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Viktor Iwanow ist Präsidentenberater (Foto: NTW)
Viktor Iwanow ist Präsidentenberater (Foto: NTW)
Aktualisiert 18.11.2011 10:04

Viktor Petrowitsch Iwanow

Chef der Anti-Drogenbehörde.

Zitate: Im Leben muss man seine Einschätzungen immer neu überdenken.

Geboren: 12.05.1950 in Nowgorod.

Laufbahn: Studium an der Hochschule für Elektrotechnik in Leningrad; seit 1977 im KGB, u.a. Einsatz in Afghanistan (1988-1989); Leitender Beamter in der Stadtverwaltung St. Petersburg. Nachdem Bürgermeister Anatoli Sobtschak 1996 die Wahl verliert, wechselt Iwanow für zwei Jahre aus der Politik in die Geschäftswelt und wird zum Chef eines Telekom-Unternehmens in St. Petersburg. Seit 1998 Abteilungsleiter in der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB, später stellvertretender FSB-Direktor. Seit 5. Januar 2000 in der Präsidialadministration. 2008 von Präsident Dmitri Medwedew zur Antidrogenbehörde versetzt und gleichzeitig als Aufsichtsratschef bei Aeroflot und Almas Antei abgelöst.

Freunde: Wladimir Putin, Boris Gryslow, Nikolai Patruschew, Raschid Nurgalijew, Sergej Iwanow, Igor Setschin, Wladimir Ustinow,

Feinde: Dmitri Medwedew. Wladimir Jakowlew, Gennadi Sjuganow, Grigori Jawlinski, Juri Tschaika, Dmitri Kosak, Wladislaw Surkow, Anatoli Tschubais, Ilja Klebanow, Boris Beresowski, Alexander Ruzkoi, Michail Chodorkowski.

Skandale: Gilt als einer der Beteiligten im Skandalfall „3 Kita“. Der Möbelimporteur „3 Kita“ bezahlte bei der Einfuhr von Möbeln keine Steuern. Als die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm, wurden die untersuchenden Beamten entlassen. Es wird vermutet, dass Iwanow zusammen mit Ustinow und Serdjukow dahinter steckt.

Familie: Verheiratet. Ein Sohn und eine Tochter.

Hobbys: Nicht bekannt.


Laufbahn:
Iwanow ist, obwohl er sich stets im Hintergrund hält, einer der einflussreichsten Männer in der russischen Politik (Foto: Nesawissimaja Gaseta)
Iwanow ist, obwohl er sich stets im Hintergrund hält, einer der einflussreichsten Männer in der russischen Politik (Foto: Nesawissimaja Gaseta)
Seit Mai 2008 Chef der Anti-Drogenbehörde. Im gleichen Jahr wird er aus den Aufsichtsräten von Aeroflot und Almas Antei entfernt.

März 2004 - Mai 2008 – Berater des Präsidenten. In der Präsidialadministration war er unter Putin für Kaderfragen zuständig. Medwedew hat ihn und Setschin in einer ersten Amtshandlung aussortiert.

Seit 2004 Aufsichtsratsvorsitzender bei „Aeroflot“.

Seit 2002 - leitet er den Aufsichtsrat des Konzerns für Luftabwehrwaffen „Almas-Antei“, der Flak-Raketen des Typs S-300 herstellt.

2000 – 2004 Stellvertretender Leiter der Präsidialadministration, verantwortlich für Kaderfragen. Nach der Reform des Verwaltungsapparats nur noch Berater aber mit dem gleichen Aufgabenbereich.

1999 – Stellvertretender FSB-Direktor, zuständig für den Bereich Wirtschaftssicherheit.

1998 – 1999 – Leiter der Abteilung für inneren Sicherheit

1996 – 1998 - Generaldirektor der AG „Teleplus“ (Ausstãahlung und Gerätemontage für Fernsehsender, darunter auch CNN und Euronews)

1994 – 1996 - Leiter der Kaderabteilung in der Stadtverwaltung von St. Petersburg. Verließ den Posten gemeinsam mit Putin nach der Wahlniederlage von Sobtschak.

1994 – vom FSB im Rang eines Obersts der Reserve entlassen.

1990 – Direktor des Fonds für wirtschaftliche Zusammenarbeit „Basis“.

1990 - registrierte er das Kleinunternehmen „Block“ zusammen mit Boris Gryslow und Walentin Tschujkin

1987 – 1988 – Dienst in Afghanistan (Mitglied der Sabotage-Gruppe „Kaskad“).

Seit 1977 Dienst beim KGB. Vom einfachen Ermittler diente er sich zum Leiter der Abteilung „Schmuggelbekämpfung“ hoch. Besuchte dabei auch die Offiziersschule des KGB.

1975 – 1977 – Ingenieur des wissenschaftlichen Produktionsbetriebs „Vektor“ in Leningrad als Radiotechniker.

