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Rund 20.000 Menschen kamen zur Oppositionsdemo am Puschkin-Platz (Foto: RIA Nowosti)
Rund 20.000 Menschen kamen zur Oppositionsdemo am Puschkin-Platz (Foto: RIA Nowosti)
Dienstag, 06.03.2012

Oppositionsdemo endet mit Schlägerei und Festnahmen

Moskau. Die Polizei hat am Montagabend Hunderte Demonstranten festgenommen, die im Zentrum gegen Premier Wladimir Putin protestierten. Unter den Festgenommenen sind auch mehrere prominente Oppositionelle.

Einen Tag nach dem Sieg von Wladimir Putin bei der Präsidentenwahl glich das Moskauer Stadtzentrum einer Festung. Gut 12.000 Sicherheitskräfte, darunter auch zahlreiche Sondereinheiten sollten für einen geordneten Ablauf der Demos sorgen – immerhin liefen die Kundgebungen von Putin-Anhängern und Opposition parallel.

Wenig los bei Pro-Putin-Demo


Während bei den Putin-Anhängern einen Tag nach den Jubelfeiern die Luft offenbar raus war – der Manege-Platz blieb mit 15.000 Teilnehmern halb leer und bereits weniger als eine Stunde nach Beginn der Veranstaltung um 19 Uhr strömten viele Teilnehmer schon der Metro zu – ging es bei der Opposition emotional zu.

Rund 20.000 kamen nach Angaben von Wladimir Ryschkow zum Puschkin-Platz, die Polizei spricht von 15.000 Teilnehmern. Sie skandierten „Schande“, „Für faire Wahlen“ und „Russland ohne Putin“ und forderten eine Neuansetzung sowohl der Duma-, als auch der Präsidentenwahl, die ihrer Meinung nach manipuliert wurde.

Unter den Sprechern auf der Rednerbühne war auch der bei der Wahl unterlegene Milliardär Michail Prochorow, der bereits vorher angekündigt hatte, eine neue Partei zu gründen, um politisch aktiv zu bleiben.

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• Nach der Wahl: Kundgebungen pro und contra Putin (05.03.2012)
• Die Revolution bleibt aus: Putin ist nicht zu schlagen (05.03.2012)
• Opposition spricht von massenhaften Manipulationen (04.03.2012)
• Oppositions-Demo am 5. März im Zentrum genehmigt (02.03.2012)

Gewalt nach dem Ende der genehmigten Kundgebung


Auch nach dem Ende der genehmigten Kundgebung blieben viele Teilnehmer auf dem Platz. Der Anführer der Linken Front Sergej Udalzow und der Abgeordnete Ilja Ponomarjow (Gerechtes Russland) hatten bereits vor dem Meeting angekündigt, als Zeichen des Protests den Puschkin-Platz nicht zu verlassen. Mehrere Tausend Menschen folgten dem Beispiel.

Gegen 21:30 Uhr griffen dann die Polizeikräfte ein. Unter dem Einsatz von Rauchbomben drängten sie die Menge am Brunnen so zusammen, dass einige Demonstranten in den Brunnen fielen. Etwa 30 – 40 Personen wurden dabei festgenommen.

Die Bereitschaftspolizei war zwar mit enorm starken Kräften aufmarschiert, setzte aber keine Schlagstöcke ein wie sonst oft. Nach Polizeiangaben hatten Demonstranten selbst Feuerwerkskörper gezündet.



Polizei und Demonstranten werden handgreiflich


Gewalt ging allerdings auch von einigen Demonstranten aus: So versuchten, einige Nationalisten die Polizeisperren in Richtung Twerskoi Boulevard zu durchbrechen. Sie wurden festgenommen, einige mit Rauchbomben ausgestattete Anarchisten abgedrängt. Weitere Verhaftungen erfolgten entlang der Einkaufsstraße Twerskaja, nachdem es einigen Teilnehmern der Demo gelungen war, die Absperrungen der Polizei zu durchbrechen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti spricht von rund 250 Festgenommenen, der Oppositionsführer Boris Nemzow hingegen von 300 – 500. Unter ihnen waren auch der bekannte Blogger Alexej Nawalny, Linkspolitiker Udalzow, Umweltaktivistin Jewgenia Tschirikowa und der liberale Politiker Ilja Jaschin.

Oppositionsführer nach Verhör wieder frei


Alle wurden nach einem Verhör auf dem Polizeirevier kurz nach Mitternacht auf freien Fuß gesetzt. Ihnen wird der Verstoß gegen das Demonstrationsrecht vorgeworfen (Höchststrafe ist eine Geldbuße von 50 Euro), einzig Jaschin muss sich wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt (15 Tage Arrest möglich) verantworten.

„Die Opposition klagt über die unverhältnismäßig harte Anwendung von Gewalt: „Ich weiß z.B. genau, dass Aljona Popowa (Assistentin des Abgeordneten Ilja Ponomarjow) der Arm gebrochen wurde. Das ist reine Willkür“, erklärte Nemzow.

Neuer Marsch geplant


Aufgrund der Vorfälle am Montagabend hat die Opposition die geplanten Demonstrationen am Dienstag und Mittwoch abgesagt. Man habe sich mit der Stadtverwaltung nicht über einen Ort für die Veranstaltungen einigen können, erklärte Udalzow am Dienstagmorgen nach seiner Freilassung.

Stattdessen will sich das Organisations-komitee „Für faire Wahlen“ auf die Organisation eines Marsches am 10. März konzentrieren. „Die Abstimmung über die Route und andere Details der Veranstaltung findet heute im Rathaus statt“, teilte Udalzow mit.



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jich 06.03.2012 - 17:21

Oppositionsdemo endet mit Schlägerei und Festnahmen

Provokationen, Schlägereien, Gewalt-Eskalation, unbekannte Scharfschützen auf den Dächern, die auf beide Parteien schießen - ein altbewährtes Rezept für ein Revolutionsfundament.

Russland hat aus der Geschichte gelernt, Revolution ist vorerst auf Eis gelegt...


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