wie er verlangt, wie er durchsetzt.

Lupenreinheit hin oder her – hätte es in der Weimarer Republik einen demokratischen Politiker vom Format Putins gegeben, dann wäre vermutlich nicht nur unserem Vaterland unermessliches Elend erspart geblieben. Russland befindet sich in einer historisch analogen Phase.

Und Gerhard Schröder sei Dank, dass er die Diskussion ins Lot rückt und ihre wieder eine reale Dimension verleiht.

In den Worten eines anderen Altkanzlers, Konrad Adenauer: „Nehmen Se de Menschen, wie se sind. Andere jibt et nich.“


Russische Übersetzungen >>>
Thomas Fasbender lebt seit 1992 in Moskau, ist Geschäftsführer der CHECKPOINT RUSSIA und mit regelmässigen Kommentaren auf Russland-Aktuell präsent.



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Baumfreundin 11.03.2012 - 21:29

@Realist

Schröder große Taten ich denke ja!
Auch die Leistung von Putin ist toll!


Baumfreundin 11.03.2012 - 21:27

@Royaler

Sind Sie ein übriggebliebener \"Kalter Krieger\" haben Sie den Quantensprung in der europäischen Politik verpasst?
Ja diese bösen Russen und unsere super guten Freunde und Friedensnobelpreisträtger!


JohannGmelin 11.03.2012 - 16:25

"Demokratie" für Russland

Russland hat überzeugend gewählt und Wladimir Putin als zukünftigen Präsidenten bestätigt.
Wenn der sogenannte \"Westen\" jetzt darüber Gift und Galle spuckt, kann man die russische Bevölkerung nur gratulieren, nicht auf die Sirenenrufe der \"Demokraten\" hereingefallen zu sein.
Die russische Bevölkerung, hat ja ihre Erfahrungen mit dieser Art der \"Demokratie\" in den 90ern gemacht.
Die ehemaligen Staaten des Ostblocks, machen sie seit 20 Jahren. In dieser Zeit, gab es aber noch andere Wirtschaftsverhältnisse.

Nochmals zu diesen \"Demokraten\", finanziert und gestützt von solchen Organisationen wie GOLOS; andere westliche NGO und Parteienstiftungen des \"Westens\". Siehe aktuellen Fall in Ägypten, wo solche Organisationen vor Gericht stehen, wegen \"Einmischung in die ägyptische Innenpolitik\".

Es geht doch diesen \"Demokraten\" nur um die russischen Bodenschätze und Ressourcen, das riesige Land, Kontrolle des Geldes usw., aber nicht um die Völkerschaften in Russland. Diverse Äusserungen bekannter US-Politiker in der Vergangenheit, lassen es doch mehr als vermuten.
Es wird versucht, ordnungspolitisch Russland die \"Herrschaft der Milliardäre\" nach der Reinen Lehre der Neocons überzustülpen.

Alles andere ist \"demokratisches, menschenrechliches, freiheitliches usw.\" Geschwurbel.


jich 10.03.2012 - 16:48

Ergänzend die Forderungen der heutigen Demonstrationen vom 5.März

Copypaster wieder am Werk?

Heute ist der 10.März und Realität sieht so aus:

http://www.youtube.com/watch?v=muiMH7o5tUc

http://rt.com/news/opposition-russia-novy-arbat-245/

Punkte 1-5 sind bereits Realität. Bzw als Gesetzentwurf in Vrobereitung(direkte Gourvenorwahl)
Punkt 6. Ist leeres Geschwafel in bester xy-Manier

Ansonsten wie immer in Ihren Posts: Misslungene Vergleiche zu Stalin(ohne gehts nunmal nicht), Träumereien und einprägsame Schlagwörter ala ´Putin-Clique´!

Setzen, 6!


Royaler 10.03.2012 - 15:20

Wie weiter? Situationsgerecht - oder? 2te


Wie weiter? Situationsgerecht - oder?

Wenn es auch etwas schwierig ist, sich in dem Rundumschlag von Adenauer bis Schroeder zu orientieren, kommt mir doch eine zur Zeit wesentliche Frage in den Sinn: Wieso sind alle Zweifel aus dem Westen oder in Russland in erster Linie anzuzweifeln - was die Legitimität der Wahlen zur Präsidentschaft und zum Parlament zuvor angeht?
Ein bisschen paradox!

