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German Gref weht aus der Sberbank ein kühler Wind entgegen (Foto: tv/newsru.com)
German Gref weht aus der Sberbank ein kühler Wind entgegen (Foto: tv/newsru.com)
Mittwoch, 17.10.2007

Gref wird Sberbank-Chef, aber gleich mit Skandal

Moskau. Der Aufsichtsrat der staatlichen Sberbank hat gestern die Kandidatur von Ex-Wirtschaftsminister German Gref für den Chefposten der größten russischen Bank gebilligt. Mehrere Topmanager stimmten gegen ihn.

Der Aufsichtsrat berief für den 28. Oktober eine außerordentliche Aktionärsversammlung ein, auf der über die Ernennung von German Gref zum Vorstandsvorsitzenden abgestimmt werden soll. Der Posten wurde vakant, weil der bisherige Sberbank-Chef Andrej Kasmin von Präsident Putin zum zum neuen Chef der russischen Post auserkoren worden war.

Allerdings stößt Grefs Ernennung in den Reihen der Top-Manager der Sberbank auf Widerstand: Alle drei Vertreter der Bank selbst im Aufsichtsrat – Kasmin sowie seine beiden Stellvertreterinnen Alla Aljoschkina und Bella Slatkis – stimmten gegen ihn, berichtet heute der „Kommersant“.

Misstrauensvotum gegen den neuen Chef



Der Zeitung zufolge ist jetzt mit weiteren Kündigungen in der Führungsebene der Bank zu rechnen: „Wer gegen die Kandidatur des zukünftigen Vorstandsvorsitzenden gestimmt hat, kann dann nicht dessen Untergebener bleiben“, zitiert das Blatt einen ungenannten hochrangigen Banker.

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• Drei neue Gesichter in alter Regierung Russlands (25.09.2007)
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Der Rückzug der bisherigen Ersten Vize-Chefin Aljoschkina scheint ohnehin bereits beschlossene Sache zu sein: Gestern wurde bekannt, dass sie wie auch Ex-Chef Kasmin sowie sechs weitere Topmanager der Bank ihre Aktienpakete des Unternehmens verkauft haben. Diese machten zusammen 0,06 Prozent des Kapitals auch und hatten einen Gesamtwert von ca. 40 Mio. Euro. Etwa die Hälfte davon gehörte Kasmin, ein Drittel Aljoschkina – wobei letztere, nach offiziell seitens der Bank nicht bestätigten Informationen des „Kommersant“ – zugleich die Ehefrau von Kasmin sei.

Die Sberbank hatte bei ihrem Börsengang im Frühjahr ihre Aktien auch aktiv an die eigenen Mitarbeiter verkauft.

Gref muss sich alleine einarbeiten



Vor allem die nun zu erwartende Kündigung von Aljoschkina wird Gref den Start auf seinem neuen Posten schwer machen, da bei ihr viele Fäden in der Bank zusammenliefen und sie in Schlüsselfragen die Entscheidungen fällte, so die Zeitung.

Wenn auch noch alle anderen Top-Banker gehen sollten, die jetzt ihre Aktien abgestoßen haben, so wird es Gref auf seinem neuen Posten recht schwer haben, da ihm die erfahrenen hochrangigen „Führer“ fehlen, die ihm bei der Einarbeitung helfen könnten.

Andererseits bringt Gref aus seiner Ministerzeit beste Verwaltungs-Kenntnisse und Beziehungen in den Staatsapparat mit. Die für einen Sberbank-Chef als Einstellungsbedingung vorausgesetzte Erfahrung im Bankgeschäft ist dafür allerdings etwas länger her: 2000 war der Petersburger Putin-Weggefährte Russlands Vertreter bei der EBRD.

(ld/rufo/St.Petersburg)


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