Rettet Russland Island vor dem finanziellen Absturz?
Reykjavik/Moskau. Widersprüchliche Informationen gibt es über einen 4-Milliarden-Euro-Kredit, den Russland angeblich Island zur Stabilisierung seiner Währung zugesagt hat. In Moskau wurde die Information dementiert.
Der Kleinstaat Island wird momentan von der Finanzkrise ganz besonders gebeutelt. Die Banken des Landes hatten sich auf den Weltbörsen besonders stark verspekuliert. Dem Land drohte der Staatsbankrott. Heute erließ die isländische Regierung ein Notgesetz, dass faktisch einer Verstaatlichung des Bankensektors gleich kommt.
Die isländische Zentralbank teilte dann heute mit, dass sie von Russland eine Zusage über einen Kredit in Höhe von 4 Milliarden Euro auf vier Jahre erhalten habe. Angeblich hätte dies der russische Botschafter in Reykjavik bestätigt.
Der russische Vize-Finanzminister Dmitri Palkin erklärte hingegen in Moskau, dass es in dieser Sache weder eine offizielle Anfrage aus Island gebe, noch Verhandlungen aufgenommen worden seien noch irgendwelche Kreditentscheidungen getroffen worden seien.
Obwohl die russischen Finanzmärkte ebenfalls extrem von der weltweiten Krise betroffen sind, verfügt der russische Staat nach wie vor über umfangreiche Devisenreserven, aus denen er theoretisch derartige nachbarschaftliche Stützungsmaßnahmen finanzieren könnte.
Von Schnee und Eis befreit sind Strom und Bäche. Noch gibt es reichlich Schnee, doch das Tauwetter hat in einigen Teilen Russlands schon eingesetzt. In diesem Jahr werden wegen des vielen Schnees Überflutungen befürchtet. (Topfoto: Ballin/.rufo)