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| Mund abwischen und weiter. Boris Beresowski fühlt sich trotz der Prozesse in Brasilien und Russland sicher - in London (Foto: Djatschkow/.rufo) | |
Freitag, 13.07.2007
Brasilien erlässt Haftbefehl gegen Beresowski
Brasilia. Ein brasilianisches Gericht hat Haftbefehl gegen den russischen Exil-Oligarchen Boris Beresowski erlassen. Dem Geschäftsmann wird Geldwäsche vorgeworfen. Auch in Moskau läuft ein neuer Prozess gegen ihn an.
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Nach Informationen der brasilianischen Staatsanwaltschaft ist Boris Beresowski einer der Gründer der Investmentgruppe MSI (Media Sports Investments), die den Fußballclub Corinthians Sao Paulo im großen Stil finanziert hat. Dabei sollen aber auch illegale Finanzoperationen und Geldwäsche betrieben worden.
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Beresowski als Sponsor brasilianischer Fußballmannschaften
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MSI ist seit 2005 Sponsor des vierfachen brasilianischen Meisters Corinthians. Nach Abschluss der Verträge konnte sich der Fußballclub einige teure Transfers, wie z.B. den Kauf des argentinischen Nationalstürmers Carlos Tevez für 20 Mio. USD, leisten. Als Gegenleistung erhielt MSI die Kontrolle über den Club.
Im Gegensatz zu seinem alten Weggefährten Roman Abramowitsch, der sich den Londoner Fußballclub Chelsea hält, soll beim Sponsoring von Beresowski allerdings Geld gewaschen worden sein.
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Wegen der offensichtlichen Finanzmanipulationen wurden nun alle Konten von MSI in Brasilien gesperrt. Beresowski wurde aufgrund der Affäre bereits im Mai 2006 am Flughafen von Sao Paulo kurzzeitig festgenommen und von der Staatsanwaltschaft befragt. Allerdings kam er nach wenigen Stunden frei. Gerüchten zufolge soll er damals versprochen haben, 1 Mrd. USD in die Wirtschaft Brasiliens zu investieren.
Folgen Klagen aus Europa?
Nach Angaben eines Informanten der russischen Nachrichtenagentur Interfax ist der Haftbefehl aus Brasilien nur der Anfang der juristischen Schwierigekeiten Beresowskis. Dem Beispiel Brasiliens sollen noch zwei - drei europäische Länder folgen.
Um welche Staaten es sich dabei handelt, blieb bislang offen. Als einziges Land hatte sich bislang Russland um eine Auslieferung und Verhaftung des nach Großbritannien geflüchteten Milliardärs bemüht.
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Neuer Prozess gegen Beresowski in Russland
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Der jetzt erlassene Haftbefehl fällt übrigens zeitlich mit dem Beginn eines neuen Prozesses gegen den russischen Exil-Oligarchen in Moskau zusammen. In Russland wird gegen den Intim-Feind von Präsident Wladimir Putin wegen versuchten Staatsstreichs und Betrugs ermittelt. Die Behörden werfen ihm vor, die staatliche Fluggesellschaft Aeroflot um 214 Mio. Rubel (6,1 Mio. Euro) geprellt zu haben.
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Zudem hatte Beresowski im vergangenen Jahr zum gewaltsamen Umsturz in Russland aufgerufen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB nahm daraufhin die Ermittlungen wegen staatsfeindlicher Aktivitäten auf. Beresowski hält sich derzeit in London auf, wo er politisches Asyl genießt. Den Prozess gegen sich in Russland nannte er „perspektivlos“. Er selbst werde nicht daran teilnehmen.
Die Interessen des Exil-Oligarchen werden durch einen Pflichtverteidiger vertreten. Der allerdings bekannte bereits im Interview, dass ihm der Ausgang des Prozesses „völlig egal“ sei.
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(ab/.rufo/Moskau)
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