... Und der einzige Durchblicker ist dann Herr Schroeder, der in Diensten eines russischen staatstragenden Konzerns arbeitet - oder wie soll das denn der russische Beobachter zum Beispiel nachvollziehen können?

Mir leuchtet dieserart Logik nicht ein und ich möchte gerne alle historikerfahrenen Leser fragen, wer denn mit Sicherheit behaupten kann, Putin habe für eine dritte Amtszeit die Wahl gewonnen. Ist da allein die staatliche Verlautbarung der Maßstab der Beurteilung?

Adenauer mit seiner bekannt klaren situationsangemessenen Optik würde sich vermutlich im Grabe umdrehen bei so viel kurzsichtiger, vermutlich interessegeleiteter Optik; Wahrnehmungsperspektive: anscheinend am liebsten schnell zum… Business as usual als leitendem Prinzip … statt mal wie das russische Volk auf dem Weg zur Kontrolle der Staatsmacht von Grund auf nachzudenken und wirklich zu prüfen und prüfen zu lassen und dazu aufzufordern und dabei nicht nachzulassen.

Denn: Welchen Partner … ohne Glaubwürdigkeit?! … hätten dann alle auf Dauer von weiteren 6 oder dann nochmal mindestens 6 Jahren? … (Nur zum Vergleich: Stalin hat es durch ein nahezu perfektes System der Unterdrückung auf ca. 25 Jahre Herrschaft über alle Russen gebracht.)

Dauerhafte Aufmerksamkeit und Kontrolle! Ohne sich einschüchtern zu lassen von wem auch immer. Das wäre klug und situationsgerecht, wenn man sich wirklich auf den Weg zu Demokratischem begeben möchte, begonnen eben mit diesen Präsidentschaftswahlen und ihrem Vorspiel, den Parlamentswahlen - weil alles nicht legitim war im Sinne des Wortes.

Ergänzend die Forderungen der heutigen Demonstrationen vom 5.März, die einen langen Weg mit einem großen Renovierungspaket anmahnen:

1. Unabhängigkeit des Rechtssystems, also Rechtsstaatlichkeit

2. Medienzensur beenden, also reale Pressefreiheit

3. Direktwahl der Gouverneure, also
föderale Stärkung

4. Neuwahlen zu Staatsduma und zur Präsidentschaft, also freie etc. Wahlen

5. Freilassen der meist unter Vorwänden Inhaftieren, also Politische Gefangene sollen frei sein und frei agieren können

6. Und ein Bündel politischer Reformen, die naturgemäß noch überdacht und koordiniert werden müssen im Oppositionslager

Nachsatz: 100.000 auf der Straße wäre schön gewesen für das Gefühl, dass es wirklich eine Masse an Protestlern gibt – vermutlich muss man sich gründlicher organisieren und koordinieren, um dann bei schöneren Temperaturen für angenehme Spaziergänge in guter Gesellschaft wieder da zu sein, immer im Sinne des weißes Bandes samt Luftballons, was alle vereint gegen die amtierende Staatsmacht,

es böte sich monatlich der Tag der illegitimen Präsidentschaftswahl an,
der 4. jeden Monats, oder der darauffolgende Sonntag, als Oppositionsgedenktag gegen die Putin-Clique.


jich 10.03.2012 - 12:44

fruzzo

So etwas?
http://de.rian.ru/russia/20110305/258498325.html

http://www.youtube.com/watch?v=3ynB2CjtXhQ
http://www.youtube.com/watch?v=SEq-OkxNSPg
http://www.youtube.com/watch?v=57Ok_4qpOak
Und falls Sie auf eine Debatte gegen zwischen Putin und den Kandidaten anspielen, dann sollten diese doch sehr froh sein, dass es dazu nie kam!
Das wäre so als ob ein hungriger Wolf paar geradegeschlüpfte Küken zerfleischt.
Und das mit den 6 Jahren Amtszeit ist entgegen aller Annahmen demokratisch in der Duma beschlossen worden, unfassbar oder?

