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Hungerstreik wegen Todesdrohung und Akkordarbeit : Nadeschda Tolokonnikowa von Pussy Riot (Foto: PR/Livejournal.com)
Hungerstreik wegen Todesdrohung und Akkordarbeit : Nadeschda Tolokonnikowa von Pussy Riot (Foto: PR/Livejournal.com)
Montag, 23.09.2013

"Sklaverei": Pussy-Riot-Frau Tolokonnikowa im Hungerstreik

Moskau. Die Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa ist in einen Hungerstreik getreten. Sie will damit ihre Verlegung aus einem Frauengefängnis in Mordowien erreichen. Dort seien Drohungen, Misshandlungen und Schlafentzug alltäglich.

In einer auf dem Blog der Frauen-Punk-Gruppe veröffentlichten Erklärung berichtet Tolokonnikowa, dass sie und die anderen Frauen ihrer Brigade gezwungen würden, täglich 16 bis 17 Stunden in der Näherei zu arbeiten. Für den Schlaf blieben ihnen bestenfalls nur vier Stunden, einen freien Tag gebe es nur alle anderthalb Monate.

„Die Verurteilten schreiben Bitten, auch am Sonntag zur Arbeit gelassen zu werden – mit der Formulierung ‚auf eigenen Wunsch‘. In Wirklichkeit gibt es nicht den geringsten Wunsch“, so Tolokonnikowa. Die Anträge würden auf Druck der Gefängnisleitung verfasst, der von hörigen Häftlingen und Gruppenältesten nach unten weitergegeben würde. Aus diesem Grund würden sich auch kranke Insassinnen zur Arbeit schleppen.

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• Putin zu politischen Prozessen, Opposition und Kontrolle (25.04.2013)
• Wieder kein Haftaufschub für Aljochina von Pussy-Riot (04.03.2013)
• Pussy Riot: Die Frauen überwerfen sich mit Anwälten (20.11.2012)
• Männlicher Pussy Riot-Verschnitt scheitert an Priester (12.11.2012)
• Pussy-Riot-Frauen nach Osten unterwegs in Straflager (22.10.2012)

Sklavenarbeit und Todesdrohung durch einen "Stalinisten"


In der Anstaltsnäherei werden im Akkord Polizeiuniformen gefertigt – 150 Stück pro Tag. Die Pussy-Riot-Sängerin berichtet zudem, dass den Inhaftierten der Lohn für die „Sklavenarbeit“ vorenthalten werde: Sie selbst habe für einen Monat Arbeit im Juni nur 29 Rubel (0,67 Euro) erhalten. Anders als andere Häftlinge würde sie – offenbar aufgrund ihrer Prominenz - jedoch von Mitgefangenen nicht körperlich misshandelt, um die Produktivität zu gewährleisten.

Außerdem beklagt Tolokonnikowa, dass sie am 30. August vom stellvertretenden Leiter des Frauengefängnisses IK-14 mit dem Tod bedroht worden sei, nachdem sie sich über die Nichteinhaltung der gesetzlichen Arbeitsnormen beschwert hatte: „Dir wird es nie mehr schlecht gehen, weil im Jenseits gibt es nicht Schlechtes“, soll der Beamte gesagt haben.

Bei ihrer Ankunft in der Haftanstalt vor über einem Jahr habe der gleiche Beamte offen heraus gesagt: "Von der politischen Einstellung her bin ich Stalinist." Laut Tolokonnikowa seien die von ihr geschilderten Haft- und Arbeitsbedingungen in den zahlreichen Gefängnissen Mordowiens die Regel.

PR-Kollegin Aljochina hungerte bereits wg. Haftbedingungen


Tolokonnikowa und zwei weitere Frauen der Protest-Punkband “Pussy Riot“ waren 2012 zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein „Punk-Gebet“ mit Schmähungen gegen Patriarchen Kyrill I. und Präsident Wladimir Putin aufgeführt hatten. Eine der Verurteilten kam später im Berufungsverfahren wieder auf freien Fuß.

Im Mai hatte Maria Aljochina, das andere noch inhaftierte Band-Mitglied, ebenfalls einen Hungerstreik aus Protest gegen die Haftbedingungen erklärt. Nach elf Tagen beendete sie ihn, worauf ihr das Anstaltspersonal die getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation demonstrierte.



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Stoll 29.09.2013 - 17:17

Der Archipel GULag

Nadeschda Tolokonnikowa berichtet von einem System, das sich seit der Zeit der Zaren und der Okto.berrevolution nur in Nuancen verändert hat: Menschen werden gedemütigt, entrechtet und zu Tode geschunden.


Stoll 26.09.2013 - 21:58

Sklavenhalter Putin

Meine Brigade näht 16 bis 17 Stunden pro Tag. Von halb acht Uhr morgens bis halb eins in der Nacht. Wenn wir Glück haben, können wir vier Stunden schlafen. Alle sechs Wochen haben wir einen Tag frei.


Paulsen-Consult 23.09.2013 - 22:52

Wenn man sich diesen Schwachsinn

anguckt, junge Protestmusikerinnen wegen eines obszönen Liedes in der Kirche zwei Jahre ins Straflager zu stecken - dann, ja dann, verzweifelt man an den Russen.
Idioten - brutale!


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