Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Kopf nach unten - Stalin wird in seiner Heimatstadt Gori demontiert. (Foto: newsru.com)
Kopf nach unten - Stalin wird in seiner Heimatstadt Gori demontiert. (Foto: newsru.com)
Montag, 28.06.2010

Saakaschwili überfällt Stalin – genau wie damals Hitler

Tiflis. Eine georgische Zeitung hat sich einen bösen Spaß erlaubt: Sie zeigt Präsident Saakaschwili mit Hitlerfrisur und -schnauzer. Der Grund: Er hat das Stalin-Denkmal in dessen Heimatstadt Gori demontieren lassen.

Die unabhängige Wochenzeitung „Asawal-Dasawali“ kam am heutigen Montag mit einem spektakulären Aufmacher heraus: Unter dem Titel „Das hat Saakaschwili getan“ berichtet sie von der bereits am Freitag erfolgten Demontage des Stalin-Denkmals in Gori und vergleicht sie mit Hitlers Überfall auf die Sowjetunion 1941, den Stalin damals als „Vertrauensbruch“ bezeichnete.

Kampf gegen hässliche Symbole


Das Titelfoto zeigt Michail Saakaschwili, der mit Hilfe einer Fotomontage die Züge von Adolf Hitler annimmt, dazu eine schräg in die Augen hängende Haarsträhne und den typischen Oberlippenbart.

In dem Text heißt es unter anderem: „Im Morgengrauen des 22. Juni 1941 hat Hitler heimtückisch die Sowjetunion überfallen. Im Morgengrauen des 25. Juni 2010 hat Adolf Saakaschwili heimtückisch das Stalin-Denkmal überfallen.“

Für den georgischen Präsidenten war das Denkmal, das seit 1952 in Stalins Heimatstadt Gori steht, ein „hässliches Symbol“, das es zu bekämpfen galt. Das ist wohl aber nur die halbe Wahrheit, denn statt Stalin soll auf dem Platz in Gori künftig ein „Denkmal für die gefallenen Helden des Krieges gegen Russland“ aufgestellt werden.

Gemeint ist der Fünftagekrieg im August 2008, als Gori während der Kämpfe zwischen Georgien und Russland bombardiert wurde. Im Mai dieses Jahres hatte allerdings Oppositionsführerin Nino Burdschanadse behauptet, es sei nicht auszuschließen, dass eigene Truppen die Stadt beschossen hätten.

Pro-Stalin-Stimmung in Georgien


Das Stalin-Denkmal hatte bisher allen Zeitenwenden getrotzt – der Entlarvung des Personenkults durch Chruschtschow und der Denkmalssturzwelle nach dem Putsch von 1991, als in Moskau sogar der erste sowjetische Geheimdienst-Chef Felix Dserschinski vom Sockel auf dem Lubjanka-Platz geholt wurde.

Bei Russland-Aktuell
• Stalin-Büsten zur Siegesfeier in Jakutien aufgestellt (30.04.2010)
• Gesprengter Lenin wieder vor dem Finnländischen Bahnhof (15.04.2010)
• Kommunisten begehen Stalins Todestag auf Rotem Platz (05.03.2010)
• Gesprengtes Mahnmal soll in Moskauer Gedenkstätte (23.12.2009)
• Moskau: Marx-Denkmal vor dem Bolschoi soll weg (09.09.2009)
Die georgische Regierung hatte bereits im letzten Jahr ein Denkmal für die Rote Armee und die Befreiung vom Hitlerfaschismus sprengen lassen und damit kontroverse Diskussionen ausgelöst. Im jetzigen Falle konnte möglicher Widerstand seitens der Bevölkerung erst gar nicht aufkommen: Die Demontage erfolgte sozusagen „bei Nacht und Nebel“.