Mehr haben Sie nicht auszusetzen?
Habe Sie schon die 4 Amtszeiten des ´Dicken´ von der CDU oder Merkels neuentdeckten diktatorischen Drang sich schon wieder für eine (3.) Amtszeit einzusetzen vergessen ????!!!!!111111


Guennie 10.03.2012 - 11:14

Recht hat er, der Schröder

und sagt damit das, was andersdenkenden Deutschen zur Ehre gereicht. Mich nerven die ständigen Einschätzungen und Ratschläge von Leuten die Russland vielleicht gerade mal so auf der Landkarte finden würden. Wieso glauben diese Leute zu wissen, was für das russische Volk gut ist. Wieso kritisieren deutsche Politiker,aber vor allem die Medien, die Lichtjahre von der Realität in Deutschland und Lichtjahre vom Bürger entfernt sind einen Putin, der den Kontakt zum Volk sucht und hat? Über 60 Prozent Zustimmung, davon träumt jede deutsche \"Volkspartei\". Stattdessen kübelweise Neuigkeiten über die Pläne der Opposition in Russland. Man hat den Eindruck die deutsche Presse weiss mehr über die Ziele der \"Opposition\" als jene selber.
Die undemokratischste Amtsbesetzung eines Präsidenten in diesem Jahrtausend findet nicht in Russland sondern in Deutschland statt. Darüber kein Wort im deutschen Blätterwald. Das Ziel ist klar, man hat ja Putin, den jeder kleine Wadenbeisser anpinkeln kann.
Der deutsche \"Präsident der Herzen\" wurde von einem Einheitsparteigremium, das sich die Freiheit herausnimmt für alle Deutschen sprechen zu wollen, ernannt und wird am 18. März nur noch durch eine Scheinwahl pro forma bestätigt. Eine Schauwahl ist das, für die man sich nur schämen kann! Ich jedenfalls gratuliere Herrn Putin zum Wahlgewinn.


fruzzo 10.03.2012 - 08:36

Youtube

Werter jich,

posten Sie kurz noch einen LInk zu einer Diskussionsrunde mit Putin, in der er sein Programm vorstellt und Stellung dazu nimmt, warum er nach zwei Amtszeiten als Präsident und einer als Ministerpräsident meint, ein drittes Mal als Präsidentschaftskandidat antreten zu müssen (dieses Mal mit einer verlängerten Amtszeit von sechs Jahren)?
Vielen Dank!
fruzzo


jich 10.03.2012 - 03:20

xy, fruzzo, royaler

xy, ein inhaltsleerer und somit wertloser Beitrag, wie immer.

fruzzo,
>seit-1992 dabei´´-Kommentar
Ob Sies glauben oder nicht, das ist durchaus ein Faktor. Im Gegensatz zu einer Anne Gellinek von den GEZ-´´Resursy´´ sehe ich bei Herrn Fasbender eine Analyse samt einem roten Faden. Während eine Gellinek lauter Fazite von sich gibt, bei denen eher Wunsch oder der für die Westmedien typische ´´demokratische Konsensus´´ Vater des Gedanken ist!

Sie wollen sich also mit russischen Medien auskennen, wo Sie keine Debatte gesehen haben? Sehen Sie da:
http://www.youtube.com/watch?v=6B0LR7mn7-k
http://www.youtube.com/watch?v=bIqWoIbO7Pk
http://www.youtube.com/watch?v=lmHQYwIcyY8
http://www.youtube.com/watch?v=fxF-jfsE3QQ
http://www.youtube.com/watch?v=h8XXGy_1ZDQ
http://www.youtube.com/watch?v=nC2ctvT9Lyo
http://www.youtube.com/watch?v=cI6we2pE_cc
http://www.youtube.com/watch?v=qm26vzIYDMI

