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| Der Amtssitz von Bürgermeister Luschkow blieb von einer Schwulen-Demo verschont - Kritik wurde trotzdem laut (Foto: moscow-live.ru) | |
Montag, 02.06.2008
Moskauer Schwulen-Parade: Illegal und ohne Opfer
Moskau. Am Sonntag demonstrierte in Moskau ein kleines Häufchen Homosexueller für mehr Toleranz – trotz des in der Hauptstadt schon üblichen offiziellen Demo-Verbotes. Verhaftet wurden allerdings nur Gegendemonstranten.
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Wie auch in den letzten beiden Jahren hatte die Moskauer Stadtverwaltung die dutzendfach von den Schwulen-Aktivisten eingereichten Demonstrations-Anträge abgelehnt. Die offizielle Begründung lautete jedes Mal, die Behörden seien nicht in der Lage, die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.
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Dass es zu Gewalttätigkeit bereite Schwulen-Gegner gibt, bewies auch die gestrige Aktion wieder. Allerdings hatten die Homosexuellen ihre Widersacher wie auch die Polizei ausgetrickst und sich eine Stunde früher an einem anderen Ort versammelt als ursprünglich angekündigt. Statt gegenüber des Bürgermeisteramtes an der Twerskaja Uliza traf man sich am Tschaikowski-Denkmal an der Bolschaja Nikitskaja.
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„Wir stehen besser hier vor dem Denkmal des wichtigsten russischen Schwulen als vor dem Gebäude, wo Russlands größter Homophob sitzt“, so Demo-Orgnaisator Nikolaj Alexejew.
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Kleine Demo zog unbemerkt durch Moskauer Straßen Von dort aus zogen einige Dutzend Aktivisten mit Transparenten wie „Freiheit für sexuelle Minderheiten ist Freiheit für alle“ innerhalb einer Viertelstunde zum Boulevardring. Die Polizei griff nicht ein - wie die Zeitung „Kommersant“ berichtet deshalb, weil die Aktion von den Behörden einfach nicht bemerkt worden war.
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Auf der Twerskaja hatten sich zwischenzeitlich orthodoxe Gegendemonstranten und einige kahl rasierte junge Leute versammelt – nach Darstellung der Zeitung nicht mehr als 30. Einige von ihnen wurden von der Miliz verhaftet – sei es, weil sie Transparente entrollten, sei es ganz ohne Grund.
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Aufruhr um ein Transparent auf der Twerskaja Zu Ausschreitungen kam es dann, als auf der Twerskaja aus den Fenstern einer angemieteten Wohnung im zweiten Obergeschoss ein Transparent gehängt wurde. Es trug die Aufschrift „Rechte für Schwule und Lesben – Homophob Luschkow vor Gericht!“
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Das Banner wurde von Demonstranten mit Eiern und Jogurt beworfen, wobei auch Journalisten und Schaufensterscheiben besudelt wurden. Auch hier nahm die Miliz schnell alle Teilnehmer fest. Als die Gegendemonstranten in einer Person einen Schwulen zu erkennen glaubten, griffen sie ihn tätlich an – die Gewalttäter wurden ebenfalls abgeführt.
In die fragliche Wohnung hineinzukommen, gelang der Polizei aber trotz eifriger Bemühungen nicht. Allerdings riss in der Zwischenzeit ein Fassadenkletterer das Transparent herunter.
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Die Homosexuellen zeigten sich später zufrieden: Sie hätten mit ihrer „schönen und friedlichen Veranstaltung“ bewiesen, dass sie nicht nur an Schlägereien teilnehmen können. Auch sei keiner ihrer Aktivisten festgenommen worden. Klagen gegen die Moskauer Demo-Verbote lägen inzwischen schon vor dem europäischen Menschenrechtsgerichtshof.
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Festnahmen angeblich wegen Straßenverkehrs-Verstößen Die Moskauer Polizei berichtete am Abend von 36 Festnahmen im Moskauer Zentrum. Aber in der immer wieder gern praktizierten berühmt-berüchtigten Art russischer Behörden, unangenehmen Dingen andere Namen zu geben und ihre Vorgehensweise mit aus der Luft gegriffenen Vergehen zu rechtfertigen, wurde amtlich jeder Bezug zur Schwulen-Demo negiert:
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Alle Festgenommenen „haben die Straße an einer dafür nicht geeigneten Stellen überquert“, so ein Polizeisprecher, weshalb man sie zur Anfertigung entsprechender Protokolle aufs Revier gebracht hätte.
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