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| In den Ruinen des Spaßbades | |
Dienstag, 14.02.2006
Heute vor zwei Jahren: Aquapark-Unglück in Moskau
Moskau. Heute wird der Opfer des Einsturzes des Moskauer Aquaparks „Transvaal“ gedacht, bei dem vor genau zwei Jahren 28 Menschen ums Leben kamen. Gerichtlich ist die rätselhafte Katastrophe noch nicht aufgearbeitet.
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An der Unglücksstelle soll heute der Grundstein für eine Kapelle gelegt werden. Verwandte der Opfer und Überlebende werden heute auf dem Areal am Moskauer Stadtrand Blumen und Kränze niederlegen.
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Ermittler vermuten Konstruktionsfehler
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Die Ursache des Einsturzes ist bis heute nicht geklärt. Eine Rolle dabei spielte wohl die hohe Schneelast auf dem Dach des erst zwei Jahre alten Neubaus. Doch gab es auch Indizien dafür, dass eine tragende Säule der Schwimmhalle durch Einwirkung von außen zum Einsturz gebracht wurde, was dann den Kollaps des ganzen Daches nach sich zog. Die Version eines Terroranschlags oder von Bau- oder Materialfehlern wurde von den Behörden jedoch schnell ad acta gelegt, die Ermittlungen konzentrierten sich auf den Nachweis von Konstruktionsfehlern.
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Das großzügig über mehrere Schwimmbecken und eine Tropenlandschaft gespannte halbrunde Dach des“Transvaal Park“ war innerhalb von Sekunden in sich zusammengestürzt. Etwa 200 Menschen wurden bei dem Unglück verletzt, viele Besucher flüchteten in Badekleidung ins Freie, wo zu diesem Zeitpunkt 20 Grad Frost herrschte.
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Gerichtsverfahren wurde unterbrochen
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Die Moskauer Staatsanwaltschaft sieht die Verantwortung für das Unglück bei dem bekannten Architekten und Statiker Nodar Kantscheli, der das Dach konstruiert hatte, sowie beim Chef der Prüforganisation Mosgorexpertisa, die den Bau abnahm.
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Das Verfahren gegen die beiden vor einem Moskauer Gericht wurde jedoch vor einer Woche bis auf Weiteres unterbrochen. Das Gericht folgte Darlegungen der Verteidiger, dass die Anklageschrift unzulänglich ausgearbeitet ist und verwies sie zur Überarbeitung an die Staatsanwaltschaft zurück. Vertreter der Opfer vermuten dahinter weniger einen Ermittlungsfehler als eine Taktik zur weiteren Verschleppung des Verfahrens.
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Konstrukteur vermutet Anschlag und Komplott zur Beweisvernichtung
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Kantscheli erklärte vor knapp einem Jahr in einem Gespräch mit Russland- Aktuell, dass Beweismittel für einen Anschlag auf den Badepark bewusst beseitigt worden seien. „Noch in der Katastrophennacht haben wir zusammen mit Juri Luschkow den Unglücksort angesehen. Der Sicherheitsdienst zeigte uns auch ein Überwachungsvideo. Darauf sah man klar, wie außen aus einer Trägersäule Rauch herausschießt und sie sofort einstürzt“, so der Bauingeneur.
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Als er am nächsten Tag wieder hinfuhr, seien die Beweismittel schon vernichtet gewesen. Schutt und Reste der Dachkonstruktion waren bereits in eine Grube hinter dem Tranvaal-Gelände geschoben worden. Das Videoband von der Überwachungskamera sei auch verschwunden. Es tauchte ein Band in miserabler Bildqualität auf, das kaum eine Untersuchung ermöglichte.
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„Es kommt mir so vor, als sei das alles so gewollt“, sagte Nodar Kantscheli damals. „Wenn jemand umgebracht wird, sperrt man sofort den Tatort ab, jede auch noch so kleine Einzelheit wird als Beweisstück festgehalten“.
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Im Dezember 2005 ereignete sich ein ähnliches Unglück in der Stadt Tschussowoj im Ural: Beim Einsturz des Daches eines Schwimmbades kamen 14 Menschen ums Leben. (ld/.rufo)
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