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Montag, 05.07.2010
Presse: Warum schweigt Medwedew zum Spionagefall?
Moskau. In der russischen Presse wird spekuliert, warum der Kreml so zurückhaltend den Spionageskandal in den USA kommentiert. Der Tenor: Erst soll Obama reagieren, bis dahin hält sich Russland bedeckt.
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Es gäbe „ein Kommando von ganz oben: Immer mit der Ruhe, Leute!“, zitiert die Zeitschrift „Russki Newsweek“ einen Informanten aus Geheimdienstkreisen. Das russische Fernsehen sei angewiesen, sich „zurückhaltend und gar ironisch“ zu den Vorwürfen gegen elf US-Bürger zu äußern, die angeblich für Russland Spionage betrieben haben sollen (Russland-Aktuell berichtete).
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Laut „Wremja nowostej“ ziehen sowohl Dmitri Medwedew als auch Barack Obama es vor, sich von dem Skandal so weit wie möglich zu distanzieren. Moskau sei der Meinung, Obama sei ein „Außenstehender“ und habe mit dem Vorfall nichts zu tun.
Die Zeitung erwähnt die Grußadresse Medwedews an Obama anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstags. Die habe „einen betont zuvorkommenden Ton und persönlichen Charakter“ gehabt. Medwedew habe sich gegen alle Versuche gewehrt, die nun so guten Beziehungen zwischen beiden Ländern in Frage zu stellen.
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Premierminister Wladimir Putin hat allerdings deutlich auf die Vorwürfe reagiert und dabei einen ironischen Ton angeschlagen. Bei einem Treffen mit Ex-US-Präsident Bill Clinton in Moskau Anfang letzter Woche hatte er gesagt: „Du bist genau zur rechten Zeit nach Moskau gekommen.
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Eure Polizei schlägt über alle Stränge, wirft Leute ins Gefängnis. Das ist ihre Aufgabe, aber die haben alle. Ich möchte aber davon ausgehen, dass die positiven Erfahrungen, die in unseren Beziehungen in letzter Zeit dominieren, keinen Schaden nehmen durch diese Ereignisse.“
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Das FBI geht inzwischen davon aus, dass neun der zehn Inhaftierten russische Staatsbürger sind. Ihnen wird Spionage für Russland und Geldwäsche vorgeworfen. Es sollen auch drei Diplomaten der russischen UN-Vertretung in den Skandal involviert sein. Die USA fordert bisher jedoch nicht ihre Ausweisung.
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