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Oleg Schukowski war einer der führenden Köpfe bei der staatlichen Wneschtorgbank (Foto: TV)
Oleg Schukowski war einer der führenden Köpfe bei der staatlichen Wneschtorgbank (Foto: TV)
Freitag, 07.12.2007

Brutaler „Selbstmord“ an Bankier in Moskau

Moskau. Ein mysteriöser Todesfall beschäftigt derzeit die Moskauer Polizei. Am Donnerstag wurde die Leiche des Bankiers Schukowski entdeckt. Der Mann war gefesselt und wurde gefoltert. Aber es gibt einen Abschiedsbrief.

Oleg Schukowski war bei der staatlichen VTB (Wneschtorgbank) Direktor der Abteilung für Großkunden. Nach Angaben des VTB-Pressedienstes war Schukowski dabei in erster Linie für die Kreditvergabe an Unternehmen der Holz verarbeitenden Industrie verantwortlich. Die Branche gilt in Russland als hochgradig kriminell.

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Schmiergelder für Kredite


Vor allem Staatsbanken (VTB, Sberbank oder die Gazprombank) sind im Kreditgeschäft der Holzbranche tätig. Oft werden Kredite gegen Schmiergeld vergeben, meint die Analystin der Gruppe „AntantaPioglobal“, Anna Krylowa.

Ob auch Schukowski in diese Machenschaften verwickelt war, lässt sich derzeit nur vermuten. Seine Todesumstände deuten allerdings in diese Richtung. Als die Polizei Schukowski am Donnerstag in seinem leeren Swimmingpool fand, war die Leiche bereits halb zugeschneit.

Zweifelhafter Abschiedsbrief eines Gefesselten


Zwar fanden die Ermittler im Haus einen Abschiedsbrief, in dem Schukowski sich von seinen Nächsten mit den Worten: „Ich bin des Lebens überdrüssig“ verabschiedete, doch glauben die Fahnder nicht an einen Selbstmord.

Schukowski war an Armen und Beinen gefesselt. „Das erste Mal in meiner 20jährigen Berufslaufbahn sehe ich so einen exotischen Fall von Selbstmord. Es ist zudem sehr schwer, sich ohne fremde Hilfe die Hände zu fesseln, er ist ja schließlich nicht Harry Houdini“, erklärte einer der Ermittler.

Zu Tode geängstigt?


Die Zweifel der Polizei verstärkten sich, nachdem Einbruchsspuren an der Haustür und auch im Haus selbst entdeckt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Mordverfahren eingeleitet. Die Täter sollen ins Haus eingedrungen sein und Schukowski mittels Folter gezwungen haben, den Abschiedsbrief zu schreiben, so die Vermutung.

Dazu zogen sie ihm eine Plastiktüte über den Kopf, um ihn zu würgen. Schukowski, der an Herzproblem litt, könnte bei dieser Prozedur einen tödlichen Infarkt erlitten haben. Diese Version muss allerdings noch durch die Obduktion der Leiche bestätigt werden.

(ab/.rufo/Moskau)


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