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| Der Wehrdienst in Russland ist für viele junge Männer eine Zumutung. Foto: newsru.com | |
Donnerstag, 12.02.2009
Berufssoldaten begehen Drittel aller Vergehen in Armee
Moskau. Ein Drittel aller in der Armee verübten Rechtsverletzungen gehen auf das Konto von Berufssoldaten. Die Soldatenmütter sehen darin „das Erbe der allgemeinen Wehrpflicht“.
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Unter den „Profis“ bei der russischen Armee herrschen Erpressung, Rekrutenschinderei und Desertion. Zu diesem Schluss kommt Russlands Hauptmilitärstaatsanwalt Sergej Fridinski. Ein Drittel aller Vergehen bei den Streitkräften begehen Berufssoldaten.
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Nach offiziellen Angaben haben 2008 mehr als 7.000 Berufssoldaten unerlaubt ihre Einheiten verlassen. Für Valentina Melnikowa, Vorsitzende des Komitees der Soldatenmütter, ist das kein Zufall.
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Zum Dienst gezwungen
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Ihrer Meinung nach werden die jungen Männer in die Berufsarmee gezwungen: „Ein Wehrpflichtiger hat sein Jahr abgeleistet. Danach zwingt man ihn durch Betrug oder Gewalt, einen Vertrag über drei Jahre zu unterschreiben.“
Alles Weitere seien ebenfalls eklatante Verstöße gegen die Menschenrechte: Die Berufssoldaten bekämen weder ihren Vertrag noch Geld zu sehen, ihnen würden Mobiltelefone und Bankkarten weggenommen, sie seien völlig rechtlos, so Melnikowa.
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Rekrutenschinderei verschwindet erst mit Berufsarmee
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Sergej Kriwenko, Koordinator der Organisation „Bürger und Armee“, weiß auch den Grund für die nicht auszumerzende Rekrutenschinderei: Sie wird erst verschwinden, wenn die Armee vollends zur Berufstruppe geworden ist.
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„Durch die Flucht der Berufssoldaten vor den unerträglichen Bedingungen entstehen erneut gemischte Einheiten aus Wehrpflichtigen und Vertragssoldaten, und schon ist das Problem der Schinderei wieder da“, so Kriwenko.
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Valentina Melnikowa führt das Beispiel der Grenztruppen an, wo seit geraumer Zeit keine Zeitsoldaten mehr dienen: Im Laufe des letzten Jahres sei bei den Soldatenmüttern von dort keine einzige Beschwerde eingegangen.
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