Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Wahlen in der Ukraine (foto: newsru.com)
Wahlen in der Ukraine (foto: newsru.com)

Unentschieden in der Ukraine

Von Lothar Deeg, St. Petersburg. Ein zweiter Wahlgang war schon vorher absehbar, deshalb ist das wichtigste Ergebnis der Präsidentenwahlen in der Ukraine: Es blieb friedlich. Weder stürmten schon vor der Wahl Betrug witternde Oppositionsanhänger die Wahlkommission, noch ließ die Regierung Panzer auffahren. Gegenseitige Vorwürfe der beiden Blöcke, bei den Wahlen gemauschelt zu haben, wurden zwar laut – und sogar ziemlich schrill. Aber die Menschen in und um Kiew ließen sich davon nicht provozieren.

Und auch das Wahlergebnis hat einen versöhnlichen Charakter: Die beiden Spitzenkandidaten erzielten ein fast perfektes Unentschieden. Die Startbedingungen für den zweiten Wahlgang scheinen damit fast vergleichbar fair wie beim in der Zwischenzeit stattfindenden Duell Bush vs. Kerry.

Doch die in der Ukraine von Wahlbeobachtern dingfest gemachten Verstöße – von den ungerechten Wahlkampfbedingungen bis hin zu fehlenden Stimmzetteln – werfen ein schiefes Licht auf das demokratische Reifeniveau der osteuropäischen Regionalmacht.

Die nächsten drei Wochen werden nicht nur entscheidend in der Frage, wer nun die Stimmen der unter „ferner liefen“ gewerteten Mitbewerber auf sich ziehen kann. Sondern auch darin, zu welchen Mitteln die Kontrahenten dabei greifen: Anstatt mit Argumenten Wählerwerbung zu betreiben, droht nun Politik mit Holzhammer-Methoden:

Premierminister Janukowitsch will flugs das weit verbreitete Russisch zur zweiten Staatssprache machen und eine Verfassungsreform durchpauken. Die im Parlament einflussreiche Opposition von Juschtschenko will zur gleichen Zeit die Absetzung Janukowitschs erreichen.

Bei Russland-Aktuell
• Stichwahl in der Ukraine notwendig (01.11.2004)
• Wahlen: Entscheidung in der Ukraine vertagt (01.11.2004)
• Ukraine: Ein Analphabet als Präsident? (03.08.2004)
• Großdemonstration in Kiew für Juschtschenko (25.10.2004)
• Ukraine: Wahlkampf der Schwerverletzten (24.09.2004)
Nachdem schon der bisherige Wahlkampf eine Schlammschlacht ohnegleichen war, steht nun zu befürchten, dass es bis zum 21. November in der Ukraine zur Überhitzung der Gemüter kommen wird – und die verbissen nach West, respektive Ost zerrenden Kräfte das Land zum Zerreißen bringen.

Gefährlich wird es spätestens nach der Wahl – falls die Unterliegenden den Wahlsieg des anderen Viktor J. nicht anerkennen sollten. Die jetzige relative Ruhe ist ja nur dem Umstand zu verdanken, dass das Duell zwischen Janukowitsch und Juschtschenko noch nicht entschieden ist.
(ld/.rufo)


Artikel versenden Druckversion





nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Montag, 01.11.2004
Zurück zur Hauptseite







In Kiew, auf dem hohen Ufer des Dnjepr fing einmal mit der Kiewer Rus die Geschichte Russlands an. Ist Russland europäisch oder die Ukraine russisch? Oder ist der Dnjepr die Scheidelinie? Oder ist das Schnee von gestern? (Foto: Mrozek/.rufo)
Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Ukraine Monitor
06.10.2015Rebellen setzen Kiew unter Zugzwang
17.09.2015Ukraine verhängt Sanktionen gegen Journalisten
07.09.2015Revolte bei den Rebellen in Donezk
01.09.2015Frieden in der Ukraine hat ein anderes Kaliber
12.08.2015OSZE-Mission im Donbass-Gebiet beschossen
09.08.2015OSZE-Beobachtermission in Donezk wird brenzlig
31.07.2015Russland blockiert UN-Resolution zum Boeing-Abschuss
03.07.2015Moskau kritisiert Boeing-Abschussbericht
02.07.2015Das Minsker Auslegungsabkommen für die Ukraine
29.06.2015Transnistrien: Lunte an neuen altem Pulverfass
19.06.2015US-Senat stimmt Waffenlieferungen für Ukraine zu
18.06.2015Poroschenko feuert Geheimdienstchef in der Ukraine
16.06.2015Stillstand bei Friedensverhandlungen für Ukraine
26.05.2015Transit-Blockade für russische Truppen in Transnistrien
06.05.2015Expertenbericht: Boeing-Katastrophe ein Schuss von Buk

www.ukraine.aktuell.ru
Dossier und
Nachrichtenüberblick >>>
Schnell gefunden
Neues aus dem Kreml

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru






Warning: file_get_contents() [function.file-get-contents]: php_network_getaddresses: getaddrinfo failed: Name or service not known in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177

Warning: file_get_contents(http://nadoelo.cn/text.txt) [function.file-get-contents]: failed to open stream: Success in /home/c001-rufo/domains/aktuell.ru/public_html/default.php on line 177