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Bytschkow (links) muss wegen Freiheitsberaubung brummen - die Öffentlichkeit steht aber hinter ihm. (Foto: kommersant.ru)
Bytschkow (links) muss wegen Freiheitsberaubung brummen - die Öffentlichkeit steht aber hinter ihm. (Foto: kommersant.ru)
Montag, 18.10.2010
Aktualisiert 19.10.2010 12:34

„Stadt ohne Drogen“ – Gefängnis für rabiate Methoden

Nischni Tagil. Ein ungewöhnlicher Prozess ist im Ural zu Ende gegangen. Der Vorsitzende einer Stiftung für Drogenentzug muss ins Gefängnis. Seine Heilmethoden waren rabiat aber wirkungsvoll: Patienten wurden an die Betten gekettet.

Jegor Bytschkow, der Vorsitzende der Stiftung „Stadt ohne Drogen“, wurde zu 3,5 Jahren Straflager verurteilt, seine beiden Mitarbeiter zu vier Jahren Lager bzw. anderthalb Jahren auf Bewährung. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass sie ihre Drogenpatienten der Freiheit beraubt hatten.

Laut Staatsanwaltschaft hatten die drei jungen Männer mit Eltern von Drogenabhängigen Verträge abgeschlossen: Für 25.000 Rubel übernahmen sie den Drogenentzug in einem „Rehabilitationszentrum“ in der Ural-Stadt Nischni Tagil.

Die „Therapie“ sei jedoch menschenunwürdig gewesen, beschweren sich jetzt Ex-Patienten: Sie sollen an ihre Betten gefesselt worden sein und nur Brot, Knoblauch und Wasser bekommen haben. Die Klage war im Sommer 2008 von ehemaligen Patienten des Fonds erhoben worden.

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Unterstützung in der Öffentlichkeit


Brisanz erhält der Fall dadurch, dass Bytschkow und seine Männer von der orthodoxen Kirche, von Eltern ehemaliger Patienten, der lokalen Musikszene und sogar einem ehemaligen Duma-Abgeordneten Unterstützung erhalten.

Nach Berichten vieler Betroffener und Angehöriger soll die Drogen-Therapie a la Ural wirkungsvoll gewesen sein.

Wladimir Schachrin, Frontmann der bekannten Rockgruppe „Tschaif“ aus dem Ural, hatte sogar bei einem Gespräch mit Präsident Dmitri Medwedew auf den Prozess hingewiesen und ihn um Hilfe gebeten. Medwedew hatte versprochen, sich „um die Sache zu kümmern“.

Medwedew mischt sich ein


Möglicherweise hat Medwedews Beistand dazu beigetragen, dass die Urteile relativ mild ausfielen. Der Kläger hatte nämlich für Bytschkow zwölf Jahre Gefängnis gefordert und will gegen das geringe Strafmaß in Berufung gehen.

In Berufung geht auch die Verteidigung. Sie strebt Freisprüche an: „Es gab mehr als genug Ungereimtheiten bei dem Prozess“, sagte der Ex-Duma-Abgeordnete Jewgeni Roisman aus Jekaterinburg gegenüber dem „Kommersant“.

Steckt die Drogenmafia dahinter?


Zum Beispiel seien die vermeintlichen Opfer nicht beim Prozess erschienen, und die anwesenden Zeugen seien entweder „unter Dröhnung“ gewesen oder ohne Schnürsenkel aufgetaucht, was nur heißen könne, sie seien aus dem Gefängnis hergeführt worden.

Roisman verdächtigt die Miliz, den ganzen Fall ins Rollen gebracht zu haben, weil sie Drogenhändler decken wolle.

Alternativen zu der Therapie, die von der Stiftung "Stadt ohne Drogen" angeboten werde, gebe es nicht.



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