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Mittwoch, 17.10.2007
Aufstand in Jugend-Gefängnis: 3 Tote und 15 Verletzte
Jekaterinburg. In einer Strafanstalt für jugendliche Häftlinge im Ural sind in der Nacht Unruhen ausgebrochen. Auslöser war ein Fluchtversuch mehrere Insassen, den die Wärter mit Schusswaffeneinsatz verhinderten.
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Sieben Häftlinge hätten in der Nacht versucht, aus der Anstalt in Kirowgrad im Swerdlowsker Gebiet zu fliehen. Die Wärter hätten dies bemerkt und zunächst Warnschüsse abgegeben. Daraufhin wären sie von den Ausbrechern angegriffen worden, die versuchten, ihnen die Waffen aufzunehmen, erklärte die Gefängnisverwaltung. Die angegriffenen Gefängnisaufseher hätten als Reaktion gezielt geschossen, wobei ein Häftling getötet worden sei.
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Kurz darauf zündeten andere Häftlinge eines der Gebäude der Anstalt an, wobei ein Mitarbeiter der Gefängnisleitung ums Leben kam. Der Aufstand in der mit 463 Häftlingen – darunter 365 Minderjährige – wurde noch in der Nacht durch zusätzlich herangezogene Einsatzkräfte beendet. Auch der Brand konnte gelöscht werden.
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Zehn Insassen und fünf Angehörige des Personals wurden in Krankenhäuser eingeliefert.
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Der Swerdlowsker Gouverneur Eduard Rossel erklärte, dass ein „Ausbruch der 500 Häftlinge und die Ermordung aller Mitarbeiter“ nur dank des Einsatzes der Gebietspolizei verhindert worden wäre. Die Gefängnisbehörde FSIN widersprach dem und teilte mit, dass der Einsatz auf dem Gefängnisterritorium alleine von ihren Kräften vorgenommen worden wäre.
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Nach ihren Angaben sei der Aufstand von Häftlingen provoziert worden, die wegen des Erreichens der Volljährigkeit in übliche Straflager hätten verlegt werden sollen. Sie hätten versucht, sich dagegen zu wehren, da die Lebensbedingungen in den „Besserungsanstalten“ für jugendliche Straftäter leichter seien als in den Einrichtungen für Erwachsene.
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Am 20. September war es im berühmt-berüchtigten Petersburger Untersuchungsgefängnis Kresty ebenfalls zu einem Aufstand jugendlicher Inhaftierter gekommen. Eine Gruppe von 15 bis 20 Insassen hatte dabei die Wächter überrumpelt und war aus den Zellen gestürmt. Auch bei diesem Zwischenfall soll kurzzeitig Feuer ausgebrochen sein.
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Der Menschenrechtler Lew Ponomarjow kritisierte in Moskau, dass es in Russland etwa 40 Haftanstalten gebe, in denen die Menschenrechte grob missachtet würden. „Die Anstaltsleitungen entscheiden dort alle Fragen mit Gewalt. Die Probleme häufen sich auf und dann kommt es zu derartigen Explosionen“, sagte der Leiter der Organisation „Für Menschenrechte“.
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(ld/rufo/St.Petersburg)
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