1974 – Armeedienst.

1974 - Abschluss des elektrotechnischen Instituts für Funk „Bontsch-Brujewitsch“ als Radiotechniker

Freunde und Team:
Gehört zum Kommando der Petersburger „Tschekisten“. Iwanow und Setschin gelten als die informellen Anführer dieser Clique. Dazu zählen weiter: Wladimir Putin, Boris Gryslow. Nikolai Patruschew, Raschid Nurgalijew, Sergej Iwanow, Viktor Saostrowzew, Wladimir Ustinow. Georgi Poltawtschenko, Sergej Pugatschow, Alexander Beljaninow,

Ist außerdem mit den Afghanistan-Veteranen Alexander Gromow (Gouverneur des Moskauer Umlandes) und Alexander Grigorjew befreundet.


Feinde:
Bei Russland-Aktuell
• Putins kleines Politbüro regiert Russland (23.03.2005)
• Viktor Iwanow neuer Aeroflot-Aufsichtsratschef (08.11.2004)
• Putinberater in Berlin (10.09.2004)
• In Kremladministration bleibt alles beim Alten (11.11.2003)
• Machtkampf in Russland: Geheimdienstler gegen Superreiche (21.08.2003)
Mit dem ehemaligen Petersburger Bürgermeister und jetzigen Minister Wladimir Jakowlew ist Iwanow seit dessen Sieg bei den Bürgermeisterwahlen 1996 verfeindet. Jakowlew trat damals gegen seinen „Ziehvater“ Sobtschak an. Diesen „Verrat“ haben ihm Putin und Co nie richtig verziehen.

Die Kreml-Liberalen um Präsident Dmitri Medwedew, Dmitri Kosak, Wladislaw Surkow und Anatoli Tschubais gehören einem anderen Flügel als die Tschekisten-Fraktion von Iwanow an.

Schlechte Beziehungen werden Iwanow auch zu Ilja Klebanow und Juri Tschaika nachgesagt. Der Ex-Vize-Präsident Alexander Ruzkoi wurde nach einen Anruf aus dem Kreml von den Gouverneurs-Wahlen im Gebiet Kursk ausgeschlossen. Der Anrufer war Iwanow.

Auf Kriegsfuß steht Iwanow mit den Ex-Oligarchen Boris Beresowski und Michail Chodorkowski. Grigori Jawlinski und Wjatscheslaw Igrunow ( beide Jabloko), Jakow Urinson (Ökonomist), Kommunistenführer Gennadi Sjuganow,

Skandale:
Gilt als einer der Beteiligten im Skandalfall „3 Kita“. Der Möbelimporteur „3 Kita“ bezahlte bei der Einfuhr von Möbeln keine Steuern. Als die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm, wurden die untersuchenden Beamten entlassen. Es wird vermutet, dass Iwanow zusammen mit Ustinow und Serdjukow dahinter steckt. Gilt als einer der Initiatoren bei der Beseitigung des Yukos-Konzerns und dem Vorgehen gegen dessen Chef Michail Chodorkowski. „..die scharfe Antipathie gegenüber Chodorkowski entstand im Kreml, nachdem dieser gegenüber dem Präsidenten in der Öffentlichkeit andeutete, dass seine Petersburger Kollegen mit Hilfe zweifelhafter Ölgeschäfte Geld für die Wahlen scheffelten“, berichtet die Zeitung „Wedomosti“

War verantwortlich für die überaus harte Ausgestaltung des Gesetzes „Über die Staatsbürgerschaft“ (2002). Es bedurfte der persönlichen Einmischung Putins, um die Mängel des Gesetzes auszubessern, das ansonsten 28 Mio. Russen, die auf dem Gebiet anderer GUS-Länder lebten, ihrem Schicksal überlassen hätte. Dafür leitet Viktor Iwanow jetzt die Kommission zur freiwilligen Übersiedlung von Landsleuten nach Russland.

Familie und Eltern:
Sein Vater war Militär. Viktor Iwanow ist verheiratet und hat zwei Kinder - einen Sohn und eine Tochter.

Hobbys und Charakter:
Hobbys sind nicht bekannt.

Gilt als verschlossen. Hat die Spitznamen „Bormann“ und „Witja Goldhändchen“ bekommen. Er vertritt sehr konservative Ansichten und Großmachtdenken. Gilt als autoritärer Geheimdienstler.

Zitate:



„Durch die Erfüllung ihrer militärischen Pflicht im Afghanistan haben die sowjetischen Streitkräfte die Entwicklung des internationalen Terrorismus um zehn Jahre aufgehalten“

„Die russische Gesellschaft braucht die Prozedur eines transparenten Gerichtsprozesses“

„Die Meinung, dass es keinen Dialog zwischen Obrigkeit und Business in Russland gibt, ist falsch."


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Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)



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