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Mittwoch, 03.07.2002

Ich werde mein ganzes Leben lang weinen müssen

Von Gisbert Mrozek, Moskau. "Als meine Tochter abreiste, habe ich ihr gesagt: Ich werde manchmal weinen. Nicht immer, aber manchmal, denn ich werde Sehnsucht nach dir haben. Jetzt werde ich mein ganzes Leben lang weinen müssen." Semfira Mussaigitowa, die Mutter der 12-jährigen Elina, wird am Donnerstag mit 134 anderen Angehörigen aus Ufa für einen Tag an den Bodensee fliegen, wo ihre Kinder starben. Der Flug wird aus der russischen Staatskasse bezahlt. Russische und Deutsche Behörden ermöglichten einen Flug ohne Visa. In Ufa begann die Regierungssitzung mit einer Schweigeminute.

Unter den Toten sind viele Kinder von Spitzenbeamten. "Die besten Vertreter der Zukunft Baschkiriens sind tot", sagt eine erschütterte Schulleiterin aus Ufa. Empört reagieren viele Angehörige auf die Vorverurteilung der Piloten in westlichen Medien. "Wir sind empört über den Versuch der Schweizer Fluglotsen, unsere Piloten zum Sündenbock zu machen", sagt eine Mutter in Ufa. Dmitrij Gross, Enkel des deutschstämmigen Piloten Aleksandr Gross sagt, es sei eine Gemeinheit, Opa zu unterstellen, dass er kein Englisch konnte. "Er war der beste Pilot Baschkiriens".

Tatsächlich hatte Alexander Gross 12070 Flugstunden absolviert. Seit 1992 war er im internationalen Einsatz. Er war regelmässig am Golf, in der Türkei und in Spanien.

Im Kreml erklärte Wladimir Putin, Bundeskanzler Schröder habe ihm am Dienstag am Telefon eine objektive Aufklärung versprochen. Russische, deutsche und amerikanische Ermittler sollen an der Auswertung der Flugschreiber beteiligt werden.

Sie dürften sich auch dafür interessieren, dass die Mutter des Co-Piloten der DHL-Maschine, Brant Campioni erzählt, ihr Sohn habe oft davon geredet, dass er glücklich wäre, wenn er in der Luft sterben könnte. Campioni war angeblich für die DHL in Bahrein stationiert. Das russische Fernsehen griff die Meldungen von den Todessehnsüchten des Piloten auf. Als Hauptversion gilt aber aus russischer Sicht, dass die Fluglotsen Schuld haben.

Mit Genugtuung wurde registriert, dass die schweizer Flugsicherung zugab, dass die Tupolew-154 nur 50 Sekunden vor dem Zusammenprall gewarnt wurde. Erstaunen löste die Meldung aus, dass die Schweizer die automatische Kollisionskontrolle im Tower für einige Stunden abgeschaltet hatten, trotzdem zur Zeit des Unglücks aber nur ein einziger Fluglotse auf seinem Posten war - und dann auch noch die falschen Anweisungen gab. Das böse Wort vom "Aeroschrott" trifft diesmal die pünktlichen Schweizer.

Die "Bashkirian Airlines" wollen die Flugsicherheit vor Gericht belangen.
(rUFO/gim).
Bei Russland-Aktuell
• Aktuell.ru Special - Flugzeugunglück am Bodensee


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