Nach Meinung von Sasa Gatschetschiladse, dem Chefredakteur der Zeitung „Georgian Messenger“, wollte Saakaschwili mit der Entfernung des Monuments „ein Zeichen für die Westorientierung Georgiens und den Bruch mit der kommunistischen Vergangenheit demonstrieren.“

In einem Interview für den englischen „Guardian“ sagte er weiter, es gäbe in Georgien durchaus Pro-Stalin-Stimmungen. „Er ist ein Einheimischer, der es weit gebracht hat und über 30 Jahre hinweg zusammen mit Hitler eine führende Rolle in der Welt spielte.“ Es gäbe da „eine Art Lokalpatriotismus“.

Das demontierte Denkmal wurde indes 150 Meter weiter vor dem Stalin-Museum von Gori aufgestellt. Das will Saakaschwili in ein „Museum der russischen Besatzung“ umwandeln, aber bisher funktioniert es wie gehabt.

Nach Gori wurde am Sonntag auch in Tkibuli das Stalin-Denkmal entfernt. Dies sei „im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des Hauptplatzes der Stadt“ geschehen, heißt es offiziell. Samstag hatte Kulturminister Nika Rurua erklärt, alle in Georgien nach Stalin benannten Straßen und Plätze würden „bald umbenannt“ werden.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Traubenberger 29.06.2010 - 13:38

Mal eine positive Nachricht

Jetzt bringt Saakaschwili mal was Positives für das georgische Ansehen zustande und entfernt diesen Schandfleck aus Gori. Skandalös ist ja eher, dass sich einige Oppositionelle gegen den Abriss dieses Denkmals gestellt haben. So weit kann es also mit ihrem Demokratieverständnis nicht her sein.


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 28.06.2010
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Archiv/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>










Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 13. Februar
19:22 

Russland will Blauhelm-Mission für Syrien prüfen

18:38 

Korruption: Oligarchen wollen Geld für Sotschi zurück

18:06 

Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären

17:15 

Russische Jugendliche 4 Mal depressiver als im Westen

15:49 

Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow

14:51 

Baustelle am Kreml – weiter unklar, was dort entsteht

13:49 

Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen

12:38 

Hurra! Kältefrei! Schule in Moskau fällt wegen Frost aus

10:46 

Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle

09:53 

GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

09:02 

VTB-Chef: Putin wählen, damit er in 6 Jahren abtritt

01:01 

Russland Geschichte: Ein Sänger und ein Vizeadmiral

Sonntag, 12. Februar
01:01 

Russland Geschichte: Ochrana, Kant, Tadschikistan

Samstag, 11. Februar
02:15 

Russland Geschichte: Iran und Russland vor einem Krieg

Freitag, 10. Februar
18:47 

Offizielle Umfragewerte: Putin im 1. Wahlgang durch

18:13 

9. Russlandlounge: Russland und der deutsche Markt

17:09 

Viel Wind um nichts: 25 Euro Strafe für Putin-Demo

16:14 

Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal

15:22 

Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe

13:45 

Der potomkinsche Express-Bus - langsam und unbequem

12:48 

Politischer Karneval und Menschenkette um den Kreml

12:15 

Chodorkowski gewinnt Gerichtsverfahren gegen Lagerchef

11:01 

Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa

09:12 

Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma

01:01 

Russland Geschichte: Pasternak geboren

Donnerstag, 9. Februar
18:45 

KHL: Hockeyclubs fliegen nur noch mit Airbus und Boeing

18:17 

Putin will freie Januartage auf Anfang Mai verschieben

17:24 

Gorbatschow möchte Wählerliga anführen, soll aber nicht

16:37 

Putin plant patriotisches Meeting mit 200.000 Menschen

15:55 

Skepsis gegen schweizer Riesenpaar Glencore-Xtrata

15:18 

Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.

14:01 

Super-Flugzeugträger: Kosmos- und Unterwasser-Einsatz

11:40 

Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent

10:26 

Neue Atom-U-Boote und Atomraketen für Russland in 2012

09:02 

Noch ein Moskauer Jugendlicher springt in den Tod

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell






google.com
yahoo.com