Moskau. In Nordossetien haben die Behörden Scientology jegliche Aktivitäten auf dem Territorium der Kaukasus-Teilrepublik verboten. Über 20 Mitarbeiter der Organisation wurden Medienberichten vom Freitag zufolge von der Polizei vorgeladen und aufgefordert, die Republik innerhalb von 24 Stunden zu verlassen. Nach dem Geiseldrama von Beslan hatte die Sekte eine Missionskampagne in der Region gestartet.
Nach Angaben des nordossetischen Innenministeriums habe Scientology nicht über die nötigen Lizenzen für ihre Tätigkeit verfügt. Die ossetischen Gesundheitsbehörden hatten vor knapp zwei Wochen ein Ende der Scientology-Aktivitäten gefordert. Die Aktivitäten von Scientology, der „Zeugen Jehovas“ und ähnlicher Organisationen stellten unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe in Wirklichkeit eine Bedrohung besonders für Kinder und Jugendliche dar, hieß es.
Mitarbeiter von Scientology hatten die Einwohner von Beslan in ein Zentrum für psychologische Hilfe eingeladen und Literatur vertrieben. Bei dem Terroristenüberfall auf eine Schule der Stadt waren Anfang September über 300 Menschen umgekommen.