Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Russland-Aktuell zur Startseite machen


US-Senator Richard Lugar: Die Einstellung von Energielieferungen könnte den Bündnisfall bedeuten (Foto: US State Department).
US-Senator Richard Lugar: Die Einstellung von Energielieferungen könnte den Bündnisfall bedeuten (Foto: US State Department).
Dienstag, 28.11.2006

Nato-Gipfel Riga: Militarisierung der Energiediskussion

Moskau. Horror-Szenario: Die Bundeswehr rückt an den russischen Pipelines auf sibirische Gasfelder vor, weil Polen Preisforderungen von Gazprom ablehnt. Kein Unsinn, wenn die Rede eines US-Senators beim Nato-Gipfel wahr wird.

Ein Konflikt bei der Energieversorgung, so sagte im Vorfeld des Nato-Gipfels in Riga der Vorsitzende des US-Senatsauschusses für Außenpolitik, könne den Bündnisfall für die Nato bedeuten.

Wenn Länder wie Russland oder der Iran Energielieferungen zu politischer Erpressung nutzen, sei dies gleichbedeutend mit einem Angriff gegen ein Mitglied der Nato, so US-Senator Richard Lugar. Dies sei, sagte der Senator, keine theoretische Frage für die Zukunft, sondern bereits Realität.

Bei Russland-Aktuell
• Georgien droht mit Veto bei Russlands WTO-Beitritt (16.11.2006)
• Bush gibt grünes Licht für WTO-Beitritt Russlands (10.11.2006)
• Ölkonzern TNK-BP wegen Lizenzstreit unter Druck (09.11.2006)
• G-8: Merkel fürchtet Energieabhängigkeit nicht (17.07.2006)
• Visa und Energie Themen bei EU-Russland-Gipfel (25.05.2006)
Mit dem Gaslieferstopp gegenüber der Ukraine habe Russland bereits politische Erpressung betrieben. Nur die harte Reaktion der Nato habe schlimmeres verhindert. Die Nato müsse festlegen, wie das Bündnis reagieren werde, wenn sich dies gegen Deutschland, Polen, Ungarn oder Lettland wiederhole, forderte der republikanische US-Senator. Es gebe keinen Unterschied zwischen dem Einsatz von Energielieferungen als Waffe und einer militärischen Blockade oder Machtdemonstration an den Grenzen eines Landes.

Lugar schränkte in seiner Rede zwar ein, seitens der Nato sei darauf keine militärische Reaktion nötig. Er empfahl aber, regelmäßig Nato-Manöver vom Typ Reforger abzuhalten, bei denen zu Zeiten des Kalten Krieges massive Truppen- und Waffentransporte nach Europa zur Abwehr eines sowjetischen Angriffes geübt wurden.

Die neuen Reforger-Manöver müssten sich darauf konzentrieren, wie die Nato Energielieferungen an ein Mitgliedsland sicherstellen könne, das politisch erpresst wird, erklärte der US-Senator.

Ein Szenario für einen Bundeswehreinsatz auf der Halbinsel Jamal ist dies sicher noch nicht – aber die Militarisierung der Energiediskussion hat der US-Senator immerhin geschafft. Und ganz nebenbei nicht nur Russland an den Iran und die „Achse des Bösen“ angebunden, sondern auch gleich noch den Polen in kommenden Konflikten mit Russland Rückendeckung aller Art versprochen.

Es scheint tatsächlich, als ob Europa Schritt um Schritt wieder in eine Konfrontation hineinrutscht, die in den vergangenen Hundert Jahren schon zweimal zu Katastrophen führte. Dies wird in Zukunft bei allen Debatten um die Energieversorgung zu bedenken sein.

Gisbert Mrozek (gim/.rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 28.11.2006
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Siegmund/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Neues aus dem Kreml

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru