 |
|
| Zenits Kapitän Anatoli Timoschtschuk schoss am Mittwoch den ersten Hattrick seines Lebens. Foto: nevasport.ru | |
Donnerstag, 09.08.2007
9:3 – Zenit rächt sich grausam an Dynamo Moskau
St. Petersburg. Wer hätte das gedacht? Nach der verdienten Niederlage letzten Samstag in Moskau bei Dynamo (2:4) legte Zenit im Achtelfinale des Landespokals am Mittwoch im Petrowski ein Spiel auf den Rasen, das in die Geschichte eingehen wird. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht.
|
|
Drei Elfmeter für eine einzige Mannschaft, der höchste Sieg in der Vereinsgeschichte (1981 hatte Zenit acht Tore verbuchen können), Timoschtschuks Hattrick – all das passierte gestern zum ersten Mal. Damit ist der Schandfleck von 2003 weggewischt, als Dynamo Zenit mit 7:1 niedermachte.
|
Petrzela: Ganz schnell vergessen!
|
Zur Erinnerung: Die saftige Niederlage am 10. Mai 2003 brachte einen Knoten zum Platzen – der damalige Trainer Vlastimil Petrzela krempelte danach die Mannschaft völlig um, nahm klubeigene Nachwuchsspieler in die Startformation und siegte fortan fast die ganze Saison hindurch. Am Ende stand die Vizemeisterschaft.
|
Derselbe Petrzela rät Dynamo nun, in einem Interview befragt, dieses Spiel so schnell wie möglich zu vergessen, um nicht daran zu zerbrechen. Tatsächlich – Dynamo zeigt in der russischen Meisterschaft sehr sympathischen Fußball, hat eine junge und aussichtsreiche Mannschaft. Dies gilt es zu bewahren.
|
Cheftrainer Kobelew beging wohl einen Fehler, als er fast der Hälfte seiner Stammmannschaft Urlaub gab für das gestrige Spiel. Und die Spieler selbst unterschätzten nach dem sicheren Sieg am letzten Samstag wohl den Gegner und erhofften sich ein leichtes Match.
|
Es regnet Tore
|
Zenit ging in der 9. Minute durch einen Elfmeter in Führung, aber nichts sah danach aus, als wollte Dynamo in Petersburg den Prügelknaben spielen. Im Gegenteil: Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit das Heft in der Hand. Durch einen Abwehrfehler mussten sie jedoch kurz vor der Pause einen zweiten Elfer hinnehmen, den wiederum Anatoli Timoschtschuk verwandelte.
|
Auch das dritte Tor fiel nach einem Strafstoß vom Elfmeterpunkt. Mit der Einwechslung von Konstantin Syrjanow wurde es noch „lustiger“ auf dem Feld: Er wurde erst in der 60. Minute eingewechselt und platzierte die Kugel drei Mal im Tor! Auch Timoschtschuk war erneut erfolgreich, die restlichen Treffer gehen auf das Konto von Dominguez und Arschawin. Dynamo gelangen immerhin drei Tore.
|
Timoschtschuk: „Das ist erst der Anfang!“
|
Und nun? Ist Zenits Minikrise überwunden? Nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden in den letzten drei Spielen hatte es ordentlich Kritik gegeben, auch von Seiten der Spieler: Zenit würde nicht an der Taktik arbeiten, es gäbe kein Mannschaftsspiel, nicht alle Anweisungen des Trainers kämen an – das sah für Dick Advocaat gar nicht gut aus.
|
Gestern wirkte er seit langer Zeit einmal wieder gelöst und rundum glücklich. Mannschaftskapitän Timoschtschuk verspricht sogar, Zenit würde jetzt bis zum Saisonende nur noch solchen torreichen Fußball spielen. Schon am Samstag geht es gegen Amkar, wieder ist es ein Heimspiel. Da wird sich zeigen, ob auch jetzt ein Knoten geplatzt ist und nun alles besser wird.
(sb/.rufo/St. Petersburg)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>