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Irina Schewtschenko von FEMEN berichtete in Kiew über die Odyssee ihrer Verschleppung. (Foto: newsru.com)
Irina Schewtschenko von FEMEN berichtete in Kiew über die Odyssee ihrer Verschleppung. (Foto: newsru.com)
Donnerstag, 22.12.2011

FEMEN: Einzelheiten aus der „KGB-Gefangenschaft“

Kiew/Minsk. Die von Unbekannten in Minsk entführten und misshandelten Aktivistinnen von FEMEN haben der Presse in Kiew Einzelheiten ihres „Abenteuers“ bekanntgegeben. Der KGB in Minsk weist jede Beschuldigung kategorisch zurück.

Die drei jungen Frauen aus der Ukraine hatten am 19. Dezember halbnackt vor dem KGB-Gebäude in der weißrussischen Hauptstadt gegen das Lukaschenko-Regime und für die politische Freiheit demonstriert und waren Stunden später von Unbekannten verschleppt und in einem Wald geschlagen und erniedrigt worden.

Verängstigte Menschen in Minsk


Am Donnerstag traten sie in Kiew vor die Presse, um ihre Odyssee ausführlich zu beschreiben. Sieben oder acht Männer hätten sie überwältigt, als sie am Busbahnhof beim Einsteigen in den Bus in der Schlange standen. Niemand drum herum hätte eine Reaktion gezeigt: „Die Leute in Weißrussland sind sehr verängstigt“, so die Aktivistin Oxana Schatschko.

Sie seien grob in einen Kleinbus verfrachtet worden, dann habe man ihnen die Taschen, Handys und Papiere abgenommen. Die Männer hätten sich dafür interessiert, wer sie „bezahlt und nach Weißrussland geschickt hat“ und ob sie Kontakt zur Opposition haben.

Geteert und gefedert


Man habe sie etwa zwölf Stunden kreuz und quer durch die Stadt gefahren. Am frühen Morgen seien ihnen Mützen über die Köpfe gezogen worden; sie hätten in einen anderen Bus steigen müssen, der aufs Land gefahren sei. Die Männer hätten Todesdrohungen ausgestoßen und sie geschlagen.

In einem Wald hätten sie sich „auf Kommando aus- und anziehen“ müssen; sie hätten halbnackt Plakate mit Hakenkreuzen und der Losung „Die Einheit des slawischen Volkes“ hochhalten müssen. Man habe ihnen mit Messern Haarbüschel abgeschnitten, sie mit Stöcken geschlagen, mit Öl übergossen und mit Federn bestreut – und das alles vor laufender Videokamera.

Bei Russland-Aktuell
• FEMEN: KGB quält Frauen und setzt sie im Wald aus (21.12.2011)
• Nach Protestaktion: Feministinnen in Minsk verschwunden (20.12.2011)
• Barbusig für die Opposition vor Russlands Hauptkirche (09.12.2011)
• Ukrain. Feministinnen zeigen Busen gegen Strauß-Kahn (01.11.2011)
Auf der anschließenden Fahrt, die (wie sich später herausstellte) in Richtung ukrainischer Grenze führte, hätten sie vor laufender Kamera versprechen müssen, nie wieder nach Weißrussland zu kommen und von weiteren Protestaktionen zu lassen.

Schließlich habe man sie irgendwo mitten im Niemandsland ausgesetzt; sie hätten sich zum Dorf Beki im Gebiet Gomel durchgeschlagen und seien „bei Onkel Sascha“ untergekommen. Die anderen Dorfbewohner hätten sich – ebenfalls „aus Angst vor der Rache des KGB“ - feindselig verhalten.

“Reinste KGB-Methoden“


Die dann eingetroffene Miliz habe sich „sehr korrekt“ verhalten und „ein baldiges Treffen mit dem Konsul“ versprochen. Sie seien zuerst zur Wache und dann in ein Krankenhaus gebracht worden.

Wer die Frauen verschleppt und misshandelt hat, ist immer noch nicht klar. Sie selbst sind sich sicher: Es waren Mitarbeiter des weißrussischen KGB. So bezeichnet FEMEN-Aktivistin Anna Guzol die Filmaufzeichnungen der Erniedrigungen als „alte KGB-Methoden“.

Auch die Tatsache, dass „sehr professionell gefoltert wurde“ – schmerzhaft, aber ohne sichtbare Blessuren – spräche dafür.

Wadim Sajzew, Chef des weißrussischen Geheimdienstes, hatte dagegen am Mittwoch erklärt, das Verschwinden der Frauen sei „eine Provokation“: „Die können alles Mögliche erklären“, sagte er. Und: „Unsere Leute haben sie nicht angerührt.“

“Wir machen weiter“


Nach Angaben von FEMEN seien die Frauen nach den Torturen zwar „physisch und psychisch erschöpft“, aber „ihr Kampfgeist ist nicht gebrochen“. Sie erklärten den Journalisten, sie würden „weiterhin Proteste zum Schutz des weißrussischen Volkes durchführen“:

„Wir werden Weißrussland regelmäßig besuchen, um dort eine Vertretung der Frauenbewegung FEMEN aufzubauen“, so eine Aktivistin.



