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Obama und Medwedew ziehen eine positive Bilanz der letzten drei Jahre. (Foto: newsru.com)
Obama und Medwedew ziehen eine positive Bilanz der letzten drei Jahre. (Foto: newsru.com)
Montag, 26.03.2012

Letztes Treffen: Medwedew und Obama loben sich

Seoul. Dmitri Medwedew und Barack Obama haben sich beim Nuklearsicherheits-Gipfel in Seoul zum elften und letzten Mal als Staatschefs von Russland und den USA getroffen. Sie loben den „Neustart“ und geben sich optimistisch.

In dieser Eigenschaft werden sich die beiden Präsidenten wohl nicht noch einmal sehen – Medwedew räumt seinen Sessel für Wladimir Putin, Obama muss sich in diesem Jahr erneut zur Wahl stellen. Ein guter Anlass, Fazit zu ziehen.

“Drei Jahre effektiver Arbeit“


Die beiden Staatschefs trafen sich am Rande des Gipfels für Nuklearsicherheit in Südkorea zu einem Zweiergespräch. Das verlief hinter verschlossenen Türen und dauerte etwa anderthalb Stunden. Bei der anschließenden Pressekonferenz betonten Medwedew und Obama die positiven Seiten der jüngsten Geschichte in den bilateralen Beziehungen.

„Auch wenn der Neustart, von dem in den letzten drei Jahren so viel geredet wurde, unterschiedlich bewertet wird, sehe ich das, was wir in den drei Jahren getan haben, als absolut nützlich an“, brachte der scheidende Kremlchef die Quintessenz des Gesprächs auf den Punkt.

Obama meint dies auch und spricht von „viel produktiv geleisteter Arbeit“. Bei dem Treffen waren von russischer Seite u. a. Außenminister Sergej Lawrow und der Chef der Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, anwesend.

START, WTO und Raketenschild


Als größten Erfolg des „Reload“ schätzen beide Seiten den Abschluss des START-Vertrages über die Abrüstung der strategischen Atomwaffen ein. Medwedew bedankte sich bei Obama für die amerikanische Unterstützung bei Russlands Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO).

Erwähnung fand aber auch der umstrittene Raketenabwehrschild in Osteuropa, den die USA durchsetzen will und der von Russland als Bedrohung angesehen wird. Medwedew: „Ein Dialog zu dem Thema ist nicht nur möglich, sondern notwendig. Wir haben noch Zeit, um uns zu einigen und eine ausbalancierte Lösung zu finden.“

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• Libyen-Konflikt: Lawrow kritisiert erneut Verbündete (30.03.2011)
• Präsident Medwedew segnet START-Folgevertrag ab (28.01.2011)
Auch die wirtschaftlichen Beziehungen könnten „auf eine prinzipiell neue Ebene“ angehoben werden, gibt Medwedew zu denken. Russland sei daran interessiert, und dies sei „nützlich für Firmen und Bürger in Zeiten der wirtschaftlichen Instabilität“.

Die Gespräche berührten auch außenpolitische Fragen wie die Lage in Syrien, im Iran und in Nordkorea. Man wolle grundsätzlich und überall „eine diplomatische Lösung“, betonten Obama und Medwedew.

Besonders zu Syrien gehen die Standpunkte beider Länder sehr weit auseinander, aber offensichtlich wollten die beiden Präsidenten sich – ganz diplomatisch eben – mit einer positiven Bilanz voneinander verabschieden.

Petersburg-Reise nach der Wahl


Zum Schluss sprach Dmitri Medwedew in seinem und Putins Namen eine Einladung an seinen amerikanischen Amtskollegen nach St. Petersburg aus. Obama nahm sie an, schränkte aber gleich ein, das würde erst nach der Wahl möglich sein.

