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| Bestimmt bei Aeroflot nicht mehr den Kurs: Waleri Okulow (Foto: Packeiser/.rufo) | |
Montag, 30.03.2009
Abflug für Jelzins Schwiegersohn Okulow bei Aeroflot
Moskau. Neuer Chefpilot bei Aeroflot: Witali Saweljew soll künftig den Kurs der Fluggesellschaft bestimmen. Generaldirektor Waleri Okulow wurde als Generaldirektor abgewählt.
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Seit Wochen kursierten bereits Gerüchte über die Ablösung Okulows. Ende vergangener Woche war es dann soweit: In einer kurzfristig anberaumten Sitzung des Aufsichtsrats stimmten acht der elf Mitglieder für die Absetzung Okulows, zwei enthielten sich; nur Okulow selbst stimmte dagegen.
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Finanzspezialist mit Beziehungen zu Politik und Wirtschaft Abgelöst werden soll Okulow von Witali Saweljew, bislang Vize-Präsident bei AfK Sistema. Saweljew erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ab 10. April in Kraft tritt. Saweljew bezeichnet sich selbst als Spezialisten für „unlösbare Aufgaben“:
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Anfang der 90er Jahre baute er die Bank „Rossia“ von Putin-Freund Juri Kowaltschuk mit auf, wechselte anschließend zur Menatep-Bank (Yukos) und 2001 zu Gazprom als Finanzdirektor. Später war er stellvertretender Wirtschaftsminister, ging aber nach dem Rücktritt von Wirtschaftsminister German Gref zurück in die Wirtschaft und wurde Vize-Präsident bei AfK Sistema.
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Nach Einschätzung von Experten wird sich Saweljew als Generaldirektor um eine Neustrukturierung des Konzerns bemühen und Aktiva, die nicht zum Kernbusiness gehören abstoßen. Darüber hinaus muss er aber auch über die Zukunft der Verlust bringenden Fracht-Tochter „Aeroflot Cargo“ entscheiden und etwas gegen den massiven Rückgang bei den Passagierzahlen (minus 20 Prozent) unternehmen.
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Jelzins Schwiegersohn seit zwölf Jahren im Amt Okulow hat sein Amt als Aeroflot-Generaldirektor 1997 angetreten – noch unter Präsident Boris Jelzin, dessen Schwiegersohn er ist. Nach dem Amtsantritt Putins gab es mehrfach Gerüchte über einen Rücktritt Okulows. Tatsächlich hat er den Rückhalt in der Regierung aber erst in letzter Zeit verloren.
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Verkehrsminister Igor Lewitin ist unzufrieden mit der Expansionspolitik Aeroflots im In- und Ausland; speziell die Bewerbung für den Kauf von Czech Airlines kritisierte er. Zudem ist das Verkehrsministerium ärgerlich darüber, dass Aeroflot nach einem geplatzten Vertrag mit der staatlichen Holding Suchoi von dieser Konventionalstrafe einfordern wollte.
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Der Staat macht Aeroflot Konkurrenz Gleichzeitig versucht der Kreml mit der Holding „Rosavia“ eine zweite staatliche Airline zu etablieren. Rosavia kritisierte bereits heftig, dass die Überfluggebühren für Sibirien (Royalties genannt), die Russland von der EU kassiert (etwa 300 Millionen Euro), bislang allein Aeroflot zugute kommen. Rosavia fordert einen Anteil der Gebühren für sich ein.
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Dieses Gestrüpp an Ansprüchen und Intrigen hat Okulow sein Amt gekostet. Die Karriere des Jelzin-Schwiegersohns ist damit aber noch nicht zwangsläufig zu Ende. Verkehrsminister Lewitin hat ihm bereits den Posten seines Stellvertreters angeboten.
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Gerüchten zufolge könnte Okulow sogar selbst Verkehrsminister werden, wenn Lewitin einen Posten bei der zu gründenden Staats-Holding „Awtodor“ annimmt. Awtodor soll sich um den Betrieb der Maut-Strecken in Russland kümmern. Eine Führungsposition wäre daher selbst für einen Minister lukrativ.
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