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Dienstag, 02.07.2002

Lenkten die Flugleiter die TU-154 auf Kollisionskurs ?

Von Gisbert Mrozek, Moskau. (Aktualisiert 18:50) Der Chef der "Bashkirian Airlines" erklärt, die Flugleiter seien schuld an der Katastrofe. Er werde sie gerichtlich belangen, sagte Nikolai Odegow. "Wir waren von Anfang an überzeugt, dass unsere Piloten nicht Schuld haben", erklärte Odegow, nachdem die Schweizer zugaben, dass sie erst anderthalb Minuten vor der Kollision das Kommando zum Sinkflug gaben. Danach stürzten Boeing und Tupolew noch 700 m tiefer, um der Kastrophe auszuweichen.

Nach deutschen Behördenangaben war die Vorwarnzeit nur 50 Sekunden. Die Züricher hatten die Kontrolle über die Tupolew aber auch erst 13 Minuten vorher von den Münchenern übernommen. Vertreter der russischen Luftfahrtbehörde wollen um 17:00 Uhr MEZ aus Moskau abfliegen, um an den Ermittlungsarbeiten teilzunehmen. Vier Flugschreiber und 26 Leichen sind inzwischen gefunden worden.

Auf dem Flughafen von Ufa warten weinende Angehörige darauf, dass sie nach Deutschland fliegen können, um dort ihre Kinder zu identifizieren. Unter den 47 toten Kinder sind viele Kinder der politischen und intellektuellen Elite der Republik Baschkirien. Manche Familien sind mehrfach betroffen. In einem Fall starben vier Mitglieder einer Familie.

Der russische Premierminister Michail Kassjanow mahnt zwar, die Schuldfrage erst nach der Auswertung der Flugschreiber und der Gespräche zwischen Flugleitern und Maschinen zu stellen.

Der Chef der russischen Zivilluftfahrtsbehörde Alexander Neradko erklärt allerdings schon, das offensichtlich menschliches Versagen zu der Katastrofe geführt habe - vermutlich Versagen des Bodenpersonals. Keinesfalls trage die Besatzung die Schuld. Ein Terroranschlag sei äusserst unwahrscheinlich.

Staatstrauer

In Baschkirien ist Staatstrauer ausgerufen. Unter den Toten sind die Töchter des Chefs der Präsidentenadministration Ildar Gimajew, seines Stellvertreters Alexander Nowikow, des Finanzchefs Ramsil Nisametdinow, des Gesundheitsministers Chassanow und die Kinder vieler anderer Beamter und einiger Hochschulleiter.

Die Kinder sollten auf Einladung der UNESCO als Belohnung für gute Schulleistungen nach Spanien in die Ferien fliegen sollten. Nur fünf mussten zu Hause bleiben, weil sie kein Visum bekamen.

Tragischer Irrtum

Ursprünglich hatten sie mit ihren 5 Begleitpersonen schon am Samstag fliegen sollen, verpassten aber den Flug mit der russischen Regierungs-Flugcompany "Rossia", weil sie in Moskau statt zum Flughafen Scheremetewo zum Airport Domodedowo gefahren waren. Der nicht minder hochkarätige Ersatzflug der "Bashkirian Airlines" startete gestern abend um 22:48 Ortszeit in Richtung Barcelona.

Einer der besten baschkirischen Piloten

In der Kanzel der Maschine sass einer der erfahrensten baschkirischen Piloten: Alexander Gross, deutscher Abstammung, Pilot seit 1972, seit 1991 eingesetzt auf internationalen Flügen, mit besten Englischkenntnissen, letzte Sprachprüfung vor einem Jahr. Neben Chefpilot Alexander Gross saß Co-Pilot Murat Itkulow, der ebenfalls gut englisch sprach, und Fluginspektor Oleg Grigorjew.

Die erst 6 Jahre alte Tupolew war mit einem neuen holländischen Anti-Kollisionssystem (TKAF) ausgestattet. Mit anderen Worten: eigentlich waren die Kinder der baschkirischen Elite in besten Händen.

Die amerikanische Boeing 757 flog derweil aus Bahrein in Richtung Brüssel. Die Boeing 757 gehörte dem Expressfracht-Dienstleister DHL. Sie war nur mit zwei Piloten bemannt.

Tragen auch deutsche Flugleiter einen Teil der Schuld ?

Die Tupolew war in München zwischengelandet. Nach dem Start vom Franz-Joseph-Strauss-Flughafen hatte sie erst Höhe gewonnen. Nur 13 Minuten vor dem Zusammenstoss übernahmen die Züricher Flugleiter die Kontrolle.
Bei Russland-Aktuell
• Technische Details der TU 154
• 02.07.2002 Autopilot lässt Boeing TU-154 rammen







Im Internet
• Bashkirian Airlines Homepage
• Passagierliste des Fluges 2937
• DHL Deutschland
• Schweizer Flugsicherungsgesellschaft "Skyguide"

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Im Internet
• Presseerklärung der DHL
• Presseerklärung der Schweizer Flugsicherungsgesellschaft "Skyguide"

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