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Ronaldo jubelt über den Führungstreffer, am Ende reicht es für Madrid aber nur zum Remis (Foto: TV)
Ronaldo jubelt über den Führungstreffer, am Ende reicht es für Madrid aber nur zum Remis (Foto: TV)
Mittwoch, 22.02.2012

Özil und Real Madrid holen nur einen Punkt aus Moskau

Moskau. Ein Tor in der Nachspielzeit kostet Real Madrid den Sieg im Achtelfinale der Champions League bei ZSKA Moskau. Den Ausgleich erzielt ausgerechnet ein bekennender Real-Fan, Moskaus Trainer nennt das Remis logisch.

Es war das erste Aufeinandertreffen von ZSKA Moskau und Real Madrid, mit spanischen Klubs hat der Armeeklub aber gute Erfahrungen gesammelt im Europacup. Bei drei Aufeinandertreffen gingen die Moskauer dreimal als Sieger hervor.

Ausverkauftes Luschniki-Stadion


Auch gegen Spaniens Rekordmeister Real Madrid, zugleich der große Favorit auf die Champions League in diesem Jahr, wollten sich die Russen nicht verstecken. Vor dem mit 70.000 Zuschauern ausverkauften Luschniki-Stadion gehörte ZSKA auch die erste große Chance. Dsagojew nahm eine Hereingabe Schtschennikow im Zentrum direkt ab, schoss den Ball aber links am Tor vorbei.

Anschließend zeigten sich die Madrilenen, bei denen DFB-Nationalspieler Sami Khedira nach seiner Knöchelverletzung sein Comeback in der Startelf feierte, wacher und aggressiver. Verletzte sich in der 13. Minute Benzema bei einem Gewaltschuss auf den Moskauer Kasten, prüfte der für ihn eingewechselte Higuain nur vier Minuten später Akinfejew-Ersatz Sergej Tscheptschugow. Auch den Nachschuss von Khedira meisterte der Moskauer Keeper mit Bravour.

Insgesamt waren aber sowohl Khedira, als auch Nationalmannschaftskollege Mesut Özil unauffällig in Moskau.

Ronaldo mit der Führung


Chancenlos war er allerdings nach knapp einer halben Stunde. Ein unglücklicher Abwehrversuch von Tosic landete direkt vor den Füßen von Christiano Ronaldo und der Portugiese hämmerte den Ball trocken in die Maschen.

Anschließend ließ es Madrid ruhiger angehen, auch Moskau kam bis zur Halbzeit nicht mehr gefährlich vor das Tor. Die Kabinenansprache von ZSKA-Trainer Leonid Sluzki zeigte allerdings Wirkung. ZSKA fortan bemühter, allerdings über weite Strecken ideenlos.

ZSKA mit dem Ausgleich in der Schlussminute


Die besseren Chancen hatten weiterhin die Weißen aus Madrid. Callejon scheiterte gleich zweimal, auch Ronaldo ließ sich bei einer Chance abdrängen. In der 84. Minute dann hätte er alles klar machen können, doch sein Schuss ging um Haaresbreite am Kasten vorbei.

Die nachlässige Chancenverwertung rächte sich. ZSKA warf in den letzten Minuten alles nach vorn und wurde für den Mut belohnt. Ein Freistoß in der Nachspielzeit köpft der baumlange Alexej Beresuzki auf den Neuzugang Pontus Wernbloom und der Schwede – immerhin eingetragenes Mitglied im Real-Fanclub – trifft per Direktabnahme zum Ausgleich für Rot-Blau.

Verletzte und Hoffnung auf den Coup in Madrid


Der Schlusspfiff ging im Jubel der Zuschauer unter, von denen sich allerdings nicht alle zu benehmen wussten. Nach Angaben der Polizei wurden 70 Personen festgenommen. Rund 1.700 Sitze im Luschniki-Stadion wurden herausgerissen und sieben Menschen verletzt, vier davon so schwer, dass sie ins Krankenhaus mussten.

ZSKA-Trainer Sluzki nannte nach dem Ende der Partie den Ausgleich „logisch“, Vereinspräsident Jewgeni Giner träumt sogar von einem Sieg in Madrid zum Weiterkommen: „Warum nicht. Gleich nach dem Abpfiff kam mir 1992 in Erinnerung, das Spiel ZSKA gegen Barcelona. Damals haben wir zuhause auch 1:1 gespielt und dann 3:2 gewonnen. Warum sollten wir die Geschichte nicht wiederholen?“, sagte er.



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