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Hungern, um von der Regierung Hilfe zu erhalten: betrogene Wohnungskäufer in Uljanowsk. (Bild: Newsru.com)
Hungern, um von der Regierung Hilfe zu erhalten: betrogene Wohnungskäufer in Uljanowsk. (Bild: Newsru.com)
Donnerstag, 19.04.2007

Hungerstreik in ganz Russland gegen Wohnungsbetrug

Moskau. Seit Dienstag sind in mehreren russischen Städten Leute im Hungerstreik, die beim Kauf einer Wohnung betrogen worden sind. Ihr Protest richtet sich gegen die Untätigkeit von Justiz und Behörden.

Bei Russland-Aktuell
• Käufer sind rar: Moskauer Immobilienpreise sinken (12.04.2007)
• Notschleschka – Obdachlosen-Hilfe mit Bus und Zelt (27.03.2007)
• Baukran zertrümmert Wohnblock in St. Petersburg (27.02.2007)
In den meisten Fällen geht es um fingierte Verkäufe von Wohnungen. Nachdem die Leute Geld für noch im Bau befindliche Wohnungen bezahlt hatten, stellte sich heraus, dass diese entweder gar nicht existierten oder mit gefälschten Dokumenten mehrmals verkauft worden waren.

Ein viel größeres Problem als der Verlust ihres Gelds ist für die meisten Opfer, dass sie ohne Wohnsitz da stehen, weil sie ihre früheren Wohnungen verkauft haben.

Hilfe zur Selbsthilfe


Sie versuchen sich bereits seit Jahren durch Gerichtsklagen, Mahnwachen und Proteste Gehör zu verschaffen – doch ohne Ergebnis. Nachdem 2006 bereits in Moskau ein Hungerstreik organisiert worden war, hat sich der Protest nun auf Städte in ganz Russland, unter ihnen Petersburg Nowosibirsk und Uljanowsk, ausgeweitet, schreibt Newsru.com.

Die Hungerstreikenden verlangen zinslose Darlehen zum Bau von Häusern, durch deren Verkauf wiederum Wohnungen für die Opfer finanziert werden können. Diese Methode der Selbstfinanzierung wurde bereits in einem Fall in Samara erfolgreich angewendet.

Eingabe an den Präsidenten


Statt auf die Hilfe der örtlichen Behörden zu warten, haben sich die Organisatoren des Hungerstreiks nun direkt mit einer Eingabe an Präsident Wladimir Putin gewendet. Außerdem haben sie Botschaften mehrerer Länder mit Informationen versorgt, um international auf ihre Problematik aufmerksam zu machen.
Der Hungerstreik soll bis am kommenden Mittwoch dauern. Falls bis dahin kein Ergebnis vorliegt, wollen die Betroffenen mit rigoroseren Mitteln protestieren – zum Beispiel mit Straßenblockaden.

(eva/.rufo/. St. Petersburg)

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