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Donnerstag, 17.01.2008
Baltikum: Anhalterin verschläft zwei Schengen-Grenzen
Tartu. Die seit Dezember mit dem Beitritt zur Schengen-Zone abgeschafften Grenzkontrollen zwischen den baltischen Staaten haben einer Litauerin ein unfreiwilliges Abenteuer beschert: Ein Lkw-Fahrer setzte die Frau statt im litauischen Kaunas im estnischen Tartu ab.
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Eigentlich wollte die Putzfrau namens Jolanta nur die 125 Kilometer zu ihrer Arbeitsstätte in der Kaunaser Filiale der Supermarkt-Kette „Maxima“ wie so oft per Anhalter zurücklegen, berichtet heute die russische Zeitung „Iswestija“.
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Ihr erstes Pech war, dass sie von einem freundlichen russischen Lastwagenfahrer aufgesammelt wurde, mit dem sie sich nicht recht verständigen konnte: Außer dem Wort „Maxima“ verstand der Chauffeur nämlich nichts.
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Pechfaktor Nr. 2 war, dass dem Russen nur eine Filiale der in allen drei baltischen Kleinstaaten vertretenen Handelskette bekannt war – und die liegt im estnischen Tartu. Das lag dafür aber für ihn genau auf dem Weg …
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Drittens schlief die wackere Putzfrau prompt ein, kaum dass sie in der Lkw-Kabine saß. Ihr Schlaf war, aus welchen Gründen auch immer, sehr tief und lang. So bemerkte sie nicht, wie der russische Trucker nicht nur über Kaunas hinausschoss, sondern auch halb Litauen und ganz Lettland hinter sich ließ. Pflicht-Stopps und Personenkontrollen an den Grenzen sind ja schließlich jetzt abgeschafft.
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Als er seine schlaftrunkene Mitfahrerin schließlich in Estlands zweitgrößter Stadt Tartu vor dem Einkaufszentrum absetzte, war diese reichlich verwirrt: Der Supermarkt sah zwar einigermaßen vertraut aus, aber weder Aufschriften noch die hier gesprochene Sprache waren ihr verständlich.
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Das Personal des Shopping-Centers rief schließlich aufgrund des seltsamen Gebahrens der Unbekannten die Polizei – die erst nach dem nicht einfachen Auffinden eines Litauisch-Dolmetschers Jolantas Odyssee aufklären konnte.
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Die „Iswestija“ zieht aus dieser Geschichte übrigens den Schluss, dass es auch in den baltischen Staaten nach wie vor günstig ist, wenn man Russisch kann …
(ld/.rufo/St.Petersburg)
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