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| Anna Chapman: Die russische Agentin soll ausgetauscht werden gegen einen Wissenschaftler (Foto: splashnews) | |
Donnerstag, 08.07.2010
Großer Agentenaustausch zwischen USA und Russland
Moskau. Es könnte eine der größten Austauschaktionen in der Spionagegeschichte werden. Bereits am Donnerstag sollen die zehn vom FBI gefassten russischen Agenten gegen Spione in russischen Gefängnissen ausgetauscht werden.
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Igor Sutjagin ist der prominenteste Kandidat auf einen Austausch. Der Wissenschaftler sitzt seit über zehn Jahren im Gefängnis. 1999 wurde er verhaftet, 2004 wegen Landesverrats zu 15 Jahren Haft verurteilt, eine vorzeitige Entlassung abgelehnt. Er soll Daten über die Einsatzbereitschaft der russischen Atomstreitkräfte an den CIA weitergegeben haben.
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Sutjagin: Wissenschaftler oder Spion? Jahrelang hat Sutjagin, der bis dahin Leiter des USA-Kanada-Instituts an der Russischen Akademie der Wissenschaften war, seine Schuld bestritten. Alle Informationen habe er aus öffentlich zugänglichen Quellen entnommen, Staatsgeheimnisse habe er nie preisgegeben, sagte er.
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Nun hat er ein Schuldbekenntnis unterzeichnet. Dies war eine der Bedingungen Russlands für den Agentenaustausch. „Ich habe begriffen, dass es für mich keine andere Möglichkeit gibt, frei zu kommen“, begründete Sutjagin, der sich trotzdem weiterhin für unschuldig hält.
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Übergabe in Wien Bereits heute soll der Forscher mit neun anderen wegen Spionage einsitzenden Männern ausgeflogen werden. Erste Station ist die Hauptstadt Österreichs, Wien. Sutjagin wird anschließend von den britischen Behörden nach London gebracht. Er soll einen ständigen Wohnsitz dort bekommen, allerdings weiterhin den russischen Pass behalten und auch seine Familie in Russland besuchen dürfen.
Über die übrigen Teilnehmer des Austauschs herrscht weitgehend Unklarheit. Unterschiedlichen Angaben nach sollen der ehemalige Mitarbeiter des russischen Auslandsgeheimdiensts SWR Alexander Saporoschski und CIA-Agent Alexander Sypatschow auf der Liste stehen.
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Andere Wissenschaftler bleiben in Haft Die ebenfalls als Spione verurteilten Wissenschaftler Walentin Danilow (der Physiker hat angeblich Geheimnisse an China verraten) und Igor Reschetin (der Ex-Generaldirektor einer Kosmosagentur wird verdächtigt, waffenfähige Technologien an China weitergegeben zu haben) bleiben allerdings in Haft.
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Der Westen bietet im Gegenzug die zehn Figuranten des Spionageskandals in den USA an. Russland bestreitet zwar, dass die Verdächtigen für den SWR gearbeitet haben. Drei der Verdächtigen sollen aber bereits ein Schuldgeständnis abgelegt haben.
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Russische Spione gestehen ihre Schuld Juan Lasaro soll bereits direkt nach der Festnahme gestanden haben, dass er für den SWR arbeitet. Michael Zottoli und Patricia Mills haben zugegeben, dass ihre Identität falsch sei. In Wahrheit heißen sie demnach Michail Kuzik und Natalja Perewersewa und sind russische Staatsbürger.
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Nach Russland zurückkommen dürfte dann wohl auch Anna Chapman, von westlichen Medien bereits als „schärfste Waffe Moskaus“ und neues Bond-Girl tituliert. Die 28jährige war bis zu ihrer Verhaftung erfolgreiche Immobilienmaklerin in New York. Sie wurde gefasst, als sie sich bereit erklärte, einen gefälschten US-Pass an einen anderen Agenten zu übergeben.
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