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Mittwoch, 03.10.2007
US-Soldat zu neun Jahren Haft in Russland verurteilt
Chabarowsk. Der amerikanische Soldat Christopher Lee Gardner soll neun Jahre in einem russischen Straflager einsitzen, entschied ein Gericht in der Fernost-Stadt Chabarowsk. Er wurde wegen Totschlags schuldig gesprochen. Gardner hatte von Notwehr gesprochen.
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Hintergrund der Verurteilung des GI ist ein tödlich ausgegangener Erbstreit um eine winzige Ein-Zimmer-Wohnung in Chabarowsk om September 2006: Sowohl Gardners russische Ehefrau Swetlana Latysch wie auch der mit deren verstorbener Tante verheiratete 52 Jahre alte Rentner Alexander Kaminski beanspruchten die kleine Wohnung für sich.
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Die mit Gardner in den USA lebende Mutter von drei gemeinsamen Kindern hatte die Wohnung jedoch als Erbin zugesprochen bekommen. Bei einem Treffen dort kam es dann zu einem gewaltsamen Streit: Nach Aussagen des Amerikaners und seiner Frau griff Kaminski die Gattin mit einem Schraubenzieher und Gardner mit einem Beil an. Im anschließenden Kampf, der zwei bis drei Minuten dauerte, erwürgte der US-Soldat seinen Widersacher.
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Auf Betreiben seiner Frau meldeten die beiden den Vorfall nicht der Polizei, sondern schafften die Leiche 400 Kilometer weit fort. Auf der Rückreise in Moskau überkamen Gardner jedoch Gewissensbisse und das Ehepaar wandte sich mit einem Geständnis an die Polizei.
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Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft für Gardner gefordert, dessen Anwälte den Vorfall als Notwehr darstellten. Das Gericht verurteilte Gardner unter Berücksichtigung seines freiwilligen Stellens und seiner drei kleinen Kinder zu neun Jahren Haft.
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Die Verteidigung will nun in Berufung gehen, da das Gericht entlastende Aussagen von Polizisten und Medizinern nicht berücksichtigt habe.
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Außerdem sei bei dem Urteil faktisch ausgespart worden, auf welche Weise der zu Tode gekommene Rentner das Ehepaar angegriffen hatte.
(ld/rufo/St. Petersburg)
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