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Retter in der not: Nur ein Hubschrauber konnte den Wissenschaftler vom Polar-Eis holen (Foto: mvk.ru)
Retter in der not: Nur ein Hubschrauber konnte den Wissenschaftler vom Polar-Eis holen (Foto: mvk.ru)
Mittwoch, 12.03.2008

Herzinfarkt am Nordpol: Wissenschaftler ausgeflogen

Murmansk. Medizinischer Notfall in der Treibeis-Forschungsstation SP-35 im Nordmeer: Ein Petersburger Polarforscher erlitt einen Herzinfarkt und musste evakuiert werden. Innerhalb von 26 Stunden wurde er gerettet.

Der Notruf von der auf dem Treibeis im Nordpolarmeer driftenden Station erreichte das Petersburger Arktis- und Antarktis-Forschungsinstitut gestern um 11.40 Uhr. Die Wissenschaftler baten daraufhin die russischen Grenztruppen um eine Hilfsaktion, da der Kranke so schnell wie möglich in eine Klinik gebracht werden musste.

Der "Fahrtweg" der Polarstation SP-35. Links unten ist der Polararchipel Franz-Josef-Land. (Bild: oceanographers.ru)
Der "Fahrtweg" der Polarstation SP-35. Links unten ist der Polararchipel Franz-Josef-Land. (Bild: oceanographers.ru)
Die Grenztruppen stellten auch ein Transportflugzeug und zwei Hubschrauber bereit, die aber erst am nächsten Tag hätten starten können. Die Operation konnte dann aber deutlich beschleunigt werden, da sich eine Petersburger Helikopter-Firma bereit erklärte, eine auf Spitzbergen stationierte Mi-8 in Marsch zu setzen.

Der Helikopter flog daraufhin noch in der Nacht über die Barentssee zum Flugfeld Nagurskaja, das die russische Armee auf Franz-Josef-Land unterhält. Dort traf kurz darauf eine in Workuta gestartete Antonow-26 der Grenzer ein, die einen Arzt an Bord hatte.

Per Helikopter und Flugzeug in eine Murmansker Klinik


Nach zwei Stunden und 45 Minuten Flug erreichte der Helikopter dann mit dem Mediziner an Bord die Forschungsstation in der Nähe des Nordpols. Dort konnte der Hubschrauber aus Vorräten aufgetankt werden und trat eine Stunde später den Rückflug an.

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• Deutscher nimmt an russischer Nordpolexpedition teil (31.08.2007)
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• 4.000 Meter tief: Russische U-Boote ergründen Polarmeer (02.08.2007)
Von Nagurskaja aus, der nördlichsten Siedlung Russlands, brachte die An-26 den Kranken dann heute Vormittag nach Murmansk, wo er in jetzt einem Hospital des Katastrophenschutzes behandelt wird. Der Wissenschaftler sei außer Lebensgefahr.

Die Forschungsstation SP-35 wurde im September 2007 auf dem Treibeis nordöstlich von Sewernaja Semlja offiziell gestartet. Gemeinsam mit ihrer Eisscholle ist die Expedition seitdem etwa 1500 Kilometer nach Westen gedriftet – wobei fast die ganze Zeit Polarnacht herrschte. Erst Anfang März setzte jeden Tag für einige Stunden Dämmerlicht ein. Gegenwärtig befindet sich SP-35 nördlich des 85. Breitengrades und bekam nur gelegentlichen Besuch durch Eisbären, die es zu verjagen galt, so das federführende Forschungsinstitut.

Die 24 Wissenschaftler, darunter auch der Deutsche Jürgen Graeser, nutzen ihren einmaligen Standort in Nordpolnähe zur Klima- und Meeresbeobachtung.



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