Alles Staatsmedien und innerhalb von einer Minute auf Youtube gefunden.
Von Echo Moskwy\'s 24/7 Marathone gegen Putin auf Kosten des Steuerzahlers nicht zu sprechen...
Und da wir schon beim Internet sind:
Kein anderes Land in Europa hat im Internet, was frei von jeglicher Zensur ist,
so viele Nutzer. 60 Millionen Menschen. Für wen TV-Propaganda zu viel ist(wie für mich in den deutschen Medien), findet dort genug Meinungen.
Und wer russischen Medien überhaupt nicht traut, kann auf Inosmi.ru die´freie westliche Presse´ auf russisch übersetzt genießen: von russophoben osteuropäischen Neo-Demokraten, über Springerverlag(´´Leitlinie #3: Support von Nato´´), bis hin zu amerikanischem CNN und Fox News.
Ebenso ein kostenfreier Service der ´Adminresursy´!
Also bitte informieren, bevor Sie Propagandapapageien spielen!
PS: Das RTR hat während der Wahlphase ´Air-Time´ gemessen, Ergebnis:
Zyuganov vor Putin! Nicht schlecht, oder?


Royaler, Ihre Texte sind schwierig zu lesen: Bitte lange Texte nach Themen durch Absätze trennen. Erinnern Sie sich nicht zufälligerweise an den Spruch ´Der Dicke muss weg!´?
(Wenn nicht, sind Sie für diese Unterhaltung eindeutig zu jung!) Dieser Zitat ist bei mir länger im Gedächtnis geblieben, als ´Lupenreiner Demokrat´, weil das erstere die heutige lächerliche Argumentation der Westmedien gegen Putin ist, denke ich.


Royaler 10.03.2012 - 01:11

Wie weiter? Situationsgerecht - oder?

Wenn es auch etwas schwierig ist, sich in dem Rundumschlag von Adenauer bis Schroeder zu orientieren, kommt mir doch eine zur Zeit wesentliche Frage in den Sinn: Wieso sind alle Zweifel aus dem Westen oder in Russland in erster Linie anzuzweifeln - was die Ligitimität der Wahlen zur Präsidentschaft und zum Parlament zuvor angeht? Ein bisschen paradox!\\r\\nUnd der einzige Durchblicker ist dann Herr Schroeder, der in Diensten eines russischen staatstragenden Konzerns arbeitet - oder wie soll das der russische Beobachter zum Beispiel dann nachvollziehen können?\\r\\nMir leuchtet dieserart Logik nicht ein und ich möchte gerne alle historikerfahrenen Leser fragen, wer denn mit Sicherheit behaupten kann, Putin habe für eine dritte Amtszeit die Wahl gewonnen. Ist da allein die staatliche Verlautbarung der Maßstab der Beurteilung?\\r\\nAdenauer mit seiner bekannt klaren situationsangemessenen Optik würde sich vermutlich im Grabe umdrehen nei soviel kurzsichtiger, vermutlich interessegeleiteter Optik:\\r\\nlieber Business as usual als leitendem Prinzip - statt mal wie das russische Volk auf dem Weg zur Kontrolle der Staatsmacht von Grund auf nachzudenken und wirklich zu prüfen und prüfen zu lassen und dazu aufzufordern und dabei nicht nachzulassen, denn welchen Partner - ohne Glaubwürdigkeit?! - hätten dann alle auf Dauer von weiteren 6 oder dann nochmal mindestens 6 Jahren?\\r\\n(Nur zum Vergleich: Stalin hat es durch ein nahezu perfektes System der Unterdrückung auf ca. 25 Jahre Herrschaft über alle Russen gebracht.)\\r\\n\\r\\nDauerhafte Aufmerksamkeit und Kontrolle! Ohne sich einschüchtern zu lassen von wem auch immer. Das wäre klug und situationsgerecht, wenn man sich denn auf den Weg zu Demokratischem begeben möchte, begonnen eben mit diesen Präsidentschaftswahlen und ihrem Vorspiel, den Parlamentswahlen - weil alles nicht legitim war im Sinne des Wortes.


fruzzo 09.03.2012 - 22:57

Wow!

Wow, endlich wieder einer dieser fundierten „Der-Westen-weiß-gar-nichts,-ich-allein- bin-der-einzige-Russland-Versteher-weit-und-breit,-schließlich-bin-ich-schon-seit-1992 dabei“-Kommentar des Experten Thomas Fassbender! Klar hätte Putin auch ohne die Unregelmäßigkeiten gewonnen – kein Wunder bei der Medienpräsenz im staatlichen Fernsehen!

