Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Wladimir Putin will international Raum für den Rubel schaffen (Foto: newsru)
Wladimir Putin will international Raum für den Rubel schaffen (Foto: newsru)
Sonntag, 10.06.2007

Putin will Rubel statt Dollar und Euro im Welthandel

St. Petersburg. Russlands Präsident Wladimir Putin möchte die russische Währung im Zahlungsverkehr für den Außenhandel etablieren und damit die Bedeutung des Rubel im Weltfinanzsystem stärken.

„Es wäre an der Zeit, beim Export von Waren aus Russland auf Rubel-Abrechnungen überzugehen“, sagte Putin am zweiten Tag des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Ein Übergang auf den Rubel als Handelsvaluta sei aber erst dann angemessen, wenn dies für die Güterlieferanten günstig sei. Grundsätzlich bemühe sich die russische Führung aber um die Steigerung der Attraktivität des Rubel im Geldverkehr.

„Das Weltfinanzsystem ist an ein-zwei Währungen gebunden, was schon nicht mehr dem aktuellen Zustand der Weltwirtschaft entspricht“, sagte Putin. Die Antwort darauf könnte nur im Erscheinen neuer Handelsvaluten und einiger neuer Finanzzentren bestehen, sagte der russische Staatschef.

Am Vorabend hatte sich Putin zunächst mit einem engen Kreis von Vorstandschefs amerikanischer Großkonzerne getroffen und dabei Investitionsprojekte in Russland besprochen. Vertreten waren dabei Boeing, Coca-Cola, Chevron, Motorola, Dow Chemical, Conoco-Philips und International Paper.

Bei Russland-Aktuell
• St. Petersburg erwartet die Weltwirtschafts-Elite (07.06.2007)
• Flughafen wird von Provinzruine zum Ost-West-Drehkreuz (28.05.2007)
• Putin punktet im Pipeline-Poker am Kaspischen Meer (14.05.2007)
• Putin fordert Investitionen in Verkehrsinfrastruktur (27.04.2007)
• Gazprom: 420 Milliarden Dollar für russischen Gasmarkt (16.04.2007)
Danach gab es einen runden Tisch mit 150 Führungskräften internationaler Konzerne, an dem auch Wirtschaftsminister German Gref teilnahm.

Putin legte dabei Wert auf die Feststellung, dass die russische Wirtschaft inzwischen fast genauso viel Investitionen im Ausland getätigt hat wie umgekehrt: Die akkumulierten Auslandsinvestitionen in der russischen Wirtschaft betragen laut Putin etwa 150 Mrd. Dollar, während russische Unternehmen seinerseits 138 bis 140 Milliarden außerhalb des Landes angelegt hätten.

„Der Investitionsprozess ist eine Straße mit Verkehr in beiden Richtungen geworden“, so Putin. Das Tempo der ausländischen Investitionen in Russland nehme dabei rapide zu, setzte Putin dann bei einer Rede am nächsten Morgen vor dem Plenum des Wirtschaftsforums hinzu.

Im Vorjahr wären 41 Mrd. Dollar nach Russland geflossen, in den ersten vier Monaten des Jahres 2007 seien es schon 60 Milliarden gewesen. „Früher hatten wir das Problem der Kapitalflucht. Jetzt verzeichnen wir einen Zufluss.“

Zur Steigerung der Attraktivität von Investitionen habe Russland in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet, dass Dividenden aus strategischen Investitionen im In- wie Ausland von der Steuer befreie, sagte Putin.

Russlands Präsident bemühte sich auch, den Eindruck abzuwehren, in Russland dominiere - vor allem in Energiesektor - Staatseigentum die Wirtschaft. „Die hier Anwesenden wissen aber besser als alle andere, dass die Stufe der Offenheit des russischen Energiemarktes deutlich höher ist als bei den meisten großen Energielieferanten der Welt.“

In den OPEC-Staaten wie auch im marktwirtschaftlichen Mexiko sei die Ölförderung in staatlicher Hand. Selbst in Norwegen dominiere der Staat diesen Sektor. Mit Ausnahme der beiden großen Produzenten Gazprom und Rosneft sei der Energiesektor in Russland in Privathand, erklärte Putin.


Auch die erst kürzlich erfolgte Bildung von staatlichen Holdings im Flugzeug- und Schiffbau sei kein Anzeigen für einen Übergang zum Staatskapitalismus. Dabei würde, so Putin „nichts nationalisiert.“

Der Staat fasse lediglich unter einem Dach zusammen, was ihm ohnehin schon gehöre. Durch ihre Zerstückelung seien diese Branchen ansonsten ineffektiv und könnten nicht gegen die Konkurrenz in Europa und Nordamerika, bzw. im Schiffbau in Asien, bestehen, sagte Putin.

(ld/rufo/St. Petersburg)

Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Sonntag, 10.06.2007
Zurück zur Hauptseite








Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>








Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Der Russland-Aktuell
und RIA Nowosti
Wirtschaft-Monitor

13.02.2012Wirtschaftskrise in Griechenland
13.02.2012Goldschürfer von Magadan produzieren um die Hälfte mehr Edelmetall
13.02.2012Russischer Diamanten-Gigant Alrosa steigert Umsatz
13.02.2012Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
13.02.2012GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com