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Die Zahl der Beamten ist durch die Kremlrochade weiter gewachsen (Foto: TV)
Die Zahl der Beamten ist durch die Kremlrochade weiter gewachsen (Foto: TV)
Dienstag, 31.07.2012

Beamtenschicht wächst nach Kremlrochade weiter

Moskau. Die Kremlrochade erfordert die Einstellung zusätzlicher Spitzenbeamter im Kreml und der russischen Regierung. Seit Putins Amtsantritt vor zwölf Jahren ist die Zahl der Beamten offiziell um 60 Prozent gestiegen.

Der Ämtertausch zwischen Wladimir Putin und Dmitri Medwedew kommt den russischen Steuerzahler teuer zu stehen. Denn einher geht die weitere Aufblähung des Beamtenapparats. Allein im Kreml in der Präsidentenverwaltung werden 481 neue Stellen geschaffen. Damit umfasst Putins Verwaltungsapparat 3.100 Stellen. Aus dem russischen Haushalt werden dafür in den nächsten drei Jahren 1,5 Mrd. Rubel (37,5 Mio. Euro) fällig.

Neue Posten für alte Freunde


Auch in der Regierung wächst die Zahl der Beamten. Durch die Reorganisation müssen 435 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Allein 253 werden für das neue Ministerium Fernost fällig. Aber auch das Regionalministerium wird deutlich aufgerüstet. Über 110 neue Beamte sollen vom Ministerium künftig in die Regionen entsandt werden.

Der Anstieg sei eine logische Folge des Ämtertauschs, erklärt der Politologe Dmitri Oreschkin. Beide Politiker hätten ihre alten Weggefährten auf neue Posten mitgenommen, diese brauchten natürlich Untergebene, „denn irgendwer muss ja arbeiten“, so Oreschkin.

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Beamtenshicht wächst um 60 Prozent


Freilich sind die Spitzenbeamten im Kreml und im Weißen Haus nur die Spitze des Eisberges. Laut dem Statistikdienst Rosstat ist das Heer der Staatsbediensteten seit dem Amtsantritt Putins trotz mehrerer Kampagnen zum Abbau der Bürokratie von 1,16 Millionen auf 1,65 Millionen angestiegen, ein Zuwachs von 60 Prozent.

Laut der Tageszeitung „Wedomosti“ ist allerdings auch diese Zahl noch weit unter dem tatsächlichen Wert: „Nimmt man alle Abgeordneten; föderale, regionale und lokale; alle Ministerien und Behörden sowie ihre regionalen Unterabteilungen, die Verwaltungen aller Regionen und Kreise sowie die Mitarbeiter der vielzähligen Kontrollorgane, Sozialfonds und ihre aufgeblähten Apparate zusammen, so kommt man auf etwa sechs Millionen Menschen“, schreibt das Blatt.

Mehr Beamte als zu Sowjetzeiten


Das wäre deutlich mehr als in der als hochbürokratisch geltenden Sowjetunion, wo 2,5 Mio. Beamte gezählt wurden. In der UdSSR mit ihren 250 Mio. Einwohnern war Russland (140 Mio. Einwohner) allerdings nur eine von 15 Republiken.

Ein weiteres Problem besteht in der Bezahlung der Beamten. Wurden diese Ende der 90er Jahre noch unterdurchschnittlich schlecht bezahlt und bestritten ihren Lebensunterhalt durch die lukrativen „Nebeneinnahmen“, die der Job mit sich brachte (sprich: Korruption), so sind die Beamtengehälter in den vergangenen Jahren überproportional stark gestiegen. Liegt der Durchschnittslohn in Russland bei 23.693 Rubel (590 Euro), so verdient ein Regierungsbeamter im Schnitt 2.600 Euro.

Gehälter wachsen, Korruption auch


Die Korruption ist dadurch nicht geringer geworden (laut Transparency International ist sie gestiegen), nur die Ausgaben für den russischen Haushalt wachsen weiter. Allein im vergangenen Jahr beliefen sich die Kosten für die „Träger der Nation“ auf 844 Mrd. Rubel (21 Mrd. Euro).

Laut Präsidentenerlass soll aber nun die Zahl der föderalen Beamten gekürzt werden, in diesem Jahr um zehn Prozent und bis Ende 2013 sogar um 20 Prozent. Das dürfte gelingen – mit einem simplen Trick. So sollen beispielsweise in diesem Jahr die Beamten der Veterinar- und Pflanzengesundheitsämter von der landesweiten Ebene auf die Regionalebene versetzt werden.



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jich 03.08.2012 - 18:06

wenn man Gesetze und Verfassungen (wohlverstanden natuerlich zum eigenen Vorteil) siehe 3 letzter Absatz aendern kann

Jopp, laut der von Jelzin unterschriebenen und von seinen US-Mastern geschriebenen Verfassung, kann diese mit 2/3 der Stimmen der Duma geändert werden. Komisch, dass man sich erst heutzutage darüber beschwert...

>DemoKratur total!!
Ganz anders wenn man ein 2-Parteien-System hat, die bösen Cop und weniger-bösen-Cop spielen und sich mit regelmäßig alle 8 Jahre abwechseln... Bush oder Gore? Romney oder Obama? Gewinnen wird die unsichtbare Hand des Marktes... too big to fail-Casino gewinnt immer!!


Cello 31.07.2012 - 16:32

Alles kein Problem...



... wenn man Gesetze und Verfassungen (wohlverstanden natuerlich zum eigenen Vorteil) siehe 3 letzter Absatz aendern kann. Das ist DemoKratur total!!

http://de.rian.ru/politics/20120731/264097010.html


Cello 31.07.2012 - 16:02

Machterhalt teiweise gesichert


Bei all dem negativen Inhalt dieser Meldung, ist das Positive fuer das bestehende Regime ein Teil des Ergebnises bei den naechsten Wahlen! Zaehlt man noch den direkten und indirekten Verwandschaftsgrad der staatlich Bedinsteten dazu, dann ist ein 50% Resultat jetzt schon wieder gesichert! Das nennt man gelenkte DemoKratur!!


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