Schon mal was von „Adminresursy“ gehört? Es findet keine Meinungsbildung, keine Debatte über KandidatInnen und Programme statt, die zu einer Demokratie gehören – dass ist das eigentliche Problem, was aber schon vor dem 4. März klar war.

Aktuell.ru scheint es wirklich schlecht zu gehen, wenn man darauf angewiesen ist, sogar die Anzeigenkunden Kommentare schreiben zu lassen – zu einem gesteigerten Niveau der Analyse bedarf es mehr als nur des eingefahrenen Blicks eines eisenharten Expats zahlender Beraterfirmen...


xy 09.03.2012 - 21:49

Wenn es denn einen Adressaten für die Forderung nach mehr Demokratie gibt, dann das russische Volk, nicht der Kreml.

So viel Worte, so viel Unsinn. Einfach mal bei einer Wahl nicht betrügen und unliebsame Parteien von der Wahl ausschließen, dann ist alles O.K. Dann kann Putin noch hundert Jahre Präsident sein, wenn er so lange lebt und so lange gwählt wird. Alles Gute.


jich 09.03.2012 - 21:15

Solche Artikel, wie dieser sind der Grund, warum ich damals aktuell.ru anfing zu lesen. Danke an Herrn Fasbender für die klaren Aussagen!

Klar können es die Durchschnittsleser wie stuartpet, xy oder Royaler nicht nachvollziehen, liest man jedoch deren Posts gründlicher, merkt man deren chinagroßen Wissenslücken was die Thematik angehen. Alles was da geboten wird, sind bildgewaltige Verallgemeinerungen ala \"Demonstranten niederknüppeln\", \"Putins eiserne Hand\", \"keine Demokratie\", \"von Korruption zerfressen\" und gräbt zum Vergleich aus der Geschichte Namen wie \"Stalin\"(Dschhugaschwili zu schreiben traut sich keiner) aus.

Genau wie die russische liberale, \"vom System ausgeschlossene\" Opposition liest man hier keine konkreten Beispiele für die Aussagen und bedient sich stattdessen einer Reihe von Slogans und Klischees.
Verständlich, denn würde man eine Diskussion abseits von Emotionen und Verallgemeinerungen führen und Zahlen und Fakten zum Vergleich ziehen, so müsste man sich mit der guten alten, langweiligen und zeitaufwendigen Recherche beschäftigen nur um am Ende als ahnungsloser und ignoranter Westmedienpapagei zu stehen...


Paulsen-Consult 09.03.2012 - 18:32

Schröder ist trotzig und steht zu seinem \"lupenreinen Demokraten\", er kann es sich leisten, die westlichen Medien sind besserwisserisch und können es sich leisten. Putin ist eher ein Machtmensch, der auch mal nicht so genau auf den Rechtsstaat achtet, er kann es sich leisten, kein lupenreiner Demokrat zu sein, jeder kann sich hier seinen Kommentar leisten und Herr Fassbender seinen Artikel.
Die Frage ist, was können sich die einfachen Russen leisten? Da liegt der Knackpunkt! In seinem umstrittenen Interview hat Schröder, den ich persönlich überhaupt nicht leiden kann, was ich mir leisten kann, etwas extrem richtiges vorgeschlagen:
Eine wirtschaftliche Modernisierungspartnerschaft zwischen Deutschland und Russland. Das können wir uns leisten und deshalb sollten wir das auch tun! Dabei geht es auch um den aktiven russischen Mittelstand, der Arbeitsplätze schaffen kann, dem aber die Rechtssicherheit fehlt. Deshalb sollten wir uns Kritik an der russischen Regierung auch weiterhin leisten!


stuartpet@googlemail.com 09.03.2012 - 16:57

zu Schröder nur so viel

Des Brot ich eß, dessen Lied sing ich.


