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| Die kriminelle Autorität Japontschik wurde vor einem Moskauer Restaurant niedergeschossen (Foto: TV) | |
Mittwoch, 29.07.2009
Moskau: Killer schießen auf russische Unterweltgröße
Moskau. Blutiger Streit in der Moskauer Unterwelt. Die kriminelle Autorität Wjatscheslaw Iwankow, genannt „Japontschik“, ist bei einem Anschlag schwer verletzt. Es droht ein Krieg um das illegale Glücksspielgeschäft.
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Es ist noch hell, als Iwankow am Dienstagabend gegen 19 Uhr aus dem Restaurant „Thailändischer Elefant“ im Norden Moskaus kommt. Plötzlich bellen Schüsse auf. Iwankow wird von mehreren Kugeln in den Bauch getroffen. Wie sich später herausstellt, haben gleich zwei Killer mit Scharfschützengewehren auf die Unterweltgröße angelegt.
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Die Täter können entkommen, ihre Gewehre hat die Polizei inzwischen sichergestellt. Das Fahrzeug, in dem sich die Täter versteckt hatten, ein Kleinlaster der Marke Gazelle, wurde zuvor im Moskauer Umland gestohlen. Iwankow schwebt nach mehreren Operationen in einem Moskauer Krankenhaus immer noch in Lebensgefahr.
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Japontschik – Kriminelle Autorität mit langem Vorstrafenregister Doch wer ist dieser Iwankow eigentlich? Seinen Spitznamen „Japontschik“ („Japanerchen“) verdankt er seinen Schlitzaugen. Der inzwischen 69-Jährige hat seine kriminelle Karriere Ende der 60er Jahre begonnen. Zu Sowjetzeiten saß Japontschik zehn Jahre hinter Gittern und gilt seither als so genannter „Dieb im Gesetz“, d.h. als Autorität in der russischen organisierten Kriminalität.
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Anfang der 90er Jahre wurde er auf Intervention einer ganzen Reihe von Schauspielern und Künstlern vorzeitig entlassen (u.a. gilt der Sänger Josif Kobson als guter Bekannter Iwankows) und reiste in die USA aus. Dort musste er wegen Betrugs und Erpressung allerdings schnell wieder ins Gefängnis.
Mord nicht bewiesen – Einfluss in der Unterwelt hoch Kurz vor Ende der Haftstrafe wurde er nach Russland ausgeliefert, wo ihm ein Prozess wegen Mordes an zwei Türken gemacht wurde. Der Prozess endete mit einem Freispruch, die Staatsanwaltschaft konnte die Tat nicht beweisen. Japontschik zog es dennoch vor, von da an im Ausland unterzutauchen.
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Trotzdem galt Japontschik nach wie vor als einflussreiche Unterweltgröße in Moskau. Als „Dieb im Gesetz“ sollte er inoffiziellen Informationen nach nun einen Konflikt zweier Casino-Bosse lösen. Seit dem 1. Juli ist Glücksspiel in Russland verboten. Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Casinos mehr gibt. Sie sind abgetaucht in den Untergrund.
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Streit um die Casinos Lukrativ ist das Geschäft nach wie vor, denn die Spielsucht der Russen ist groß. Doch es gibt Streitigkeiten um die Einflusssphären der einzelnen Glücksspielhöllen. Japontschik sollte den Streit lösen – Urteilen von „Dieben im Gesetz“ ist in der Unterwelt eigentlich Folge zu leisten.
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Zwar reiste Japontschik incognito nach Russland ein. Doch die Unterwelt und offenbar auch einer der russischen Geheimdienste war in die Reise eingeweiht. Wer Japontschik nun „bestellt“ hat, ist ungewiss. Die Polizei geht davon aus, dass eine der beiden Konfliktparteien, unzufrieden mit dem Ausgang der Verhandlungen, Killer auf Japontschik angesetzt hat.
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Russisches Roulette um Glücksspielindustrie? Die Überlebenschancen des Unterweltbosses sind bescheiden. Neben den schweren Verletzungen bereitet auch das hohe Alter den Ärzten Sorge.
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Besorgnis erregt auch der Streit um die illegale Casino-Industrie in Moskau. Wer daran beteiligt ist, ist nicht klar. Möglich, dass es nun zu blutigen Auseinanderset-zungen um das Geschäft kommt – zufällige Opfer mit eingeschlossen.
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