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| Ist dem Gouverneur nicht aktiv genug: Weibliche Bevölkerung Kaliningrads (Foto: Mischke/.rufo) | |
Freitag, 04.11.2005
Kaliningrad: Bevölkerungsinvasion erwünscht
Kaliningrad. Der neue Kaliningrader Gouverneur Georgi Boos hat ehrgeizige Pläne: Um die Zukunft der Ostsee-Exklave zu sichern, will er die Bevölkerung des Gebietes bis 2010 auf zwei Millionen Einwohner verdoppeln.
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Ohne Bevölkerungswachstum sei eine erfolgreiche sozioökonomische Entwicklung der Region schließlich nicht möglich, erklärte Boos auf einer Pressekonferenz die Beweggründe für seine Kampagne.
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Kein Verlass auf die Einheimischen
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Auf die rund 955.000 gegenwärtig in der Exklave lebenden Einwohner will sich der Gouverneur bei der Verwirklichung seines Planes jedoch nicht verlassen. Allein durch eine Erhöhung der Geburtenrate und eine niedrigere Sterberate sei die 2-Millionen-Marke wohl nicht zu erreichen, stellte er fest.
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Russen aus dem Baltikum erwünscht
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Die von Boos gewünschte Bevölkerungsverdoppelung innerhalb von nur fünf Jahren soll vielmehr durch den massiven Zuzug von Arbeitskräften erreicht werden. Diese sollen vorzugsweise russischsprachig sein und könnten aus dem russischen Kernland oder dem Ausland in die Ostsee-Exklave kommen.
Vielleicht wollen ja auch einige Landsleute aus den baltischen Ländern in die Heimat zurückkehren, so Boos. Prompt sah sich der Politiker mit Vorwürfen konfrontiert, ihm gehe es in Wahrheit um eine Rückführungsaktion von Russen in die Heimat.
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Boos steht nicht allein da
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Unterstützung für seine Pläne bekam Boos indes vom Vertreter der Kaliningrader Gebietsduma im Föderationsrat, Nikolai Tulajew. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungspotentiale werden in Kaliningrad künftig ohne Zweifel sehr viel mehr Arbeitskräfte gebraucht, als es heute in dem Gebiet gebe. Die von Boos propagierte Arbeitsmigration aus den baltischen Ländern könne diesem Problem wirklich Abhilfe schaffen.
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Ob Boos' Ansiedlungspläne tatsächlich aufgehen werden, bleibt abzuwarten. Immerhin ist der Gouverneur mit seinem 2-Millionen-Ziel noch relativ bescheiden. Würde Kaliningrad die durchschnittliche Bevölkerungsdichte Europas aufweisen, so der Gouverneur vor Journalisten, müßte die Exklave schließlich sogar rund fünf Millionen Einwohner haben.
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(-jm/.rufo)
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