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General Viktor Wlassow ist der ranghöchste russische Offizier, der in den letzten Jahren Selbstmord begangen hat (Foto: TV)
General Viktor Wlassow ist der ranghöchste russische Offizier, der in den letzten Jahren Selbstmord begangen hat (Foto: TV)
Freitag, 22.02.2008

Korruptionsverdacht: Russischer General begeht Suizid

Moskau. Nach einem Aufsehen erregenden Todesfall in der russischen Armee gerät Verteidigungsminister Serdjukow ins Visier. Ein hochrangiger Armee-General soll sich nach einem Treffen mit Serdjukow erschossen haben.

Viktor Wlassow als Generalquartiermeister verantwortlich für den Wohnungsbau in der Armee wurde am Donnerstag leblos in seinem Kabinett aufgefunden. Erschossen hatte sich der General mit seiner Dienstwaffe, einer Makarow-Pistole.

Heimliches Treffen zwischen General und Verteidigungsminister Todesursache ?


Die genauen Umstände des Todes sind noch unbekannt. Russische Medien berichten allerdings von einem Treffen, das vorher zwischen dem General und Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow stattgefunden habe. Der Pressesprecher des Ministers wollte ein solches Treffen zwar nicht bestätigen, dementierte die Berichte darüber allerdings auch nicht.

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• Serdjukow – ein Zivilist als Verteidigungsminister (19.02.2007)
Der Inhalt des Gesprächs lässt sich nur vermuten. Vertraute des Generals gaben immerhin an, dass er nach dem Treffen äußerst niedergeschlagen gewirkt habe. Möglicherweise habe ihm Serdjukow mitgeteilt, dass er in seiner Funktion als Quartiermeister nicht bestätigt werde, vermutet die Tageszeitung „Kommersant“.

Korruptionsvorwürfe vermutet


Andere Spekulationen sind weitaus brisanter. So soll es bei Bauaufträgen zahlreiche Korruptionsfälle gegeben haben. „Verantwortliche der militärischen Führung, die dem Leiter der Versorgungsstreitkräfte Russlands und dem Leiter des Quartierdienstes im Verteidigungsministerium unterstehen“ haben einem internen Überprüfungsbericht zufolge massive Verstöße gegen bestehendes Recht begangen.

Möglicherweise hat Serdjukow Wlassow gedroht, die Korruptionsfälle publik zu machen, sollte dieser nicht zurücktreten. Serdjukow ist in weiten Kreisen der Armeeführung unbeliebt. Der ehemalige Steuerinspektor und Möbelhändler aus Petersburg hat daher bereits einen Personalumbau begonnen.

Ermittlungen wegen des Todes eingeleitet


Von Serdjukow bestellte Ermittler aus St. Petersburg überprüfen seit einem halben Jahr u.a. den Quartierdienst der russischen Armee. Nun wird zudem auch noch die Militärstaatsanwaltschaft aktiv. Die Behörde hat Ermittlungen eingeleitet, weil sie vermutet, dass Wlassow in den Selbstmord getrieben wurde.

Dies ist übrigens eine der häufigsten Todesursachen in der russischen Armee. In der Regel betrifft dies allerdings nicht Generäle, sondern Rekruten, die von ihren Vorgesetzten misshandelt wurden.



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