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Waffenhändler Viktor But nach seiner Festnahme in Thailand (Foto: TV)
Waffenhändler Viktor But nach seiner Festnahme in Thailand (Foto: TV)
Freitag, 07.03.2008

Russischer „Händler des Todes“ in Thailand verhaftet

Bangkok. Der Waffenschmuggler Viktor But ist in Thailand festgenommen worden. Der als „Händler des Todes“ bekannte Russe wollte für 5 Mio. USD Raketen an die kolumbianische Guerillabewegung FARC verkaufen.


But wurde am Donnerstag im Zentrum Bangkoks verhaftet, wo er sich mit seinem Zwischenhändler Andrej Smuljan treffen wollte. Smuljan selbst konnte der Polizei entkommen, obwohl die Behörden erst durch ihn But auf die Spur kamen.

Geschäft mit südamerikanischer Untergrundbewegung


Seit Januar war die amerikanische Drogenbehörde den beiden auf der Spur. Smuljan, der die Interessen der kolumbianischen FARC-Bewegung vertritt, wollte bei But 100 Boden-Luft-Raketen im Wert von 5 Mio. USD kaufen. Das Geschäft sollte offensichtlich aus Drogengeldern bezahlt werden.

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Die FARC ist seit 1964 im Untergrund. Der Kampf zwischen FARC-Anhängern und dem Militär in Kolumbien hat in den vergangenen Jahrzehnten Tausende Opfer gefordert. In jüngster Zeit haben sich die Auseinandersetzungen wieder verschärft. Ein Militärschlag der kolumbianischen Armee auf FARC-Basen in Ecuador belastet derzeit zudem das Verhältnis Kolumbiens zu seinen Nachbarn Ecuador und Venezuela.

Waffenschmuggler in Afrika


Allerdings ist Südamerika nicht das einzige Betätigungsfeld des Waffenschmugglers. Vor allem in Afrika soll der ehemalige Fliegeroffizier (andere Angaben sprechen von Verbindungen zum KGB) aktiv gewesen soll. So hat er einem UN-Bericht zufolge Bürgerkriegsparteien im Kongo, in Angola, Liberia und Sierra Leone mit Waffen aus der Ukraine, Moldawien und Bulgarien beliefert haben.

Allein der UNITA in Angola soll But Luftabwehrwaffen, Artilleriegeschütze und Minenwerfer im Wert von 15 Mio. USD geliefert haben. Den Transport der Waffen übernimmt But, der den Spitznamen „Händler des Todes“ trägt, mit seiner Luftfahrtgesellschaft Air Cess in der Regel selbst.

Russland bietet Waffenhändler Schutz


Obwohl But seit einigen Jahren mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, konnte er sich in Russland frei bewegen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft liegt gegen den Geschäftsmann kein Auslieferungsantrag in Moskau vor. Interessanterweise lebte auch der wegen Betrugs, Drogen- und Zigarettenschmuggels vom FBI gesuchte Semjon Mogilewitsch jahrelang unbehelligt in Russland, ehe er kürzlich spektakulär verhaftet wurde.

Buts Anwalt, Viktor Burobin, will nun die Auslieferung Buts nach Moskau erreichen. „Kein anderes Land kann einen russischen Staatsbürger verurteilen. Vom rechtlichen Standpunkt aus wurde ein russischer Bürger auf amerikanische Anfrage mit Hilfe von Betrug auf fremdem Territorium festgenommen. Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Burobin beim Sender „Echo Moskaus“.

Thailand und USA wollen But verurteilen


Einer Auslieferung Buts nach Russland stehen aber zunächst die thailändischen Behörden im Weg. Die Polizei dort will nachweisen, dass But den regionalen Terrororganisationen ebenfalls Waffen geliefert hat. Sollte dies gelingen, drohen dem Russen zehn Jahre Haft.

Zudem haben auch die USA bereits einen Auslieferungsantrag gestellt. Sie wollen But vor einem amerikanischen Gericht wegen Waffenschmuggels in 38 Fällen verurteilen.


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