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Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

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Paulsen-Consult 30.12.2011 - 15:56

Re xy und Baumfreundin

Stimmt xy, das mit den Gutmenschen war Baumfreundin, die sich auch noch hier geäußert hat. Nehme ich also in Bezug auf Sie zurück. Der ungute Zusammenhang, sich unter einem Artikel über Foltermethoden ausgerechnet über die Opfer aufzuregen, bleibt aber bestehen. Gut, dass Sie sich davon distanziert haben.
Zu Baumfreundin fällt mir nur ein, dass man auch als Baumfreund ein Menschenfreund bleiben könnte.


xy 27.12.2011 - 23:25

Paulsen-Consult

wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Mit freundlichen Grüssen


xy 27.12.2011 - 22:58

ist doch für diese brutale Tatsache völlig unwesentlich!

noch etwas: für meine Kritik an der Frauen-Rechtler-Gruppe war die Tatsache der Verschleppung auch völlig unwesentlich.
Dazu hatte ich mich gar nicht geäußert.


xy 27.12.2011 - 22:17

verroht und unmenschlich

da haben Sie sich wohl in der Zeile geirrt, habe nichts gegen Gutmenschen und bin auch nicht für Folter oder KGB Methoden. Bitte unterstellen Sie mir hier nichts. Aber diese Demonstrantinnen wären mir in Deutschland oder den USA auch nicht sympathisch. Weiter nichts. Ich muss die nicht mögen. Deshalb bin ich kein Unmensch.
Ich verurteile diesen Umgang mit den Demonstranten natürlich auch! Meine Kritik an den Demonstrantinnen war wohl nur im falschen Zusammenhang. Bitte nicht aufregen.
Die Damen können oben ohne rumhüpfen, so oft sie wollen.


Baumfreundin 27.12.2011 - 20:45

@Paulsen Consult

Ja diese bösen Folterrussen, Was sagen sie zu den Foltergefängnissen des CIA einschließlich derer in der EU ?


Paulsen-Consult 26.12.2011 - 18:09

Antwort XY

Sie haben doch, wie ich einem anderen Kommentar von Ihnen entnehmen darf, etwas gegen Gutmenschen. Ist Ihnen das Vorgehen des Weissrussischen KGBs nun doch ein wenig zu drastisch? Für mein Empfinden geht es hier nicht ums \"Drangsalieren\", sondern um Folter! Ob jemand \"oben ohne\" protestiert oder nicht, ist doch für diese brutale Tatsache völlig unwesentlich!


xy 26.12.2011 - 13:05

verroht und unmenschlich

Naürlich ist die Verschleppung und Drangsalierung der Demonstrantinnen schlimm. Finde nur die Art der Gruppe zu demonstrieren überzogen und provozierend. Wenn sie gegen Berlusconis Bunga Partys demonstrieren und dabei oben ohne auftreten, ist das schon irgendwie komisch.


Paulsen-Consult 23.12.2011 - 23:15

Anonym verroht und unmenschlich

Die Kommentare von jich und xy liegen auf dem Niveau des KGBs, sie agieren anonym, verroht und unmenschlich.


jich 22.12.2011 - 15:57

sie hätten halbnackt Plakate mit Hakenkreuzen und der Losung „Die Einheit des slawischen Volkes“ hochhalten müssen

Dann ist ja klar worauf es die Finanziers der ´Aktivistinnen´ abgesehen haben. Irgend jemandem gefallen die Fortschritte Richtung Zollunion und Eurasischer Union nicht so ganz. Deshalb ´protestieren´ in Kasachstan Ölarbeiter(die $2000 monatlich verdienen, bei landesweitem Durchschnittsgehalt von $700!) für Lohnerhöhung.

Und die Dorfbewohner von Beki haben sich den FEMENisten gegenüber nicht aus Angst ´feindselig´ verhalten. Die Menschen in Wießrussland leben nicht \"hinterm Mond\" und können im Internet oder TV die Tätigkeit von Femen ebenso gut verfolgen wie der Rest Europas. Und, entschuldigen Sie den Ausdruck, Huren verdienen keinen Respekt, auch wenn es sich um politische Huren handelt...


xy 22.12.2011 - 14:17

FEMEN: Einzelheiten aus der „KGB-Gefangenschaft“

müssen Menschenrechtsaktivistinnen immer oben ohne rumrennen? Wollen sie damit die Machos aus der Reserve locken oder was soll das?


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