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Die Entscheidung: Guiza lupft den Ball zum 2:0 für Spanien gegen Russland über Akinfejew hinweg. (Foto: TV)
Die Entscheidung: Guiza lupft den Ball zum 2:0 für Spanien gegen Russland über Akinfejew hinweg. (Foto: TV)
Freitag, 27.06.2008

Endstation Halbfinale: Russen bei Fußball-EM draußen

Wien. Aus, Aus, das Spiel aus! Russland fährt nach Hause bei der EM. Einen Schritt vor dem Finale geriet die Sbornaja ins Straucheln. Die Niederlage gegen die Spanier war verdient, fiel aber mit 0:3 zu hoch aus.

Das Spiel in Wien war kaum zehn Minuten alt, da merkten die Zuschauer, dass es schwer werden würde für die Russen in diesem Match. Die Spanier standen dicht gestaffelt und ließen Russland nicht zur Entfaltung kommen.

Kein Spiel aus einem Guus


Da half auch der Guus-Faktor nichts, denn wie aus einem Guss spielten nur die Iberer. Nach sechs Minuten scheiterte Spaniens Torjäger Torres aus Nahdistanz an Akinfejew. Kurz darauf prüfte auch sein Stürmerkollege Villa den russischen Torhüter mit einem satten Fernschuss.

Von den Russen war kaum etwas zu sehen in der Anfangsphase. Erst gegen Mitte der ersten Halbzeit befreite sich die Sbornaja von dem Druck und kam zu eigenen Chancen. Ein etwas zu hoch geratener Freistoß und ein schöner Schlenzer von Pawljutschenko, den Casillas um den Pfosten lenkte, war aber alles, was Russland bis zur Pause zustande brachte.

Bei Russland-Aktuell
• Moskau: Verletzte bei Massenschlägerei von Fußballfans (27.06.2008)
• Euro 2008: Spanien schlägt Russland im Halbfinale 3:0 (27.06.2008)
• Wochenendtipp: Finale, Ol
• Euro-2008: Jetzt schwärmen alle von Russland (23.06.2008)
• Fußball-EM: Russland schlägt Niederlande 3:1 (22.06.2008)

Ideenlos und ausgelaugt


Von dem gefälligen Kombinationsspiel, den Blitzattacken auf das gegnerische Tor war nichts zu sehen. Juri Schirkow wirkte nach seinen vielen Flankenläufen im Viertelfinale gegen die Holländer ausgelaugt. Andrej Arschawin versprühte nicht den Hauch einer Idee.

Einzige Aufregung in Halbzeit eins für die Spanier war der Ausfall von Villa, dem Top-Torjäger bei dieser EM (insgesamt vier Tore), der sich im ersten Gruppenspiel noch als „Russenschreck“ betätigt hatte und drei Treffer erzielte. Torlos ging es in die Pause.

Xavi eröffnet das Debakel für Russland im Halbfinale


Die zweite Halbzeit begann wie die erste – mit Druck der Spanier. Fünf Minuten waren gespielt, da eröffnete Xavi den Torreigen. Nach einer wunderschönen Flanke von Iniesta in die Mitte vollstreckte der Mittelfeldspieler unbewacht aus Nahdistanz problemlos.

Auch in der Folge stimmte die Zuordnung in der russischen Hintermannschaft nicht, woraus sich immer wieder Chancen für Spanien ergaben. Dabei wurden vor allem in der Vorwärtsbewegung zu viele Bälle durch ungenaues Passspiel verloren.

Russland eiskalt ausgekontert


In der 73. Minute dann die Entscheidung. Der für Villa eingewechselte Fabregas bediente mit einem Traumpass Guiza, der Akinfejew zum 2:0 überlupfte. Die russische Abwehr hatte in der Situation auf Abseits spekuliert.

Zehn Minuten später dann der endgültige k.O für Russland. Einen mustergültig ausgespielten Konter verwandelte Silva – erneut nach Vorarbeit von Fabregas – zum 3:0 Endstand. Die heißblütigen Spanier hatten die Russen eiskalt ausgekontert.

Russland kam zwar anschließend noch zu zwei Großchancen durch den eingewechselten Sytschow. Doch der Ehrentreffer sollte den Russen an diesem Tag nicht gelingen. Nach dem Schlusspfiff herrschte bei den über zehntausend Anhängern im Stadion und den Millionen Fußballfans tiefe Trauer.

Stolz auf die russische Nationalmannschaft


Und dennoch konnte man mitten in der Nacht trotzige „Rossija“-Rufe auf den Straßen von Moskau hören. Die Nationalmannschaft, in der Vergangenheit von den Russen eher mit Spott und Verachtung bedacht, hat bei diesem Turnier mehr als überrascht.

Vor dem Turnier als krasser Außenseiter gehandelt, eliminierte Russland im Viertelfinale mit begeisterndem Spiel Turnierfavorit Holland. Auch wenn es gegen starke Spanier – die nun im Finale Favorit gegen Deutschland sind – am Ende nicht reichte, in Russland ist man wieder stolz auf seine Fußballer.



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