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| Der zerschossene Mercedes des Bankiers am Straßenrand (foto: kommersant/newsru) | |
Montag, 17.10.2005
Skandal-Bankier samt Familie ermordet
Moskau. Ein fünffacher Mord wie im finsteren Gangsterfilm: Auf der Fahrt in ein Kloster wurde am Sonntag nahe Moskau ein skandalumwitterter Bankier samt Familie und geistlichen Beistand im fahrenden Auto erschossen.
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Am Sonntag morgen fuhr der Geschäftsmann und Bankier Alexander Slessarjow mit Verwandten und in Begleitung einer 80 Jahre alten Klosterschwester mit zwei Autos, einem Mercedes und einem Mitsubishi-Geländewagen, über die Kaschirskoje Chaussee zum Kloster Stary Oskol. Aus einem überholenden Audi A8 ohne Kennzeichen wurden die beiden Autos von zwei Schützen unter Feuer genommen. Die Täter flohen ohne anzuhalten.
Fünffacher Mord während eines Überholmanövers
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Neben Slessarjow starben in dem Mercedes seine Ehefrau und seine 15 Jahre alte Tochter. Eine sieben Jahre alte Nichte überlebte mit Verletzungen. Zwei der Insassen des anderen Autos, darunter die Nonne, erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen. Das Auto der Attentäter wurde zwei Stunden später ausgebrannt aufgefunden. Darin lagen auch die Tatwaffen, eine Kalaschnikow und eine Makarow-Pistole.
Die Ermittler versuchen jetzt, über die Vorgeschichte des Autos wie auch durch eine Analyse der verwendeten Waffen und Munition auf die Spur der Täter zu kommen.
Ein Bankier mit höchst zweifelhafter Reputation
Der Geschäftsmann und Bankier Alexander Slessarjow galt als inoffizieller Inhaber der beiden Banken Sodbisnesbank und Kredittrust, die im Sommer letzten Jahres in Schwierigkeiten gerieten und denen von der Zentralbank die Lizenz entzogen wurde. Dies war der Beginn einer Bankenkrise in Russland. Bei der Prüfung der Bücher der beiden Banken ergab sich dann, dass Kapital in Höhe von etwa 10 Milliarden Rubel (ca. 290 Mio. Euro) verschwunden ist.
Slessarjow genoss in russischen Finanzkreisen „eine sehr schlechte Reputation“, so die Präsidentin der russischen Bankenvereinigung Gagerin Tosunjan gegenüber der Zeitung „Kommersant“. Er hätte Kontakte sowohl zu seinen Gläubigern wie auch den Ermittlern vermieden. Nach Angaben der Zeitung „Gazeta“ wurde Slessarjow zudem von einer Moskauer Mafia-Gruppierung bedroht, deren Gelder bei der Banken-Pleite ebenfalls verlustig gegangen waren.
(ld/rufo)
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