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Freitag, 15.02.2008
Korruption: Beamter verkauft Stadt-Immobilien unter Preis
Samara. Einen Korruptionsfall hat die Staatsanwaltschaft in Samara an der Wolga aufgedeckt. Dort hat der Stadtkämmerer Viktor Abramow im Dezember vergangenen Jahres 81 städtische Immobilien weit unter Preis an Privatmänner verkauft.
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Die Bücher der Stadt verzeichnen für die verkauften Objekte einen Quadratmeterpreis in Höhe von gerade einmal 257 Euro. Laut dem ermittelnden Staatsanwalt Juri Denisow liegt der tatsächliche Marktpreis in der Stadt bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter. Durch den Verkauf soll der Stadt ein Gesamtschaden in Höhe von fast 11,5 Millionen Euro entstanden sein.
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Bürgermeister mitbelastet Stadtkämmerer Abramow war nach Aufdeckung des Vorfalls bereits vergangenen Woche entlassen worden. Ihm wird angelastet seine Vollmachten überschritten zu haben, denn keines der Gebäude soll überhaupt jemals für den Verkauf freigegeben worden sein. Zudem hat Abramow offenbar die gesetzlich verlangten Verkaufsexpertisen fälschen lassen:
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Auf Anfrage der Staatsanwaltschaft bestritten alle Fachleute, die angeblich die Expertise unterschrieben haben sollen, jemals von Abramow in der Angelegenheit angesprochen worden zu sein. Die Staatsanwaltschaft geht deshalb von Unterschriftenfälschung aus.
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Abramow hat unterdessen die Flucht nach vorne angetreten und den Bürgermeister der Stadt Samara belastet. Dieser habe von dem geplanten Verkauf gewusst. Mitarbeiter der Verwaltung gehen davon aus, dass deshalb auch der Bürgermeister Viktor Tarchow nicht ungeschoren aus der Affäre hervorgeht. Selbst wenn er, seinen Beteuerungen entsprechend, tatsächlich unschuldig sein sollte, beschädige seine Aussage, er habe nichts gewusst, sein Image als Manager und „Herr der Lage“.
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Der Bürger zahlt’s Fälle, wie der in Samara, sind in Russland an der Tagesordnung. Gerade Staatsbeamte nutzen ihren Zugriff auf öffentliche Budgets schamlos aus. So ist gut vorstellbar, dass Stadtkämmerer Abramow die Gebäude lediglich in den Büchern der Stadt zum Quadratmeter-Preis in Höhe von 257 Euro verbucht hat. Tatsächlich könnte er die Objekte an Privatleute zu einem höheren Preis verkauft haben, der aber immer noch unter dem Marktpreis in Höhe von 1.000 Euro lag.
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Die Differenz wäre dann direkt in Abramows Taschen gewandert. Ein interessantes Geschäft für beide Seiten. Ein Geschäft, dass der Staat und die Steuerzahler bezahlen.
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