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Wladimir Jakunin will die Russische Eisenbahn bis 2030 sanieren und das Streckennetz ausbauen (Foto: RZD).
Wladimir Jakunin will die Russische Eisenbahn bis 2030 sanieren und das Streckennetz ausbauen (Foto: RZD).
Mittwoch, 11.04.2007

Russische Eisenbahn schiebt Milliardenreform an

Moskau. Umgerechnet 300 Milliarden Euro soll das Modernisierungsprogramm der russischen Eisenbahn AG kosten. Die Hälfte des Geldes will die Bahn selbst finanzieren, den Rest der Summe sollen Staat und Privatanleger beisteuern.

Das Programm ist für einen Zeitraum bis 2030 ausgearbeitet. Bis dahin soll die Russische Eisenbahn (RZD) nicht wieder zu erkennen sein. Während man bis 2015 vor allem Geld für die Modernisierung der bestehenden Infrastruktur ausgeben will, soll danach das Streckennetz deutlich erweitert werden. Pro Jahr will der Monopolist über 230 Milliarden Rubel (6,8 Milliarden Euro) investieren, zudem hofft RZD-Präsident Wladimir Jakunin auf weitere 200 Milliarden Rubel (5,9 Milliarden Euro) von Staat und Privatanlegern.

Staatliche Hilfe zugesagt


Bei Russland-Aktuell
• Russische Eisenbahn behält ihren Fuhrpark nach Reform (12.03.2007)
• Wladimir Iwanowitsch Jakunin (25.01.2007)
• Russen an armenischer Eisenbahn interessiert (07.11.2006)
• Russische Eisenbahn steigt ins Hafengeschäft ein (26.09.2006)
• Retten Merkel und Putin Großauftrag für Siemens ? (18.01.2006)
Russlands Präsident Wladimir Putin sagte auf einer Sitzung zur Entwicklung des russischen Eisenbahnsektors bereits staatliche Gelder zu. „Wir müssen die Infrastruktur, den Fuhr- und Lokomotivpark, die Werkstätten sowie die Betreiber- und Terminaldienstleistungen entwickeln und modernisieren“, forderte Putin. Nach Angaben Jakunins hat der Präsident praktisch alle seine Vorschläge zur Modernisierung der Eisenbahn angenommen.

So sollen die großen Städte Russlands und die wichtigen Lagerstätten allesamt an Schnellstrecken angeschlossen werden. Die Strecke Moskau – St. Petersburg soll bereits zwischen 2012 und 2014 in Betrieb genommen werden. Bis 2015 ist möglicherweise auch die Strecke Moskau – Sotschi fertiggestellt, meinte der Eisenbahnchef.

Anschluss der großen Zentren an Schnellstrecken


Später sollen dann auch die großen Zentren im Ural, in Sibirien und im russischen Fernen Osten an das Schnelltrassennetz angeschlossen werden. Auf den Strecken Moskau – Nischni Nowgorod, Jekaterinburg – Tscheljabinsk und Nowosibirsk – Omsk sollen die Züge in Zukunft bis zu 160 Stundenkilometern schnell fahren.

Selbst die bislang abgelegene Industriestadt Norilsk in der Tundra mit ihren großen Buntmetallvorkommen (vor allem Nickel) wird an das gesamtrussische Eisenbahnnetz angeschlossen. Insgesamt sollen bis zu 22.000 Kilometer Schiene neu verlegt werden.

„Natürlich sind diese Zahlen aus Sicht eines einfachen Bürgers gewaltig, aber im Landesmaßstab und konkret im Maßstab der RZD sind sie absolut realistisch“, erklärte Jakunin bei der Vorstellung des gewaltigsten Modernisierungsprogramms in der Geschichte der RZD.


(ab/.rufo)

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