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Man kann damit feuern, aber brennen tut sie nicht: eine Kalaschnikow des Typs AK-105 (Foto: Yegorov/Wikipedia)
Man kann damit feuern, aber brennen tut sie nicht: eine Kalaschnikow des Typs AK-105 (Foto: Yegorov/Wikipedia)
Freitag, 13.01.2012

„Brennholz“: Rentner erwirbt ungewollt 79 Kalaschnikows

Ischewsk. So sieht eine zu stark auf Waffenproduktion fixierte Wirtschaft aus: Da will man nur einfaches Brennholz für den Ofen kaufen – und bekommt stattdessen Sturmgewehre geliefert.


Ein 57 Jahre alter Mann aus dem Dorf Sowchosny in der Teilrepublik Udmurtien staunte nicht schlecht beim Holzhacken: Er hatte von einem Fernfahrer 64 alte Transportkisten gekauft – zum Verfeuern. Doch als er sie zerlegen wollte, stieß er auf Kalaschnikow-Gewehre.

Dem Rentner war dieses unerwartete Brennmaterial dann aber doch „zu heiߓ: Er verständigte die Polizei.

Alte Waffenkisten - zum Teil mit Füllung


Wie sich herausstellte enthielten sieben der vermeintlich leeren 64 Holzkisten insgesamt 79 Kalaschnikow-Maschinenpistolen, 253 Magazine und noch einige Ersatzteile für das Arsenal.

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• Kalaschnikow im Kinderwagen: 3 Tote bei Überfall (28.12.2010)
• Hilfe für Afghanistan: Russland schickt Kalaschnikows (12.11.2010)
• Konstrukteurs-Legende Kalaschnikow wird 90 Jahre (10.11.2009)
• Krise total: Rüstungswerk zahlt Lohn in Nudeln aus (09.04.2009)
Der Ermittlungen ergaben, dass der Pensionär die Kisten von einem selbstständigen Fernfahrer erworben hatte. Der wiederum hatte von der Waffenfabrik Ischmasch in Ischewsk den Auftrag erhalten, die Holzkisten zu entsorgen.

Unterwegs beschloss er offenbar, aus dem Fuhrauftrag noch ein kleines Zusatzgeschäft herauszuschlagen.

Schlamperei bei Ischmasch hat Konsequenzen


Allerdings sei noch nicht endgültig geklärt, ob der Fahrer dabei schon irgendwelche Hintergedanken hatte – sprich etwas davon ahnte oder wusste, dass seine Fracht nicht gänzlich harmlos war.

Voraussichtlich wird nun auch ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche bei der Gewehrfabrik eingeleitet, hieß es.

Wie sich herausstellte, stammen die Waffen aus Militärbeständen und wurden zum Verschrotten an das Werk geliefert. Die leeren Kisten wurden ihrerseits zur Abfallsammlung benutzt.

Irgendjemand in der Heimstatt des berühmten Sturmgewehrs muss dann etwas durcheinandergebracht haben – und einige noch nicht entleerte Waffenkisten landeten auf dem Müll.

Das Geschehnis ist ein hübscher Beleg für den Wahrheitsgehalt eines alten russischen Witzes über die Schwierigkeiten der Transformation der Wirtschaft: "Was immer wir auch bauen, es kommt immer eine Kalaschnikow heraus."



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