Und dann sprach er „seinem Freund Dmitri“ ein dickes Lob aus: „Unsere Zusammenarbeit ist äußerst wichtig für den Frieden und die Stabilität in der ganzen Welt. Bei dieser Arbeit hätte ich mir keinen besseren Partner als Dmitri wünschen können.“


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Paulsen-Consult 31.03.2012 - 00:35

zu xy

OK, dem stimme ich zu.
Das war jetzt klar ausgedrückt, so dass sogar ich es verstehen konnte.
Man weiss ja auf dieser Website manchmal gar nicht was die Leute sagen wollen. Viele Kommentare auf russland.aktuell gehen auf halber Strecke im Nebel irgendwelcher paranoid klingender Andeutungen unter, nach denen Amerika, die CIA und alle anderen Teufel der Welt dabei sind, Russland auf direktem Weg in den Untergang zu treiben. Das meine ich mit den bösen Andeutungen. In Wirklichkeit kann nur ein Land Russland in den Untergang treiben und das ist Russland selbst.


xy 27.03.2012 - 19:09

Paulsen-Consult

ich meine natürlich die Einsicht, das Russland eben nicht auf Augenhöhe mit den USA verhandeln kann und vielleicht mal ein bißchen weniger großspurig auftreten sollte, wie das vielleicht der Prochorow wollte (Anbindung an Europa). Vielleicht ist es ja kein Naturgesetz, das Russland sich ständig im Kalten Krieg mit den USA befindet.
Mit diesem \"Augenhöhe\" Gerede kann man nämlich einen zur Weißglut bringen. Iran will mit USA auf Augenhöhe reden, Weißrussland mit Russland, Ukraine will Gaspreise auf Augenhöhe. Hin und wieder macht dann Medwedew eine abfällige Bemerkung über kleine Staaten und das man keine Bananenrepublik sei. Wo ist denn da die Augenhöhe? Das ist doch alles dummes Gelaber.
Was würde Deutschland wohl sagen, wenn Dänemark auf Augenhöhe mit Deutschland den Ton in der EU angeben will?

Wenn Abrüstung nicht zu gleichen Teilen möglich ist und Russland kein neues Wettrüsten will, dann muss eben kurz vor dem Bankrott nicht auf Augenhöhe abgerüstet werden. Wenn die Russen schon schlechtere Panzer als China haben, die werden doch von den Amis nur ausgelacht.

Weiß nicht, was Sie mit bösen Andeutungen meinen.


Paulsen-Consult 26.03.2012 - 23:07

zu xy

Ich weiß nicht welche Einsicht da dämmern soll. Natürlich ist Russland in der Defensive, aber trotzdem eine Atommacht. Abrüstung tut aber dennoch Not und ist in unser aller Interesse. Ich mag übrigens nicht diese Kommentare, die zur Hälfte aus bösen Andeutung bestehen, dass scheint hier eine Spezialität von einigen Kommentatoren zu sein. Wenn Sie Argumente haben, formulieren Sie sie doch aus!


xy 26.03.2012 - 20:50

Tatsächlich

Paulson-Consult

\"Abrüsten kann man aber nur auf Augenhöhe\"...
Wo seht das ?? Russland ist nicht auf Augenhöhe! Die müssen sich wie im Kalten Krieg gegen SDI schon wieder gegen Raketenabwehr wehren. Russland ist immer noch in der Defensive und der mit Abstand Schwächere. Brasilien, Indien, China ... haben auch keine Interkontinentalraketen und werden deswegen trotzdem nicht sofort von den USA angegriffen.

Lesen Sie mal Ria-Novosti:
http://de.rian.ru/politics/20120326/263163679.html

Langsam beginnt wohl hoffentlich die Einsicht zu dämmern.


Paulsen-Consult 26.03.2012 - 20:32

Tatsächlich

Medwedew und Obama haben tatsächlich gut zusammen gearbeitet. Obama wollte nach der Bush-Aera einen Neuanfang und hat ihn bekommen. Der Raketenschild bleibt leider ein Stolperstein, den die USA trotz erheblicher Fadenscheinigkeit der Begründung partout nicht einstampfen wollen und dabei Ost-Europäische EU-Staaten durchaus auf ihrer Seite haben. Eine Atom-Supermacht USA ohne Gegengewicht, wünschen sich aber heute immer weniger Menschen in Europa. Besser, die beiden Atommächte handeln sich weiter gegenseitig herunter, ohne dass eine Seite trickst. Der Raktenschild der USA ist natürlich ein Trick, der das taktische Atomwaffenpotential Russlands partiell neutralisieren könnte und ein Griff in die Mottenkiste des Wettrüstens.
Abrüsten kann man aber nur auf Augenhöhe und nicht, wenn sich einer der Verhandlungspartner schnell mal in eine bessere Situation bringt. Dies ist in den USA derzeit leider nicht vermittelbar, obwohl ich mir sehr gut vorstellen könnte, dass Obama das längst begriffen hat.


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