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Man stelle sich vor, das wäre jetzt nicht Schnee, sondern Sch... (foto: ld/.rufo)
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Dienstag, 23.09.2008

Datschensiedlung von Gülle-Lawine überschwemmt

St. Petersburg. Dramatisch überdüngt sind jetzt einige Datscha-Grundstücke in der Nähe von Gatschina: Sie stehen bis zu einen Meter tief „unter Gülle“. In der Nachbarschaft ist ein Lagerbecken für Stallabfälle geplatzt.

Einige der Datschenbesitzer in der Häuserkolonie namens „Die Ernte“ sahen das Unheil am Montag weniger kommen als dass sie es rochen: Gegen Mittag fiel ihnen auf, dass ein heranwehender Jauche-Gestank immer stärker wurde.

Dann brach die Bescherung auch schon über ihre Grundstücke her: Einer Lawa-Lawine gleich schob sich ein zähflüssiger Strom aus Gülle in die Siedlung. Er riss dabei Zäune um und zerdrückte filigrane Gewächshäuser. Von Gärten und Beeten ist nicht mehr viel zu sehen, nur die Wochenendhäuschen ragen noch aus der teigigen Masse.

Eine übliche Überschwemmung ist harmlos dagegen


Acht Grundstücke seien inzwischen völlig überschwemmt, sie seien 50 bis 100 Zentimeter tief bedeckt, berichtete Nikolaj Balaschow, einer der Datscheneigner, dem Fernsehsender NTW. Der Geruch sei unbeschreiblich. 300 Meter weit habe sich die von dicken Fliegen begleitete stinkende Flut vorgearbeitet. Mehrere Straßen in der Siedlung sind nicht mehr passierbar.

Nun besteht akute Gefahr für die Gewässer der Gegend. Ein naher Bach führt in die Ishora, einen Nebenfluss der Newa. Erst nach 24 Stunden hätten sich Polizei und Behörden für die Notlage interessiert, kritisieren die Gärtner.

Quelle des Gülle-Tsunamis war ein leck geschlagenes 30.000 Kubikmeter fassendes Lagerbecken des nahen großen Landwirtschaftsbetriebs „Tschernowo“. Dessen Vizedirektor Igor Kutelnikow argwöhnte, das Unglück könnte von den Privatgärtnern in der Nachbarschaft selbst verursacht worden sein, weil sie den Torf abgegraben hätten, mit dem der Rand des Beckens umgeben war.

Der "Besitzer" sammelt die Bescherung wieder ein


Die Bresche sei sofort abgedichtet worden, danach rückten die Arbeiter und Traktoren aus dem Betrieb aus, um den Flüssig-Mist einzudämmen und abzutransportieren, berichtet er. Die Arbeit sei auf den engen Gartengrundstücken aber schwierig.

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Schadenersatz will die Farm aber nur jenen Eignern leisten, deren Häuser im vorschriftsgemäßen Abstand von dem Großbetrieb stehen - und der betrage 500 Meter, so Kutelnikow. Wer den Bau der Gartenkolonie fast unmittelbar neben den Stallungen erlaubt habe, sei ihm nicht klar: „Irgendjemand hat da eine Dummheit begangen und die einfachen Leute sind jetzt die Leidtragenden.“

Furchtbar oder fruchtbar?


Allerdings würden manche Hobbygärtner jetzt das Beste aus der Situation machen – zumindest jene, deren Parzellen nicht gleich überschwemmt wurden: Wie der Agrarmanager selbst gesehen haben will, rückten sie mit Eimern an, um den hochwertigen Dünger auf ihre Gärten zu verteilen.

Auf der Petersburger News-Webseite fontanka.ru entbrannte prompt eine Leser-Diskussion darüber, inwieweit die heimgesuchten Bewohner der Kolonie in einigen Jahren von der aktuellen Notlage profitieren werden: Bislang, so heißt es, seien die Gärten in der Siedlung „Ernte“ nämlich deren Namen nicht richtig gerecht geworden.

Vorerst dürfte jeder Aufenthalt dort aber erst einmal ein höchst anrüchiges Freizeitvergnügen darstellen – denn wer will schon freiwillig knietief in der …



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