stuartpet@googlemail.com 09.03.2012 - 16:34

Mir kommen die Tränen ob solcher großen Worte. Haben Sie mit den Unternehmern in Rußland gesprochen, deren Firmen von der Politmafia sich unter fadenscheinigen Gründen angeeignet wurden. Wo steht überhaupt dass ein reicher Unternehmer nicht nach der Macht greifen darf ? Unter einer bestimmten Größe braucht man in Rußland garnicht antreten, sonst gerät man gleich zwischen die Mühlsteine. Putin läst noch heute die Demonstranten zusammenknüppeln, obwohl er die Macht hätte das zu unterbinden. Viele russische beklagen die Skrupellosigkeit staatlicher stellen, wenn es um Bestechung geht. Rechtssicherheit ist für den einfachen Mann ein Lotteriespiel. Wer soll da noch nach Rußland gehen, um eine Firma zu grünen. Fast jeder Polizist ist korrupt, vom Kleinsten bis zum Offizier. Da haben nur große Firmen wie Mercedes usw. Chancen auf dem russischen Markt. Alles andere wird ausgenommen, oder durch die Rechtsunsicherheit in den Ruin oder kalte Enteignung kaputt gemacht. Durch fast 100 Jahre unmenschlicher Diktaturen sind die Menschen für demokratische Spielregeln versaut. Lenin, Stalin,Berija,Breshnew,haben ganze Arbeit geleistet. Die haben die Seelen der Menschen auf Generationen zerstört. Wenn sich in den kommenden Jahren die Menschen aber ihrer Kraft bewusst werden und endlich ihr Land vom Geheimdienst und den alten Kadern befreien, dann kann ein neues und besseres Rußland wachsen. Die Ansätze sind schon da.


der Realist 09.03.2012 - 15:11

Der Lupenreine Demokrat

Alle wissen es besser, haben wir nicht aus der Geschichte gelernt, ein Land was 70 Jahre keine demokratischen Strukturen hatte, kann nicht von heute auf morgen demokratisch regiert werden, Demokratie muss gestaltet, und gelebt werden, der Bürger muss in diesen Prozeß eingebunden werden,dieser Lernprozeß steht den Russen noch ins Haus, wer sich an den Vorgänger vor Putin erinnert, weiß was es heißt einen Mann der Taten, zu haben, der Ordnung schafft, wir erinnern uns an Personen die unter dem Trinker sehr schnell Reich wurden, und dann versuchten nach dem Zarenzepter zu greifen. Nicht alles ist Richtig was in Moskau geschieht, aber wer macht schon alles richtig. Wir bedenken...!!!! Allen Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann... auch Putin ist kein Übermensch, was er leistet ist sehr beachtlich. Er hat der Dame mit den drei Knöpfen (Bundeskanzlerin der deutschen) angeboten mit der EU eine Freihandelszone bis Vladiwostock einzurichten. Aber die Dame hat nicht es nicht begriffen, wass es für Europa bedeutet, einen Markt, der unsere Produkte und unsere Dienstleistungen wie ein Schwamm aufnimmt,zu gestalten sie lässt das einfach Kalt ablaufen, Russland hat Energiereserven die wir dringend benötigen, Die Entwicklung dieses Landes mit unseren know how zu Fördern ist ein Segen für den Frieden in Europa, Asien und er ganzen Welt ein Angebot was einfach verpufft ist, eben wo die Einsicht zur Realität nicht vorhanden ist, hilt auch die Götterdämmerung der Pastoren Tochter nicht, es reicht einfach nicht, der Tellerrand war zu Hoch ...Erschreckend für Deutschland, hoffen wir das wir Deutschen diesem einfallslosen Gehabe durch unsere Stimme am Wahltag ein Ende bereiten, die demokratischen Kräfte in Deutschland sind aufgerufen durch Ihre Stimmen diesem Handeln endlich Einhalt zu Gebieten.\\\\\\\\r\\\\\\\\nein Bürger der sich große Sorgen macht, wie diese Dame unserer Kapital duch Unfähigkeit verspielt.\\\\\\\\r\\\\\\\\nViele beneiden Gerhard Schröder, und blicken voll Mißgunst auf seine Leistungen für mich ist er einer der ganz Großen, die es Anpacken, und nicht nur Schwafeln ...\\\\\\\\r\\\\\\\\n


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