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Montag, 22.10.2007
Moskauer Jugendliche morden mit Baseball-Schläger
Moskau. Die Polizei im südwestlichen Verwaltungsbezirk Moskaus hat mindestens 30 Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren verhaftet. Sie stehen im Verdacht am vergangenen Samstag drei Menschen überfallen zu haben. Ein Opfer wurde mit Baseball-Schlägern totgeprügelt.
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Ihr erstes zufälliges Opfer war der aus Jakutien stammende Moskauer Bürger Sergej Nikolajew. Auf der Straße „Architekt Wlassow“ erschlugen sie den 46-jährigen Burjaten mit ihren Baseball-Schlägern. Außerdem stachen sie auf ihr asiatisch aussehndes Opfer ein. Nikolajew starb im herbeigeeilten Krankenwagen.
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Ihr nächstes zufälliges Opfer wurde der Hausmeister Galidschan Guljaschow aus Usbekistan. Er wurde mit mehreren Stichverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Identität des Dritten Opfers konnte bisher noch nicht geklärt werden.
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Keine Skinheads, sondern Fußballfans
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Die Moskauer Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen Zufügung von schweren körperlichen Verletzungen mit Todesfolge angestrengt. Möglicherweise wird aber auch ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet.
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Während Augenzeugen berichten, die Jugendlichen seien vollständig in schwarz gekleidet gewesen und hätten die für Skinheads typischen „Springer-Stiefel“ getragen, erklärte die Polizei bei den Jugendlichen habe es sich um Fußballfans gehandelt.
„Die Angreifer sind keine Skinheads, sondern Fußballfans, was nicht dasselbe ist“, erklärten Polizisten aus dem südwestlichen Verwaltungsgebiet gegenüber russischen Medien. „Wahrscheinlich waren die Opfer einfach zum flaschen Zeitpunkt am falschen Ort.“
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Auf dem rechten Auge blind
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Leider liegt der Verdacht nahe, dass die Polizisten der russischen Hauptstadt auf dem rechten Auge blind sind. Schon seit Monaten gibt es immer wieder gewalttätige Übergriffe auf farbige oder anders aussehende Menschen. Immer wieder werden Menschen aus dem Kaukasus oder Mittelasien erstochen aufgefunden. Im vergangenen Jahr fielen schwarz gekleidete Jugendliche über einen armenischen Studenten her und erstachen ihn – auf dem Bahnsteig der Metrostation „Puschkinskaja“ im Zentrum Moskaus.
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Die russischen Medien haben das Thema längst aufgegriffen und im Fernsehen liefen zuletzt Dokumentationen, die die enge Verflechtung von Fußballfans und rechtsradikalen Überfallkommandos darstellten.
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Kommt es zu einem gewalttätigen Überfall, so fällt die Standardaussage der ermittelnden Polizisten und der Behörden dennoch monoton aus: Die Angreifer seien Hooligans oder Fußballfans gewesen. Von einem Skinhead-Problem will offenbar bewußt niemand sprechen.
(cj/.rufo/Moskau)
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