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| Viele Leute werden auch zu den Aufmärschen der Linken kommen, nachdem der 7.11. ein normaler Arbeitstag wurde (Foto: Swetlizki/.rufo) | |
Mittwoch, 02.11.2005
Russland feiert erstmals Tag der Nationalen Einheit
Moskau. Die russische Feiertagsreform wurde Ende 2004 so übereilt beschlossen, dass in Kalendern für 2005 oft die falschen Tage rot markiert sind. Am 4.11. wird erstmals der Tag der Nationalen Einheit begangen.
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Der neue Feiertag tritt an die Stelle des nicht mehr zeitgemäßen Jahrestages der Oktoberrevolution. Der Sturm auf den Winterpalast war der kommunistischen Partei so wichtig, dass zu Sowjetzeiten nicht nur der 7., sondern auch gleich noch der 8. November arbeitsfrei waren. Allerdings mussten Millionen Werktätige an Massenaufmärschen teilnehmen und konnten den Feiertag daher nicht zum Ausschlafen nutzen.
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Auch Verfassungstag auf den Müllhaufen der Geschichte
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Nach der Wende wurde der Jahrestag der Revolution zum “Tag der Eintracht und Versöhnung” umgedeutet. Den Feiertag ganz abzuschaffen, traute sich der damalige Präsident Boris Jelzin allerdings nicht. Zu stark war damals noch die Position der russischen KP.
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Im vergangenen Jahr warf die von der Kreml-Partei “Einiges Russland” dominierte Staatsduma den 7. November endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte – ebenso wie den von Jelzin eingeführten Verfassungstag am 12. Dezember und den 2. Mai, die aus Sowjetzeiten übernommene Version eines kommunistischen Ostermontags.
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Zeit der Feiertags-Wirren beginnt erst
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Dafür wurde mit dem 4. November ein neuer arbeitsfreier Feiertag eingeführt: Der “Tag der Nationalen Einheit” erinnert an die Befreiung Moskaus von einem polnischen Besatzerheer im Jahr 1612. Mit diesem Datum verbinden russische Geschichtsbücher das Ende der so genannten “Zeit der Wirren”, der "Smuta".
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Die neu-russischen Feiertags-Wirren stehen freilich erst vor ihrem Beginn. Nicht nur, dass die meisten Russen nur sehr verschwommene Vorstellungen davon haben, was am 4.11. gefeiert wird. Die verbliebenen Reste der russischen Linken wollen wie gehabt am 7.11. ihre traditionellen Großaufmärsche abhalten. Da am Montag aber wieder ein normaler Arbeitstag ist, droht dem Moskauer Zentrum dann wohl das ultimative Verkehrs-Chaos.
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Zumal dann auch die russische Armee eine Militärparade auf dem Roten Platz abhält. Die ist freilich nicht dem 88. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution gewidmet. Sondern dem 64. Jahrestag der Militärparade zum 24. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im November 1941 – damals waren die Soldaten direkt vom Roten Platz an die Front marschiert und konnten die deutschen Truppen vor Moskau zurückwerfen.
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(kp/.rufo)
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