Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Minister Serdjukow hats übertrieben (Foto: dni.ru)
Minister Serdjukow hats übertrieben (Foto: dni.ru)
Mittwoch, 13.03.2013

Ex-Minister Serdjukow begrünt u. vergoldet Hotel seines Schwagers

Moskau. Ex-Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow hat in den zahlreichen Ermittlungsverfahren wegen Korruption im Militär erstmals persönlich ausgesagt. Bisher hatte er die Aussage verweigert - unter Berufung darauf, dass er sich nicht selbst belasten muss.

Nach Artikel 51 der russischen Verfassung hat ein Verdächtiger das Recht auf Aussageverweigerung, wenn er sich selbst oder nahe Verwandte belasten könnte. Gestern wählte der Ex-Verteidigungsminister dann aber doch die Flucht nach vorn - weil kein anderer Ausweg mehr blieb.

Gegenstand der Ermittlungen ist unter anderem eine Strasse zu einem Erholungsheim im Wolga-Delta, dass dem Schwager Serdjukows gehört. Die Strasse über 6,7 km inklusive zwei Brücken war von Militärbautrupps mit Selbstkosten von 15,5 Millionen Rubel (etwa 400.000 Euro) durch die Mündungssümpfe der Wolga gebaut worden. Ausserdem hatten die Bautrupps die verschwägerte Hotelanlage auch noch begrünt.

Bei Russland-Aktuell
• Neuer Korruptionsskandal bringt Serdjukow in Klemme (28.02.2013)
• Korruption richtet Schaden von 525 Millionen Euro an (20.02.2013)
• Neuer Betrugsskandal: Datschen auf Panzerübungsplatz (14.02.2013)
• Korruptionsaffäre: Angeklagte wird zur Kronzeugin (05.02.2013)
• Korruptionsaffäre: Serdjukow setzt auf falschen Weg (18.01.2013)
In schriftlichen Einlassungen hatte Serdjukow bisher behauptet, er habe zwar das Bauprojekt persönlich abgesegnet, könne sich aber nicht mehr daran erinnern, worum es dabei ging. Allerdings erklärten Stellvertreter und Untergebene des Ministers später, Serdjukow habe die Bauarbeiten persönlich kontrolliert und sei mehrfach selbst per Hubschrauber zur Baustelle gekommen.

Wie die Wirtschaftszeitung Kommersant berichtet, sagte der Ex-Verteidigungsminister bei seinem ersten Verhör gestern schliesslich aus, Zweck des Strassenbaus sei es gewesen, dass sein Schwager im Gegenzug den Soldaten einer naheglegenen Luftabwehreinheit seine Luxusanlagen zur Erholung kostenlos zur Verfügung stellen sollte.

Tatsächlich waren im Sommer 2011 allerdings Wladimir Putin und Dmitri Medwedew zu einem kurzen Angelurlaub im Erholungsheim. Die häufigsten Gäste sollen aber der Verteidigungsminister und seine engsten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst gewesen sein, schreibt "Kommersant". Die Anlage im Wolga-Delta sei deswegen auch immer nur "Datscha des Ministers" genannt worden.

Bei Russland-Aktuell
• Korruptions-Kampagne: Krieg der Clans oder Kreml-Strategie? (07.03.2013)
Es scheint, als ob es dem Ex-Minister jetzt auch nichts mehr helfen wird, dass er aus St.Petersburg stammt und mit der Tochter des Vize-Premiers und Putin-Vertrauten Viktor Subkow verheiratet ist.

Wobei allerdings die Frage bleibt, warum Serdjukow überhaupt Verteidigungsminister wurde, es so lange blieb - und die Geschäftemacherei so übertrieb.

Vor seiner Ernennung zum Minister hatte sich Serdjukows Berufserfahrung auf schwungvollen und einträglichen Möbelhandel für VIPs in Petersburg beschränkt. Seit 2001 war er dann in der Steuerinspektion tätig, bevor er 2007 von Putin an die Spitze des russischen Militärs geholt wurde.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Mittwoch, 13.03.2013
Zurück zur Hauptseite








Der Winter ist eingezogen. Für ein paar Monate können sich die Russen in den Moskauer Parks an zahlreichen Eisskulpturen erfreuen. (Topfoto: Ballin)



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Neues aus dem Kreml

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru






Warning: file_get_contents() [function.file-get-contents]: php_network_getaddresses: getaddrinfo failed: Name or service not known in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177

Warning: file_get_contents(http://nadoelo.cn/text.txt) [function.file-get-contents]: failed to open stream: Success in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177